Die Modellpalette von Porsche steht vor einer Erweiterung in einem Segment, das der Hersteller bislang nicht bedient hat. Intern unter dem Projektnamen K1 entwickelt das Unternehmen ein großes SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen. Ursprünglich war das Modell als eigenständiges Elektroauto vorgesehen. Inzwischen hat der Hersteller seine Strategie angepasst und plant zunächst Varianten mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybridtechnik. Die Markteinführung ist derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen.
Mit dem neuen Modell will der Sportwagenbauer eine Position im oberen SUV-Segment einnehmen. Dort treten Autos wie der BMW X7 oder der Mercedes-Benz GLS an. Das geplante Porsche-Modell soll in mehreren Innenraumkonfigurationen erhältlich sein. Vorgesehen sind Ausführungen mit vier, fünf oder sieben Sitzplätzen. Größe, technische Ausstattung und Leistung sollen das Auto klar oberhalb der bisherigen Baureihen der Marke platzieren.
Technisch entsteht das Projekt in enger Verbindung mit dem Konzernumfeld. Der neue Porsche teilt sich seine Basis mit dem kommenden Audi Q9 von Audi. Beide Modelle nutzen die sogenannte Premium Platform Combustion, eine Architektur des Volkswagen Group, die speziell für leistungsstarke Verbrenner und moderne Hybridantriebe entwickelt wurde. Innerhalb des Konzerns gilt diese Plattform als technisches Fundament für größere Premium-SUV der nächsten Generation.
Scalable Systems Platform verzögert sich aufgrund von Softwareentwicklung
Ein weiterer Hintergrund für die strategische Anpassung liegt in der technischen Entwicklung neuer Elektroarchitekturen. Das ursprünglich geplante Konzept basierte auf der sogenannten Scalable Systems Platform, kurz SSP. Diese Plattform befindet sich jedoch weiterhin in der Entwicklung, insbesondere bei der Software. Verzögerungen in diesem Bereich haben den Zeitplan verändert. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach reinen Elektroautos zuletzt in einigen Märkten abgeschwächt. Beobachter verweisen dabei unter anderem auf rückläufige Verkaufszahlen des Elektro-Sportwagens Taycan.
Vor diesem Hintergrund richtet Porsche den Fokus zunächst auf klassische Antriebe und elektrifizierte Varianten. Die Premium Platform Combustion ermöglicht verschiedene Motorenkonzepte. Geplant sind leistungsstarke V6- und V8-Benziner, kombiniert mit einer neuen Generation von Plug-in-Hybridsystemen. Als technische Grundlage gelten bekannte Triebwerke aus dem Konzern. Dazu gehört ein 3,0-Liter-Sechszylinder ebenso wie ein 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern.
Bei der Leistung wird eine ähnliche Bandbreite erwartet wie beim kleineren SUV der Marke, dem Porsche Cayenne. Dort reicht das Angebot derzeit von rund 348 bis zu 730 PS Systemleistung in den stärksten Hybridvarianten. Vergleichbare Abstufungen könnten auch beim neuen Modell entstehen, um unterschiedliche Leistungsniveaus und Ausstattungsvarianten abzudecken.
Porsche K1 soll in Bratislava vom Band laufen – nicht in Leipzig
Trotz der Umstellung auf Verbrenner- und Hybridantriebe bleibt ein elektrisches Modell Teil der langfristigen Planung. Der Hersteller hat bestätigt, dass eine batterieelektrische Version des großen SUV weiterhin vorgesehen ist. Wann diese Variante auf den Markt kommt, hängt unter anderem vom Fortschritt der neuen Elektroplattform ab. Die Markteinführung der ersten Modelle mit Verbrennungsmotor ist zeitlich eng mit dem Audi-Projekt verbunden. Brancheninformationen zufolge soll der Q9 bereits im kommenden Jahr vorgestellt werden. Das Porsche-Modell könnte etwa zwölf Monate später folgen.
Auch bei der Produktion setzt der Konzern auf gemeinsame Strukturen. Das neue Modell soll im Werk Bratislava in der Slowakei gebaut werden. Dort entstehen bereits mehrere große SUV des Volkswagen-Konzerns. Zusätzlich wird in dieser Fabrik auch die elektrische Variante des Cayenne produziert. Diese bestehende Infrastruktur könnte später auch für eine batterieelektrische Version des neuen Porsche genutzt werden. Ursprünglich war vorgesehen, das Elektroauto im Werk Leipzig zu fertigen. Steigende Produktionskosten in Deutschland haben jedoch zu einer Neubewertung der Pläne geführt. Eine Produktion in Bratislava gilt als wirtschaftlich günstiger und würde die Fertigung innerhalb des Konzerns bündeln.
Quelle: Autocar.co.uk – Porsche ‚K1‘ luxury SUV to be Audi Q9 twin with V6 and V8 power








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