Porsche verschärft Sparkurs: Bis zu 5000 weitere Jobs könnten wegfallen

Porsche verschärft Sparkurs: Bis zu 5000 weitere Jobs könnten wegfallen
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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Die sportliche VW-Luxusmarke Porsche steht offenbar vor einem deutlich größeren Umbau als bislang bekannt. Der Aufsichtsrat habe den aktuellen Verhandlungsstand für das sogenannte Zukunftspaket unterstützt. Eine endgültige Einigung zwischen Vorstand, Betriebsrat und IG Metall stehe zwar noch aus, nach übereinstimmenden Berichten von Manager Magazin und Automobilwoche könnten jedoch rund 5000 zusätzliche Stellen wegfallen.

Damit würde sich der seit 2025 geplante Personalabbau auf insgesamt etwa 9000 Arbeitsplätze summieren. Damals hatte Porsche angekündigt, in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1900 Stellen sozialverträglich abzubauen. Hinzu kamen etwa 2000 auslaufende befristete Verträge. Zuletzt beschloss der Sportwagenhersteller zudem die Schließung der Tochtergesellschaften Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec mit zusammen mehr als 500 Beschäftigten.

Das neue Paket soll vor allem Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach treffen. Geplant sind offenbar Einschnitte in Verwaltung, Entwicklung und Management, aber auch eine Straffung der Produktion. Darüber hinaus sollen übertarifliche Leistungen gekürzt werden. Medienberichten zufolge könnten Sonderzahlungen begrenzt und das Weihnachtsgeld verringert werden. Im Gegenzug zeichnet sich eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für die verbleibende Belegschaft bis Ende 2035 ab. Betriebsbedingte Kündigungen wären damit weiterhin ausgeschlossen.

China bereitet Kopfzerbrechen

Der Handlungsdruck ist erheblich. Porsche beschäftigte Ende 2025 weltweit rund 42.000 Menschen, davon knapp 36.000 in Deutschland. Gleichzeitig passt die bisher auf bis zu 400.000 Autos jährlich ausgelegte Struktur nicht mehr zur Absatzrealität. Intern soll inzwischen mit höchstens 250.000 Fahrzeugen pro Jahr gerechnet werden.

Wie bereits berichtet, gingen die weltweiten Auslieferungen im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent auf 122.306 Autos zurück. In China betrug das Minus sogar 32 Prozent. Der Taycan verlor ein Viertel seines Absatzes, während vom elektrischen Macan weniger Fahrzeuge ausgeliefert wurden als von der außerhalb der EU noch angebotenen Verbrennerversion.

Doch die Krise lässt sich nicht allein mit einer angeblich zu langsamen Elektroauto-Nachfrage erklären, zumal der Hochlauf zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Porsche leidet ebenso unter dem Einbruch des chinesischen Luxusmarkts, US-Zöllen, Modelllücken und den hohen Kosten der eigenen Strategiewechsel. Allein 2025 summierten sich die Sonderaufwendungen auf rund 3,9 Milliarden Euro. Dazu gehört auch die teure Rückkehr zu zusätzlichen Verbrenner- und Hybridmodellen.

Das Zukunftspaket ist daher mehr als ein reines Sparprogramm, sondern erfordert einen regelrechten Spagat. Porsche muss seine Kosten auf ein dauerhaft niedrigeres Absatzniveau ausrichten, ohne bei Entwicklung und Zukunftstechnologien so stark zu kürzen, dass die nächste strategische Lücke bereits programmiert ist. Ohne überzeugende und zeitgemäße Elektro-Modelle, die von den Kunden nachhaltig nachgefragt werden, könnte es für die Marke ansonsten irgendwann eng werden.

Quelle: Manager Magazin – Bei Porsche könnten rund 5000 Stellen zusätzlich wegfallen; Automobilwoche – Porsche-Aufsichtsrat billigt Zukunftspaket: 5000 Jobs gegen Standortsicherung bis 2035

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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