Bangen in Zuffenhausen: Porsche startet neue Sparrunde

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Porsche

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Sportwagenhersteller Porsche aus dem Stuttgarter Stadtbezirk Zuffenhausen steht vor einer schweren Zerreißprobe. Mit Blick auf ein dramatisch eingebrochenes operatives Ergebnis und massiven Belastungen aus Importzöllen, Batterieinvestitionen und dem schleppenden Markthochlauf der Elektromobilität hat der Konzern angekündigt, ein „neues Zukunftspaket“ aufzulegen. Im dritten Quartal machte Porsche fast eine Milliarde Euro Verlust und dürfte in diesem Jahr insgesamt nur einen sehr kleinen Gewinn erwirtschaften.

Geplant sind laut Stuttgarter Zeitung tiefe Einschnitte, zum Beispiel der Wegfall von Einmalzahlungen und Jubiläumsprämien, Kürzungen bei der Altersvorsorge, Verlagerung von Dienstleistungsbereichen sowie weniger Ausbildungsplätze – und möglicherweise weitere Entlassungen. Bislang gilt für etwa 23.000 Beschäftigte eine Standort- und Beschäftigungssicherung bis Mitte 2030, nach Ende dieser Frist könnten betriebsbedingte Kündigungen drohen. Allerdings könnte es sein, dass im Gegenzug zum Verzicht auf Prämien diese Frist auf 2035 verlängert werden könnte, schreibt die Automobilwoche.

Der Druck resultiert nicht nur aus internen Zahlen – das Umfeld für Hersteller wie Porsche hat sich verändert. Die Nachfrage nach Premium- und Luxusautos, insbesondere in wichtigen Märkten wie China und den USA, ist zurückgegangen. Zudem plagen die Branche geopolitische Krisen und Handelszölle. Vor allem aber: Der Markt für E-Autos wächst langsamer als gedacht, Zuliefererprobleme, hohe Batterie-Kosten und nicht zuletzt die politische und gesellschaftliche Stimmungslage behindern den Hochlauf. Doch Porsche hat hier viel investiert.

Wie fest klebt Porsche am Verbrenner?

Der Aufbruch hin zur Elektromobilität verläuft für Porsche also alles andere als erhofft. Global betrachtet wirken sich der schleppende Hochlauf von E-Autos, Unsicherheiten im Zuliefernetz und zusätzliche Kosten für Batterie-Aktivitäten sowie US-Importzölle stark belastend aus. Vor diesem Hintergrund erscheint Porsches Rückgriff auf Verbrenner und Plug-in-Hybride auf den ersten Blick wirtschaftlich nachvollziehbar: Mit dem neuen Sparpaket soll der Konzern kurzfristig den Spagat zwischen traditionellem Geschäft und zukunftsorientierter Elektromobilität schaffen. Der Ausgang ist aber ungewiss, denn viele Experten warnen davor, dass diese zweigleisige Ausrichtung viele europäische Hersteller mittelfristig an den Rand der Existenz bringen könnte, auch wenn der Weg kurzfristig erst einmal der bequemere ist.

Porsche befindet sich in einer Zwickmühle: Sparmaßnahmen sollen die Existenz sichern, doch sie sorgen vielleicht auf einen zusätzlichen Fokus auf alt bewärhte Verbrenner-Tugenden und kostet damit Innovation und Zukunftschancen. Ob ein neues „Zukunftspaket“ dem Sportwagenbauer tatsächlich helfen wird oder ihn im Gegenteil langfristig schwächt, hängt jetzt nicht nur von Verhandlungen und Kosten ab, sondern vor allem von der Bereitschaft, Zukunft nicht gegen, sondern mit der Elektromobilität zu gestalten, auch wenn dieser Markt aktuell noch nicht die Früchte trägt, die sich Porsche erhofft hatte. Und dann muss man noch der Versuchung widerstehen, daran zu glauben, dass die leere Hülse „hocheffiziente Verbrenner“ am Ende mit irgend einer Märchenerzählung mit Leben gefüllt wird…

Quelle: Automobilwoche – Porsche fordert Einschnitte von Mitarbeitern in der Zentrale

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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