Porsche: Stellenabbau und Standortsicherung bis 2035?

Porsche: Stellenabbau und Standortsicherung bis 2035?
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Porsche | v.l.n.r. Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender, Dr. Jochen Breckner, Mitglied des Vorstandes, Finanzen und IT

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Noch keine Woche ist vergangen, seit Volkswagen vergangenen Donnerstag umfangreiche Sanierungen im Konzern ankündigte, und schon zeichnen sich erste Konflikte bei Tochtermarken ab. So berichtet das Handelsblatt, dass der Porsche-Vorsitzende Michael Leiters zugleich die Interessen von Arbeitnehmer:innen, den Eigentümerfamilien sowie Investor:innen zusammenführen muss und sich dafür inmitten intensiver Verhandlungen befindet.

Leiters zufolge seien es lange, intensive und an einigen Stellen auch schwierige Gespräche gewesen, jedoch sei man ein gutes Stück vorangekommen. „Jetzt geht es um die Detailarbeit, ehe wir Ende Juli die Ergebnisse vorstellen“, so Leiters. Nach der Ankündigung von VW meldeten sich auch andere Konzernmarken wie Škoda öffentlich zu Wort und bezogen Stellung zum eigenen Betrieb.

Die Details zum Stellenabbau will der Porsche-CEO Leiters, der im Januar die Nachfolge von VW-CEO Oliver Blume antrat, dem Aufsichtsrat am 22. Juli in Stuttgart-Zuffenhausen präsentieren, wobei die Personalpläne zur verbesserten Wirtschaftlichkeit des Herstellers beitragen sollen. Erste Ergebnisse sollen anschließend kommuniziert werden.

Was sich bereits abzeichnet, ist ein Konflikt: Dem Handelsblatt zufolge werde mit Arbeitnehmer:innen eine Standortsicherung auf zehn Jahre diskutiert, um die geplanten Stellenstreichungen durchzusetzen. Betroffen sind die Werke in Zuffenhausen und Leipzig sowie das Entwicklungszentrum Weissach bei Stuttgart. Diese Bestandsgarantie sei den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch jedoch zu lang. Sie sähen eine so lange Standortsicherung mit Beschäftigungsgarantie in der heutigen Zeit extrem kritisch, so das Handelsblatt. Außerdem setzt VW-CEO Blume eher auf Schließungen von Werken, wozu die Porsche-Strategie im Widerspruch steht.

Bereits vor zwei Wochen wurden bei einer Hauptversammlung Details zum Umbau von Porsche bekannt. Ziel sei ein Margenkorridor zwischen 10 und 15 Prozent. Die Strategie 2035 basiere außerdem auf drei Säulen. Erstens soll Personalabbau die Produktivität durch schlankere Strukturen steigern, zweitens soll die Produktpalette auf weniger Modelle reduziert werden, die sportlicher sind, und drittens sollen Nebengeschäfte verkauft werden. „Wir müssen made in Germany neu erfinden und uns unter Beweis stellen. Das wird am Ende darüber entscheiden, ob wir erfolgreich sind“, so Leiters auf der Hauptversammlung.

Blume selbst hatte in seiner Rolle als Porsche-CEO die Kürzung von 3900 Stellen beschlossen, unter Leiters werden durch Schließung von Tochtergesellschaften 500 weitere Jobs wegfallen. Nun wird weiter verhandelt, mehrere Tausend Stellen stehen auf der Kippe. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber es wird von über 4000 Stellen berichtet. Auch Positionen im Management bei Porsche wurden bereits gestrichen.

Neben den Arbeitnehmer:innen und den Eigentümerfamilien muss die Geschäftsführung außerdem ein Auge auf die Investor:innen haben: die Porsche-Aktie ist mit zirka 46 Euro nur halb so viel wert wie noch vor dreieinhalb Jahren, als das Unternehmen an die Börse ging. Leiters sei es bisher nicht gelungen, den Aktienkurs zu treiben, so das Handelsblatt.

Hohe Kosten für Produktion und Personal

Das Porsche-Stammwerk Zuffenhausen zähle mit Fabrikkosten pro Fahrzeug von über 10.000 Euro zu den teuersten Standorten im gesamten Volkswagen-Konzern, wie das Handelsblatt berichtet. Im Leipziger Werk seien die Kosten niedriger, weshalb eine Verlagerung des elektrischen Porsche Taycan von Zuffenhausen nach Leipzig diskutiert wird. Alternativ könnte das Elektroauto über die Jahre auslaufen. Die Produktion wurde bereits gedrosselt.

Das Portfolio umfasst außerdem elektrische Modelle wie den Porsche Macan oder den Cayenne S. Das Auslaufen von Verbrenner-Modellen hat in der ersten Jahreshälfte zu einem Einbruch der Verkäufe geführt.

Ebenfalls bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen gab Wolfgang Porsche die Management-Gehälter des Unternehmens öffentlich bekannt. Über 9000 Angestellte bekämen mehr als 100.000 Euro jährlich, knapp 200 davon mehr als 300.000 Euro und 28 über 500.000 Euro. Der Vorstand mit Gehältern jenseits einer Million Euro sei da nicht enthalten, so das Handelsblatt. Drei weitere Personen, die nicht zum Vorstand gehören, verdienen mehr als eine Million Euro. Der zukünftige Fokus liege klar auf Profitabilität, Kostendisziplin und nachhaltiger Wertsteigerung, so Wolfgang Porsche.

Quelle: Handelsblatt – Porsche-Chef droht bei der Sanierung erster Konflikt mit Eigentümern

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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