Mercedes CLA kommt 2025: Zurück in die Spur

Mercedes CLA kommt 2025: Zurück in die Spur
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Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
  —  Lesedauer 4 min

Es läuft derzeit alles andere als rund bei Mercedes, schon gar nicht bei den Elektromodellen. Gerade das luxuriöse Doppelpack aus EQS und EQE steht wie Blei bei vielen Händlern. Eine Rückkehr in die Erfolgsspur soll nun die Familie rund um den Mercedes CLA bringen.

Der Druck ist groß im Hause Mercedes. Der Aufsichtsrat unter seinem neuem Vorsitzenden Dr. Martin Brudermüller hat jüngst den Vorstand umgekrempelt und bei den vollzogenen personellen Veränderungen wird es auf lange Sicht wohl kaum bleiben; insbesondere, wenn es 2025 keinerlei Trendwende bei Verkaufszahlen, Ertrag und Elektrostrategie gibt.

Entsprechend groß sind die Erwartungen an den neuen Mercedes CLA als erstes Elektroauto, das die Schwaben auf der eigens entwickelten MMA-Plattform herausbringen. Der CLA wird mittelfristig das neue Einstiegsmodell von Mercedes sein, da A- und B-Klasse keine Nachfolger bekommen. CLA – das bedeutet modernste Elektrotechnik zum Einstandspreis von knapp 55.000 Euro. Das wird es nicht allein in Europa, sondern auch den Vereinigten Staaten und speziell in China schwer machen, denn der elektrische Kernwettbewerber Tesla Model 3 startet bei rund 40.000 Euro – zwar einige Jahre mehr auf Buckel, aber bei kaum schlechteren Reichweiten und Leistungsdaten.

Ursprünglich sollten der Mercedes CLA und die weiteren drei Modelle auf der neuen Mercedes Modular Architecture Plattform (CLA Shooting Brake, GLA und GLB) allein als Elektroautos kommen. Doch als die Elektroverkäufe auf vielen Märkten stockten, entschied man sich, den CLA und seine Brüder alternativ auch als Hybridversionen anzubieten. Das dürfte sich ab Mitte kommenden Jahres, wenn der CLA mit einiger Verspätung auf die internationalen Märkte rollt, auszahlen. Nur ein Elektroantrieb allein scheint in den kommenden Jahren ein gemeinhin unkalkulierbares Risiko.

Daher folgt Mercedes in Ansätzen nun dem BMW-Weg und der Kunde kann entscheiden, wie das eigene Auto angetrieben sein möchte. Effiziente Diesel oder reichweitenstarke Plug-in-Hybride wird es bei den kleinen Mercedes-Modellen im Unterschied zu den Kernwettbewerbern Audi oder BMW zukünftig jedoch nicht mehr geben. Der elektrische Mercedes CLA soll wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb zukünftig insbesondere das Tesla Model 3 und die deutschen Wettbewerber der neuen E-Generationen Audi A4 und BMW i3 ins Visier nehmen.

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Große Teile der Technik wurden mit der Innovationsstudie des Mercedes Vision EQXX entwickelt. Die Serienmodelle werden in der Basis über einen 200 kW (272 PS) starken Hinterradantrieb verfügen, während die stärkeren Versionen zudem mit einer 80 kW (109 PS) starken Elektrovorderachse ausgestattet sind. Das vordere E-Modul arbeitet jedoch nur abhängig vom Fahrprogramm, bei besonders großen Leistungsabfragen oder bei Traktionsproblemen. Sonst wird die Vorderachse in Sekundenbruchteilen abgeschaltet. Die CLA-Höchstgeschwindigkeit liegt mit maximal 210 km/h jedoch deutlich unter der des Tesla Model 3, das bis zu Tempo 250 schnell ist.

Besonders stolz sind die Entwickler darauf, dass man einen besonders leistungsfähigen Siliziumkarbid-Wechselrichter in die Einstiegsklasse bringen konnte. Die neue Technikplattform mit 800-Volt-Bordnetz erlaubt Ladegeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilowatt – derzeit ist selbst bei der Topversion des Mercedes EQS bei rund 200 kW Ende und auch Tesla bietet sein erfolgreiches Doppel aus Model 3 / Model Y aktuell nur mir maximal 250 kW an. Der Mercedes CLA und seine Familienmitglieder sollen an einem Hypercharger in zehn Minuten bis zu 300 Kilometer nachtanken können. Der Normverbrauch des Mercedes CLA soll bei rund 12 kWh / 100 Kilometern liegen und mit dem 85 kWh Batteriepaket so Reichweiten von 750 Kilometern ermöglichen. Die Einstiegsversionen müssen mit einem kleinen 58-kWh-Batteiepaket auskommen.

CLA-Verbrennermodelle kommen erst Anfang 2026

Die CLA-Verbrennermodelle rollen erst Anfang 2026 zum Kunden – mehr als ein halbes Jahr später als die Elektroversionen. Optisch werden sich Benziner und Elektromodell nicht nennenswert unterscheiden. Um die elektrischen Plattformvorteile der neuen MMA-Basis nicht zu zerstören, wurde bei den Verbrennern insbesondere der Vorderwagen modifiziert. So kommt statt dem Frunk ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Benziner unter die Haube, der von Mercedes entwickelt wurde und zusammen mit Kooperationspartner Geely hergestellt wird.

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Der 1,5 Liter große Turbomotor ist zum Start in drei Leistungsstufen von 100 kW / 136 PS, 120 kW / 163 PS und 140 kW / 190 PS zu bekommen. Die Verbrennerleistung wird Dank 48-Volt-Bordnetz um einen Elektromotor erweitert, der weitere 20 kW / 27 PS beisteuert und für eine maximale Rekuperation und rein elektrisches Fahren auf Strecken bis zu vier Kilometern Länge in der Innenstadt ermöglichen soll. Wichtiger als die reine Elektrostrecke ist jedoch die Verbrauchsreduzierung, die sich im Zusammenspiel mit dem achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe besonders im Realbetrieb und nicht allein auf dem Prüfstand für den Kunden bemerkbar machen soll.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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