Pascal Wehrlein hat sich zum zweiten Mal den Fahrertitel der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft gesichert. Beim Saisonfinale in London reichte dem Porsche-Werksfahrer Platz 14 im Sonntagsrennen, um die Meisterschaft zu entscheiden. Damit setzt der 31-jährige Deutsche aus Sigmaringen ein Ausrufezeichen in einer Saison, die er mit den meisten Rennsiegen aller Fahrer abschloss: Drei Erfolge, sechs Podestplätze und vier Pole-Positionen bedeuten für Wehrlein jeweils den geteilten Bestwert des Jahres.
Mit dem zweiten Titelgewinn reiht sich Wehrlein in eine exklusive Riege ein. Bislang gelang es nur dem Franzosen Jean-Éric Vergne, ebenfalls zweimal Formel-E-Weltmeister zu werden. Die Rennserie geht seit 2014 an den Start. Zugleich bleibt Wehrlein der bislang letzte deutsche Weltmeister im internationalen Formelsport, nachdem zuletzt Nico Rosberg 2016 mit Mercedes-AMG den Formel-1-Titel geholt hatte.
Enger Verlauf bis zur letzten Kurve
Der Weg zum Titel verlief am Sonntag alles andere als geradlinig. Wehrlein und Teamkollege Nico Müller waren von den Startplätzen drei und vier ins Rennen gegangen, fielen über die 35 Runden jedoch zunehmend zurück. In der Schlussphase kollidierten Wehrlein und der britische Ex-Weltmeister Jake Dennis vom Porsche-Kundenteam Andretti Formula E mit einem Konkurrenten. Beide Porsche-Piloten verloren dadurch ihre Punkteränge. Dennis beendete das Rennen als Achtzehnter ohne Zähler und musste sich in der Fahrerwertung mit Rang zwei begnügen, fünf Punkte hinter Wehrlein. Weil auch Müller als Zwölfter leer ausging, ging die Team-Weltmeisterschaft an den Konkurrenten Jaguar TCS Racing.

Trotz des verpassten Team-Titels bleibt Porsche die prägende Kraft der laufenden Fahrzeuggeneration. Die Herstellerwertung hatte der Stuttgarter Sportwagenbauer bereits beim vorherigen Rennwochenende in Tokio zum dritten Mal in Folge für sich entschieden. Mit sechs von zehn möglichen Titeln seit Einführung der dritten Formel-E-Generation gilt der Porsche 99X Electric als das erfolgreichste Fahrzeug der GEN3-Ära und macht Wehrlein zum erfolgreichsten Formelsportler in der Geschichte der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Über den gesamten Zeitraum kommt das Werksteam auf 16 Rennsiege, die Kundenteams Andretti Formula E und Cupra Kiro steuerten sieben weitere bei.
Sport und soziales Engagement verbunden
Neben der sportlichen Bilanz stand das Finalwochenende auch im Zeichen der Spendeninitiative Racing for Charity. Für jede gefahrene Rennrunde der beiden Werks-Porsche 99X Electric spendete der Hersteller 400 Euro zugunsten schwerkranker Kinder weltweit. Vor der finalen Bekanntgabe steht die Summe bei 449.200 Euro. Die Mittel kommen den Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und der Ferry-Porsche-Stiftung zugute.
Nach dem entscheidenden Rennen zeigte sich Wehrlein sichtlich bewegt: „Ich bin unheimlich stolz darauf, wie wir am Wochenende abgeliefert haben und wie wir dem Druck standgehalten haben.“ Er verwies auf die hohe Messlatte der ersten 15 Saisonrennen und dankte dem gesamten Team sowie dem Werk für den Bau des Rennautos. Besonderen Dank richtete er an Müller, der ihn über die Saison unterstützt habe. Die Formel-E-Saison endet damit für Porsche mit einem zweiten Fahrertitel für Wehrlein und dem dritten Herstellertitel in Serie, während die Team-Krone in dieser Saison an Jaguar TCS Racing geht.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung









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