Kein E-Auto: Porsche 911 soll nur ein Verbrenner bleiben

Kein E-Auto: Porsche 911 soll nur ein Verbrenner bleiben
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Porsche 911 wird kein Elektroauto. Mit dieser Aussage hat Porsche-Chef Michael Leiters eine der meistdiskutierten Fragen der Sportwagenbranche erstaunlich klar beantwortet. Auf einer Veranstaltung von „Auto, Motor und Sport“ erklärte Leiters, dass es einen vollelektrischen 911 „nicht geben“ werde. Fortschritt solle bei der Ikone aus Zuffenhausen stattdessen über Verbrenner- und Hybridtechnologie erfolgen.

Damit beendet Porsche zumindest vorerst Spekulationen über einen batterieelektrischen Elfer – und vollzieht zugleich eine Kurskorrektur. Denn noch vor wenigen Jahren klang das Unternehmen deutlich offener für eine Elektrifizierung des Sportwagenklassikers. Damals hatte Porsche immer wieder betont, dass man sich einen elektrischen 911 langfristig durchaus vorstellen könne, wenn Technik und Kundenerwartungen zusammenpassen. Auch Feststoffbatterien galten zeitweise als möglicher Türöffner für einen elektrischen 911, weil sie geringeres Gewicht und höhere Energiedichte in Aussicht stellen.

Nun klingt das deutlich defensiver. Leiters verweist stattdessen auf die besondere Rolle des 911 innerhalb der Marke. Der Sportwagen sei ein „ikonisches Produkt“, bei dem Emotionalität und Fahrgefühl wichtiger seien als eine möglichst konsequente Elektrifizierung. Porsche wolle nicht über Kostenführerschaft gewinnen, sondern über die besseren und emotionaleren Produkte.

Drei E-Modelle, aber schwächelnde Nachfrage

Dabei ist die Aussage keineswegs ein generelles Nein zur Elektromobilität. Porsche hat mit dem Taycan früh auf Elektroautos gesetzt und gehörte 2019 tatsächlich zu den Pionieren unter den etablierten Premiumherstellern. Inzwischen umfasst das Elektroportfolio zusätzlich den Macan Electric sowie den elektrischen Cayenne. Allerdings blieben die Erwartungen beim Taycan zuletzt hinter den Hoffnungen zurück. Leiters deutete selbst an, Porsche sei beim Hochlauf der Elektromobilität womöglich „etwas zu früh“ gewesen.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Entscheidung rund um den 911 weniger wie eine technische Sackgasse als vielmehr wie eine strategische Priorisierung. Denn Porsche elektrifiziert durchaus, aber offenbar selektiver als ursprünglich geplant. Parallel wurde zuletzt bekannt, dass auch kommende Modellgenerationen wieder stärker mit Verbrenner-Optionen gedacht werden. Selbst die ursprünglich rein elektrisch geplante nächste 718-Generation soll laut internationalen Berichten inzwischen wieder für Verbrennungsmotoren geöffnet werden.

Interessant ist dabei vor allem, dass Porsche beim 911 inzwischen offenbar auf Hybridisierung als langfristigen Mittelweg setzt. Mit dem aktuellen 911 Carrera GTS T-Hybrid hat die Marke bereits gezeigt, wie weit sich elektrische Technik in einen klassischen Sportwagen integrieren lässt, ohne dessen Charakter vollständig zu verändern. Das System nutzt unter anderem einen elektrischen Abgasturbolader und verzichtet bewusst auf einen schweren Plug-in-Hybrid-Aufbau. Genau diese Richtung dürfte künftig weiter ausgebaut werden.

Elektrifizierung offenbar schwer umsetzbar

Das wiederum zeigt auch: Die Absage an einen Elektro-911 ist kein generelles Bekenntnis gegen Elektromobilität, sondern eher Ausdruck der Frage, welche Antriebstechnologie aus Sicht der VW-Marke zu welchem Fahrzeug passt. Während sich SUVs und Limousinen vergleichsweise leicht elektrifizieren lassen, gilt der 911 wegen Packaging, Gewicht, Klangcharakter und Fahrdynamik intern offenbar weiterhin als Sonderfall.

Gleichzeitig dürfte die Diskussion damit kaum beendet sein. Denn gerade im Sportwagensegment entwickeln sich Batterietechnik, Leistungsdichte und Gewicht derzeit schnell weiter. Was heute noch als emotional unvereinbar gilt, könnte in zehn Jahren bereits ganz anders bewertet werden. Dass Porsche sich dennoch öffentlich so klar positioniert, zeigt vor allem eines: Der 911 ist für die Marke weit mehr als nur ein Modell. Er ist Identitätsträger für Freunde des Abgasausstoßes – und genau deshalb offenbar vorerst auch Verbrenner. Und bei Porsche geht man zudem vermutlich davon aus, dass Teile der Kundschaft auch weiterhin Verbrenner fahren möchte – unabhängig davon, was der dann vielleicht synthetische Sprit dafür in ein paar Jahren kosten wird. Mittelfristig dürfte sich der 911er so jedoch zum Auslaufmodell entwickeln.

Quelle: Heise – Porsche-Chef Leiters: Der 911 wird nie ein Elektroauto

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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