Porsche: Verbrenner-Aus führt zu deutlichem Absatzrückgang

Porsche: Verbrenner-Aus führt zu deutlichem Absatzrückgang
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Sebastian Henßler
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Der Sportwagenhersteller Porsche hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit mehr als 122.000 Fahrzeuge an Kund:innen übergeben. Im Vorjahreszeitraum waren es noch gut 146.000 Einheiten, was einem Rückgang von 16 Prozent entspricht. Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen das Auslaufen der Modellreihe 718 mit Verbrennungsmotor, die vergleichsweise starke Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahr sowie den Wegfall von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

Trotz des Rückgangs in der Gesamtbilanz verzeichnet die Modellreihe 911 weiterhin hohe Nachfrage. Mit einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zählt sie zu den wenigen Baureihen mit positivem Trend. Porsche führt dies auf die anhaltend hohe Nachfrage sowie auf die gestaffelte Einführung der einzelnen Derivate im vergangenen Jahr zurück. Über alle Modellreihen hinweg habe sich zudem ein ausgewogener Mix mit einem deutlichen Anteil an GTS-, Turbo- und GT-Varianten ergeben, während die Absatzstruktur zwischen den Vertriebsregionen stabil geblieben sei.

Vertriebsvorstand Matthias Becker ordnet die Zahlen ein: „Mit rund 122.000 Kundenauslieferungen liegen wir im ersten Halbjahr unter dem Vorjahreszeitraum, aber im Bereich unserer Erwartungen.“ Seit Ende Juni liefert Porsche zudem den Cayenne Electric an erste Kund:innen aus, wofür es laut Becker positive Resonanz aus dem Handel gebe. Auch jüngst vorgestellte Neuheiten wie der 911 GT3 S/C oder das E-Shift-System mit virtuellen Gangwechseln im Taycan kämen bei Fachmedien gut an.

Nordamerika bleibt trotz Rückgang wichtigster Markt für Porsche

Nordamerika bleibt mit 37.712 Auslieferungen die größte Vertriebsregion, verzeichnet mit einem Minus von 13 Prozent aber ebenfalls einen spürbaren Rückgang. Neben dem Auslaufen der Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge wirkt sich hier auch das Produktionsende des 718 mit Verbrennungsmotor aus. Im Heimatmarkt Deutschland wurden 14.938 Fahrzeuge übergeben, sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Europa ohne Deutschland sank die Zahl der Auslieferungen um 14 Prozent auf 30.278 Einheiten.

Deutlich stärker fällt der Rückgang in China aus: Dort wurden 14.501 Fahrzeuge an Kunden übergeben, ein Minus von 32 Prozent. Porsche verweist auf das weiterhin herausfordernde Marktumfeld sowie auf den bewussten Fokus auf einen wertorientierten statt volumengetriebenen Absatz. In den Übersee- und Wachstumsmärkten gingen die Auslieferungen um 18 Prozent auf 24.877 Fahrzeuge zurück, wozu neben dem Auslaufen des 718 auch der Konflikt im Nahen Osten beigetragen habe.

Cayenne und Panamera mit gegensätzlicher Entwicklung

Innerhalb der Modellpalette blieb der Cayenne mit 38.141 Auslieferungen die gefragteste Baureihe, wenngleich auch hier ein Rückgang von neun Prozent zu Buche steht. Die vollelektrische Variante wird seit Ende Juni schrittweise in den Märkten eingeführt. Beim Macan wurden insgesamt 35.315 Fahrzeuge ausgeliefert, davon 19.695 mit Verbrennungsmotor, der außerhalb der EU weiterhin angeboten und noch bis Ende Juli 2026 produziert wird. Auf die vollelektrische Variante entfielen 15.620 Einheiten, sodass die Baureihe insgesamt ein Minus von 22 Prozent verzeichnet, was Porsche unter anderem mit dem langsameren Hochlauf der Elektromobilität und dem starken Vorjahreszeitraum begründet.

Bei der Panamera sank die Zahl der Auslieferungen im ersten Halbjahr um 38 Prozent auf 9308 Einheiten. Grund war eine vorübergehende Angebotslücke im wichtigen chinesischen Markt, die im April mit der Markteinführung der Sonderedition Panamera Pure geschlossen wurde. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Modellen 718 Boxster und 718 Cayman aus: Mit 2789 Auslieferungen liegt die Baureihe 73 Prozent unter dem Vorjahreswert, nachdem die Produktion bereits im Oktober vergangenen Jahres eingestellt wurde. Der Taycan kommt auf 6219 ausgelieferte Fahrzeuge und damit auf ein Minus von 25 Prozent.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte kündigt Becker weitere strategische Schritte an: „Wir richten unser Angebot gezielt an der Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden aus und schärfen konsequent unsere Modellpalette.“ Details zur Strategie 2035 will Porsche demnach im Herbst im Rahmen des Capital Markets Day vorstellen.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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