Porsche: Taycan und Panamera könnten verschmelzen

Porsche: Taycan und Panamera könnten verschmelzen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Modellpalette beschäftigt den Sportwagenhersteller Porsche seit einiger Zeit. Hintergrund sind sinkende Absatzzahlen in wichtigen Märkten sowie hohe Entwicklungskosten für neue Plattformen und Antriebstechnologien. Vor diesem Kontext prüft das Unternehmen nun offenbar eine grundlegende Veränderung im Segment seiner großen Limousinen: Die bislang getrennten Baureihen Taycan und Panamera könnten langfristig zu einer gemeinsamen Modelllinie zusammengeführt werden.

Ausgangspunkt der Überlegungen sind umfassende Sparmaßnahmen, die der neue Porsche-Chef Michael Leiters vorantreibt. Nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr und steigenden Ausgaben für neue Technologien richtet der Hersteller seine Investitionen neu aus. Besonders im Fokus steht dabei die Entwicklung zukünftiger Modellgenerationen, deren Kosten zunehmend die Profitabilität belasten. Eine mögliche Zusammenlegung der beiden Baureihen würde sich in diese Strategie einfügen, weil sich Entwicklungsprogramme, Komponenten und Produktionsprozesse stärker bündeln ließen.

Zwei Limousinen mit ähnlicher Zielgruppe, aber anderer Technik

Derzeit stehen Taycan und Panamera nebeneinander im Portfolio des Herstellers. Beide Autos gehören zur Klasse leistungsstarker viertüriger Limousinen und sprechen ähnliche Kundengruppen an. Trotz dieser Überschneidung unterscheiden sich ihre technischen Grundlagen deutlich. Während der Panamera mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybridantrieben angeboten wird, setzt der Taycan vollständig auf einen elektrischen Antrieb. Auch konstruktiv gehen beide Modelle unterschiedliche Wege.

Die aktuelle Generation des Panamera basiert auf der sogenannten MSB-Architektur, die auch beim Bentley Continental GT eingesetzt wird. Für eine künftige Generation plant Porsche den Wechsel auf die modernere PPC-Plattform. Beim Taycan wiederum bildet die elektrische J1-Architektur die technische Basis, die sich der Sportwagen mit dem Audi E-tron GT teilt. Eine ursprünglich geplante Nachfolgeplattform, bekannt als SSP Sport, gilt inzwischen als verzögert. Diese Entwicklungen erhöhen den Druck auf das Unternehmen, parallele Entwicklungsprogramme kritisch zu prüfen.

Innerhalb des Konzerns wächst deshalb die Frage, ob es langfristig sinnvoll ist, zwei technisch unabhängige Modellreihen im gleichen Segment zu betreiben. Branchenkreise berichten, dass Porsche derzeit untersucht, wie sich Bauteile, Systeme und Entwicklungsarbeit stärker gemeinsam nutzen lassen. Denkbar wäre eine Modellfamilie, die mehrere Antriebskonzepte umfasst – von klassischen Verbrennungsmotoren über Plug-in-Hybridlösungen bis hin zu rein elektrischen Varianten.

Strategie ähnelt bereits bekannten Lösungen anderer Baureihen

Ein solches Konzept wäre für Porsche nicht völlig neu. Bereits heute verfolgt der Hersteller eine ähnliche Strategie bei anderen Baureihen. So wird der Macan in einigen Märkten weiterhin mit Verbrennungsmotor angeboten, während parallel eine elektrische Variante eingeführt wurde. Auch beim Cayenne arbeitet das Unternehmen mit unterschiedlichen technischen Grundlagen innerhalb einer gemeinsamen Modellbezeichnung.

Die technischen Unterschiede zwischen Panamera und Taycan gelten dabei nicht zwingend als Hindernis für eine Annäherung. Beide Autos bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung. Der Radstand des Panamera liegt derzeit bei rund 2950 Millimetern, während der Taycan etwa 2900 Millimeter misst. Diese Differenz ist zwar konstruktiv relevant, könnte jedoch durch flexible Plattformlösungen ausgeglichen werden, wenn ein neues Modell von Beginn an für mehrere technische Varianten ausgelegt wird.

Neben technischen Fragen spielen finanzielle Aspekte eine zentrale Rolle. Porsche hat bereits Abschreibungen in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro verbucht, die unter anderem mit Verzögerungen bei neuen Plattformprojekten zusammenhängen. Gleichzeitig warnte das Unternehmen Investoren vor sinkenden Gewinnmargen, während die langfristige Elektrifizierungsstrategie überarbeitet wird. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Konsolidierung der Modellpalette für Beobachter als möglicher Weg, Entwicklungsaufwand zu reduzieren.

Quelle: Autocar.co.uk – Porsche mulls merging Taycan and Panamera into single model

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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