Mercedes VLE: Neuer Luxus-Van vor dem Marktstart

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Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Während die Mercedes S-Klasse nur eine gründliche Modellpflege bekam, sieht es bei der V-Klasse ganz anders aus. Der Nachfolger, der im März seine offizielle Premiere feiert, heißt zukünftig VLE. Wir waren bei den letzten Erprobungskilometern am Polarkreis und in Südafrika dabei.

Keine Frage – dieser Van wird das Segment neu definieren. Denn während die Konkurrenz in den vergangenen Jahren in erster Linie auf Kosten und Plattformen achtete, geht Mercedes in die Vollen. Das drückt nicht allein der neue Name aus, denn aus der V-Klasse wird nicht allein der VLE, sondern es wird eine Luxusversion VLS geben und mit Blick auf den so wichtigen Markt in China ist auch eine edle Maybach-Version längst beschlossene Sache. Auf der anderen Seite wird es auf gleicher Plattform eine neue Generation von Nutzfahrzeugen geben, die optisch nichts mit VLE und VLS gemein hat, sich jedoch eine Plattform teilt.

Schließlich will Mercedes auch bei den Luxus-Vans erstmals in China, den USA und Kanada erfolgreich sein. Und da ist es wichtig, dass sich ein solcher Nobel-Großraumtransporter nicht wie ein Nutzfahrzeug anfühlt. „Das würden die Kunden in China nicht akzeptieren“, erklärt Entwicklungschef Dr. Andreas Zygan und verweist auf die Tatsache, dass im Reich der Mitte Tuner die V-Klasse aufpeppen und dann teuer verkaufen. Dieses Geschäft wollen die schwäbischen Cleverles natürlich selbst mitnehmen.

Der erste Schuss muss sitzen und so geht Mercedes beim neuen VLE als Van für den Personentransport in die Vollen. Bereits der VLE ist schick und edel – keine Gemeinsamkeiten mehr mit dem aktuellen Modell, der die Schwaben bereits gegen den damaligen VW T6 in Führung brachte. Doch war es hier unter dem damaligen Van-Chef Volker Morningweg ein behutsames Überholen, pulverisiert Mercedes nunmehr den Wettbewerber aus Hannover, der mit dem Dreierpack aus VW T7, ID.Buzz sowie VW Transporter zuletzt einen eher undefinierten Eindruck machte und seine unangefochtene Vormachtstellung aufgab.

Sieben Tage die Woche für einen glaubwürdigen Neustart

Damit der neue Mercedes VLE beim Kunden einschlägt und als echter Neustart wahrgenommen wird, der endlich auch gegen die so erfolgreichen Luxusvans aus Asien von Toyota, Li Auto oder Lexus eine Chance hat, hat das Entwicklungsteam unter Dr. Andreas Zygan sieben Tage die Woche volles Programm. Daher soll sich der noble Großraumtransporter nicht wie ein Nutzfahrzeug anfühlen. „Das würden die Kunden in China nicht akzeptieren“, sagt Zygan.

Dafür gibt es kurz vor dem Marktstart nochmals finale Tests in Eis und Schnee am Polarkreis auf der einen Seite und eine finale Heißlanderprobung am anderen Ende der Welt in der Nähe von Kapstadt. 42 Grad Celsius am Kap der guten Hoffnung stehen rund minus 20 Grad im Norden von Schweden gegenüber. Das eine Team machte sich aus Stuttgart auf die mehr als 2500 Kilometer lange Strecke in den eisigen Winter, während das andere Entwicklungsteam im Süden Afrikas unterwegs ist.

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Das Quartett, das den noch stark getarnten Mercedes VLE hier im Großraum und der Innenstadt von Kapstadt final abstimmt, hat nicht allein die Ladeerprobung unter den schwierigen Rahmenbedingungen auf dem vollen Tagesplan. Klimaanlagen, Türdichtungen, Fahrwerk und Elektronik – die jeweils rund 3200 Erprobungskilometern im Süden des Kontinents werden durch Hitze, Sand und waschbrettartige Schotterpisten zur Marterprobe für die Prototypen.

Der Mercedes VLE / VLS startet auf der neuen Plattform Van.ea zunächst als Elektroversion, somit bleibt die V-Klasse zunächst im Programm, bis der VLE im kommenden Jahr auch als Verbrenner nachgelegt wird. Nachdem die Umbauarbeiten im spanischen Werk Vitoria aufgeschlossen sind, laufen die Vorbereitungen für die Serienproduktion auf Hochtouren. „Der neue VLE ist das erste Fahrzeug unserer neuen, modularen und hochflexiblen Van Architektur“, erläutert Thomas Klein, Leiter der Van-Abteilung von Mercedes, „in Rekordzeit haben wir den VLE von den ersten Konzeptüberlegungen zur Serienreife gebracht. Wir haben dazu im gesamten Entwicklungsprozess konsequent innovative, digitale Methoden genutzt und dabei signifikante Effizienzen geschaffen.“

Werk Vitoria wird zum Zentrum der neuen Van-Generation

Das Werk Vitoria produziert aktuell flexibel nach Kundennachfrage den vollelektrischen VLE, die V-Klasse sowie Vito und eVito. Das Werk, im Nordwesten Spaniens gelegen, feierte vor knapp zwei Jahren sein 70-jähriges Bestehen. Heute ist auf dem 870.000 Quadratmeter großen Areal eine Produktionsfläche von 665.000 Quadratmetern angesiedelt. Mit dem vollelektrischen Zwillingspaar aus VLE und VLS hat Mercedes viel vor.

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Beide sollen mit dem Fahrverhalten und dem Handling eines Crossovers / Kombis die Vielseitigkeit sowie Raumangebot eines Vans verbinden. Mitte des Jahres wird das Van-Doppelpack beginnend mit dem VLE auf die Märkte rollen und die neue Elektroplattform mit technischen Finessen wie 800-Volt-Technik, über 500 Kilometer Reichweite und Allradlenkung schrittweise einführen. Bis zu 400 kW Motorleistung, Allradantrieb und Fahrerassistenzsysteme von morgen sind fest eingeplant. Später folgt die Nutzfahrzeugversion ohne Chromzierrat, zu der es ergänzend bis auf weiteres auch den bisherigen Sprinter mit Verbrennerantrieb auf alter Plattform geben soll. Dieser wurde erst 2024 aufgefrischt und soll mit seinen Dieseltriebwerken auch weiterhin eine nennenswerte Rolle im Portfolio der Van-Sparte spielen.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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