Porsche-Vertrieb: Deutschland verliert seinen Sonderstatus

Porsche-Vertrieb: Deutschland verliert seinen Sonderstatus
Copyright:

Elektroauto-News

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Porsche baut seine globale Vertriebsorganisation um. Ab dem 1. Oktober 2026 verringert der Sportwagenhersteller die Zahl seiner Vertriebsregionen von fünf auf vier. Ziel der Neuordnung ist eine stärkere Eigenverantwortung der einzelnen Regionen sowie schnellere Entscheidungswege. Der deutsche Heimatmarkt wird künftig nicht mehr separat geführt, sondern Teil der Region Europa.

Mit der neuen Struktur übernimmt Robert Ader, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Deutschland GmbH, zusätzlich die Funktion des „Regional Lead Europe“. Er verantwortet damit die übergreifende Steuerung sämtlicher europäischer Märkte. In Nord-, Mittel- und Südamerika bündelt Timo Resch, President und CEO von Porsche Cars North America, künftig die Zuständigkeiten für die neue Region „Americas“.

Unverändert bleibt dagegen die Vertriebsregion China unter der Leitung von Alexander Pollich. Neu aufgestellt wird hingegen die Region Übersee- und Wachstumsmärkte: Mathias Busse, CEO von Porsche Korea, übernimmt zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe den Regional Lead für die Region Overseas. Der Fokus liegt dabei auf wachstumsrelevanten Märkten im Mittleren Osten und im asiatischen Raum. Vor seiner Zeit in Korea war Busse in verschiedenen Funktionen für Porsche und Volkswagen tätig.

Begleitet wird die Neuordnung von der Auflösung der bisherigen zentralen Hauptabteilungen Region Europa sowie Region Übersee- und Wachstumsmärkte. Dadurch sollen Schnittstellen reduziert und Verantwortung näher an die jeweiligen Märkte gerückt werden. „Unsere Märkte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Porsche. Mit der neuen Struktur stärken wir die Eigenverantwortung der Regionen, beschleunigen Entscheidungen und schaffen die Voraussetzungen, um unsere Strategie weltweit noch konsequenter umzusetzen“, sagt Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG.

Neue Struktur löst Wechsel an mehreren Spitzenpositionen aus

Die Umstrukturierung zieht eine ganze Reihe personeller Veränderungen nach sich. Iryna Kauk, bislang Leiterin der Region Europa bei der Porsche AG, übernimmt zum 1. Januar 2027 die Geschäftsführung der Porsche Schweiz AG von Holger Gerrmann. Kauk war unter anderem bereits CEO von Porsche Central & Eastern Europe sowie CFO von Porsche Lifestyle. Gerrmann wechselt zeitgleich als Geschäftsführer zu Porsche Central and Eastern Europe s.r.o. und folgt dort auf Michael Kirsch. Zuvor war er CEO von Porsche Korea und in verschiedenen Finanzfunktionen des Unternehmens tätig.

Kirsch wiederum übernimmt zum selben Datum die Geschäftsführung von Porsche Cars Australia. Er bringt langjährige internationale Führungserfahrung mit, darunter als President und CEO von Porsche China sowie als CEO von Porsche Japan. Auf seinem bisherigen Posten in Australien folgt Daniel Schmollinger, der zeitgleich als Geschäftsführer zu Porsche France wechselt. Dort löst er Dr. Jens Puttfarcken ab, der nach mehr als 29 Jahren bei Porsche in den Ruhestand geht.

Auch außerhalb der neuen Regionalstruktur kommt es zu einem Wechsel: Dr. Christiane Zorn, derzeit Leiterin der Region Overseas & Emerging Markets, verlässt Porsche zum 1. Oktober 2026 und übernimmt innerhalb des Volkswagen Konzerns die Position der Vorsitzenden und Geschäftsführerin der Volkswagen Group Africa. Sie verfügt über langjährige internationale Managementerfahrung bei mehreren Marken des Konzerns.

Becker dankte den beteiligten Mitarbeitenden für ihr Engagement bei der Weiterentwicklung der Vertriebsorganisation. „Die Bereitschaft, neue Verantwortungen zu übernehmen und Veränderungen aktiv mitzugestalten, ist eine wichtige Grundlage unseres gemeinsamen Erfolgs“, sagte er. Puttfarcken wünschte er für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Porsche Elektroautos

Porsche ringt um den richtigen Elektro-Kurs

Porsche ringt um den richtigen Elektro-Kurs

Daniel Krenzer  —  

Porsche steht vor einem strategischen Umbau. Chef Michael Leiters muss Taycan, Elektrostrategie, Modellportfolio, China-Geschäft und Kosten neu ausrichten.

Warum Porsche in der Formel E wie beim Blitzschach denkt

Warum Porsche in der Formel E wie beim Blitzschach denkt

Sebastian Henßler  —  

Florian Modlinger leitet das Porsche Formel-E-Team und vergleicht die Taktik im engen Rennen mit einer Partie Blitzschach, bei der jede Entscheidung zählt.

Porsche will Taycan-Produktion bis 2030 auslaufen lassen

Porsche will Taycan-Produktion bis 2030 auslaufen lassen

Arun Niemann  —  

Der Taycan galt einst als Porsches Elektro-Aushängeschild. Nun soll die Produktion jedoch bis 2030 schrittweise auslaufen.

Pascal Wehrlein gewinnt zweiten Formel-E-Titel mit Porsche

Pascal Wehrlein gewinnt zweiten Formel-E-Titel mit Porsche

Sebastian Henßler  —  

Pascal Wehrlein sichert sich beim Formel-E-Finale in London seinen zweiten Fahrertitel und reiht sich damit neben Jean-Éric Vergne ein.

Porsche bündelt Macan-Extras im neuen Business-Paket

Porsche bündelt Macan-Extras im neuen Business-Paket

Sebastian Henßler  —  

Zum Modelljahreswechsel bündelt Porsche gefragte Extras im neuen Business-Paket für den Macan Electric und verspricht einen spürbaren Preisvorteil.

Warum der Porsche Taycan jetzt schaltet, obwohl er nicht muss

Warum der Porsche Taycan jetzt schaltet, obwohl er nicht muss

Sebastian Henßler  —  

Ohne echtes Getriebe simuliert der Taycan künftig sieben zusätzliche Schaltvorgänge und liefert Fahrer:innen damit ein neues akustisches und haptisches Erlebnis.