Porsche bringt mit der neuen E-Shift-Option ein Stück klassisches Fahrerlebnis zurück in den Taycan, ohne dabei auf die Vorteile des Elektroantriebs zu verzichten. Die softwarebasierte Technologie simuliert ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und soll Fahrer:innen stärker in die Leistungsentfaltung des Elektro-Sportwagens einbinden, wie der Hersteller erklärt. Hintergrund ist eine Eigenheit des elektrischen Antriebs: Drehmoment steht ohne Verzögerung zur Verfügung, Beschleunigung erfolgt nahezu ohne Zugkraftunterbrechung. Was für die reine Performance ein Vorteil ist, lässt klassische Rückmeldungen wie Drehzahlverlauf oder spürbare Gangwechsel in den Hintergrund treten. Mit E-Shift will Porsche genau diese emotionale Lücke schließen.
Software simuliert reale Schaltvorgänge
Die technische Basis der neuen Option ist vollständig softwarebasiert. Nach Unternehmensangaben haben die Entwickler:innen sieben zusätzliche Schaltvorgänge in den Code integriert und dabei das Verhalten eines realen Doppelkupplungsgetriebes (PDK) in die Steuergeräte übertragen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Rückschaltungen beim Bremsen sowie unterschiedliche Schaltstrategien, wie sie auch von klassischen Getrieben bekannt sind. „Wir wollten das authentische Fahrgefühl erhalten, ohne aber die Nachteile eines klassischen Getriebes zu übernehmen“, erklärt Markus Lindermeier, Funktionsverantwortlicher für E-Shift bei Porsche. Gangwechsel seien dabei sogar schneller möglich als bei einem klassischen Verbrenner.
Eine Besonderheit ergibt sich aus dem bestehenden Antriebskonzept des Taycan: Bereits heute verfügt das Modell über ein Zweiganggetriebe an der Hinterachse. Der Übergang vom virtuellen zweiten in den virtuellen dritten Gang entspricht dabei dem tatsächlichen mechanischen Gangwechsel. E-Shift verknüpft somit digitale Fahrerinteraktion mit vorhandener Hardware, statt eine komplett neue Komponente zu verbauen.

Neben der reinen Schaltlogik spielt die akustische Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Aufbauend auf dem bereits bekannten Porsche Electric Sport Sound hat das Unternehmen eine erweiterte Klangkulisse entwickelt, die sich an virtueller Drehzahl, Lastzustand und Fahrgeschwindigkeit orientiert. Auch der Startvorgang wird akustisch neu inszeniert. Ausgegeben wird der Sound über die vorhandenen Innen- und Außenlautsprecher, die Abstimmung ist heckbetont.
Ergänzt wird das akustische Erlebnis durch einen mittig platzierten Drehzahlmesser, der bis 7500 Umdrehungen reicht und die Gangwechsel optisch begleitet. Zusammen mit den markanten Zäsuren in der Beschleunigung entsteht so ein Gesamtpaket aus visueller, akustischer und haptischer Rückmeldung. „E-Shift bringt mehr Emotionen und mehr Feedback ins Auto“, fasst Lindermeier die Zielsetzung hinter der Entwicklung zusammen.
Bedienung über das Lenkrad
Aktiviert wird die Funktion über einen eigenen Schalter am GT-Sportlenkrad, wo Fahrer:innen zwischen automatischem und manuellem Schaltmodus wechseln können. Im manuellen Modus übernehmen die Schaltpaddles hinter dem Lenkrad die virtuellen Gangwechsel. Ist E-Shift deaktiviert, lässt sich über dieselben Paddles die Rekuperation in zwei Stufen regulieren. Werden beide Paddles gleichzeitig gezogen, aktiviert das System zusätzlich die Push-to-Pass-Funktion für einen kurzfristigen Leistungsschub.
An der eigentlichen Fahrleistung des Taycan ändert die neue Option nichts. Während eines simulierten Gangwechsels reduziert das System das Antriebsmoment kurzzeitig, um es unmittelbar danach wieder zu erhöhen. Die Gesamtbeschleunigung bleibt dadurch auf dem bisherigen Niveau, die zusätzliche Schaltebene wirkt sich also rein auf das Fahrerlebnis aus, nicht auf die Fahrzeiten. Damit positioniert Porsche E-Shift als softwaredefinierte Ergänzung, die Präzision und Dynamik des elektrischen Antriebs um eine zusätzliche, aktiv gestaltbare Interaktionsebene erweitert.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung









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