Porsche-Gewinn bricht massiv ein – Umbau kostet Milliarden

Porsche-Gewinn bricht massiv ein – Umbau kostet Milliarden
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Porsche | Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Sportwagenhersteller Porsche hat ein wirtschaftlich schwieriges Jahr hinter sich. Die Zahlen für 2025 zeigen einen deutlichen Rückgang bei Gewinn und Umsatz, während gleichzeitig eine strategische Neuaufstellung hohe Kosten verursacht. Das Management spricht von einem „herausfordernden Marktumfeld“ und stellt das Unternehmen gleichzeitig auf eine veränderte Produktstrategie ein.

Im Autogeschäft fiel der operative Gewinn drastisch. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank von rund 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf knapp 100 Millionen Euro. Damit schrumpfte die operative Umsatzrendite auf etwa 0,3 Prozent. Auch auf Konzernebene zeigt sich der Einbruch deutlich. Der Umsatz lag 2025 bei 36 Milliarden Euro nach mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr zuvor, während das operative Ergebnis auf 413 Millionen Euro zurückging. Die operative Umsatzrendite belief sich damit auf 1,1 Prozent.

Ein Teil der Entwicklung lässt sich auf einmalige Belastungen zurückführen. Insgesamt summierten sich Sonderaufwendungen im vergangenen Jahr auf rund 3,9 Milliarden Euro. Dazu zählen unter anderem Kosten für eine Neuausrichtung der Produktstrategie und organisatorische Anpassungen im Unternehmen. Weitere Belastungen entstanden durch Batterieaktivitäten sowie durch US-Zölle. Allein diese beiden Faktoren schlugen jeweils mit rund 700 Millionen Euro zu Buche.

Luxussegment steht in China massiv unter Druck

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nach Einschätzung des Managements in mehreren wichtigen Märkten verschlechtert. Besonders deutlich zeigt sich das in China. Dort steht das Luxussegment unter Druck, während der Wettbewerb bei Elektroautos intensiver geworden ist. Porsche reagiert darauf mit einer stärker auf Ertrag ausgerichteten Strategie. Vorstandschef Michael Leiters erklärte auf der Jahrespressekonferenz, das Unternehmen setze künftig konsequenter auf das Prinzip „Value over Volume“. In dem schwierigen Marktumfeld wolle man sich stärker auf Wertschöpfung und Profitabilität konzentrieren.

Neben der Marktsituation beeinflusst auch der Umbau des Modellprogramms die aktuellen Zahlen. Die Auslieferungen gingen 2025 weltweit auf gut 279.500 Autos zurück, was einem Rückgang von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders stark fiel das Minus in China aus, wo die Verkäufe um mehr als ein Viertel sanken. Gleichzeitig entstanden in einigen Baureihen Angebotslücken. Der Verbrenner der 718-Reihe wurde bereits eingestellt, während der elektrische Nachfolger erst für das Jahr 2027 erwartet wird.

Hinzu kommt ein strategischer Kurswechsel beim Antriebsmix. Noch vor wenigen Jahren hatte Porsche stark auf eine schnelle Elektrifizierung gesetzt. Inzwischen reagiert das Unternehmen auf eine langsamere Marktentwicklung bei Elektroautos und erweitert seine Planungen erneut um zusätzliche Verbrenner- und Hybridmodelle. Diese Anpassung verursacht zusätzliche Entwicklungs- und Investitionskosten.

Die neue Strategie umfasst auch eine Ausweitung des Modellangebots. Laut Leiters prüft Porsche Modelle in margenträchtigeren Segmenten, sowohl oberhalb der klassischen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne. Der Vorstandschef betonte zugleich den Anspruch der Marke: „Der Name Porsche steht für die technische Exzellenz einer Sportwagenschmiede. Wir stehen für kompromisslos gute Sportwagen, die man selbst fahren will – unabhängig von der Antriebsart.“

Porsche will Hierarchien und Bürokratie abbauen

Parallel dazu will der Hersteller seine Organisation verschlanken. Leiters kündigte an, Führungsstrukturen zu vereinfachen, Hierarchien abzubauen und Bürokratie zu reduzieren. Ziel sei es, das Unternehmen „schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher“ zu machen.

Auch für das laufende Jahr rechnet Porsche mit zusätzlichen Belastungen. Finanzchef Jochen Breckner erwartet weitere einmalige Effekte in dreistelliger Millionenhöhe, die aus der strategischen Neuausrichtung resultieren. Gleichzeitig bleiben geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und der schwierige Markt in China Faktoren, die das Geschäft beeinflussen könnten.

Trotz dieser Rahmenbedingungen rechnet das Unternehmen für 2026 mit einer Verbesserung der Profitabilität. Die operative Umsatzrendite soll laut Prognose in einer Bandbreite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen. Der erwartete Umsatz bewegt sich dabei weiterhin im Bereich von etwa 35 bis 36 Milliarden Euro. Auch beim Netto-Cashflow im Autogeschäft erwartet Porsche eine Verbesserung und stellt eine Marge zwischen drei und fünf Prozent in Aussicht.

Quelle: Porsche – Porsche stellt sich neu auf: „Schlanker, schneller und noch begehrlicher“ / Automobilwoche – Schwarze Null: Porsche-Gewinn bricht um 98 Prozent ein

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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