Mercedes-Benz gab vor wenigen Tagen in einer Pressemitteilung Informationen zum vergangenen Geschäftsjahr bekannt. Nachdem bereits die Jahresergebnisse, die im Januar veröffentlicht wurden, durchwachsen waren, könnte die Gewinnmarge der Automobilsparte in diesem Jahr weiter sinken. Bestenfalls bleiben die Margen 2026 stabil.
Mercedes-Benz hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Gewinnmargen in seinem Kerngeschäft Automobilbau verzeichnet. 2025 hat der deutsche Hersteller für Luxusautos nach eigenen Angaben vor allem mit hohen Kosten durch Wechselkurseffekte, den schwierigen chinesischen Markt und globale Zölle zu tun gehabt, wodurch das operative Ergebnis 2025 die Prognose verfehlt hat und um 57 Prozent gesunken ist. Die Politik in den USA hat dazu beigetragen, dass Mercedes und die Automobilindustrie dort große Verluste verzeichneten.
Um diese Ergebnisse in Zukunft zu verbessern, setzt das deutsche Unternehmen seine Hoffnungen weiterhin auf die Einführung neuer Produkte. Damit sollen die Kundschaft in China und schwindende Margen zurückgewonnen werden. „Die Markteinführung von mehr als 40 neuen Modellen in nur drei Jahren wird nochmals beschleunigt“, so CEO Ola Källenius. „Mit einem klaren Plan und einem sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio treiben wir unsere Transformation konsequent voran.“ Außerdem seien die neuen, elektrischen Modelle CLA, GLC und die neue S-Klasse stark nachgefragt. Källenius zufolge habe Mercedes nun die größte Produkteinführungsoffensive in der Geschichte des Unternehmens gestartet.
Das Unternehmen werde sich grundlegend neu erfinden, so Källenius, nachdem der Sanierungsplan des Konzerns vorgestellt wurde. Die Ergebnisse für 2025 sind schlechter ausgefallen als erwartet, denn im vergangenen Jahr lag die Marge bei 5 Prozent und damit unter der Prognose der Analysten von 5,4 Prozent. Analysten hatten ein Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro erwartet. Auf Konzernebene halbierte sich der Jahresüberschuss auf 5,8 Milliarden Euro in einem Jahr.
Für 2026 prognostiziert Mercedes eine bereinigte Umsatzrendite in seiner Kernsparte Pkw zwischen 3 und 5 Prozent sowie einen deutlichen Anstieg des Betriebsgewinns. Umfassende Entlassungen haben das Unternehmen im letzten Jahr knapp 1,6 Milliarden Euro gekostet. Mercedes versucht seit 2025, seine Fixkosten durch Stellenabbau zu senken und gleichzeitig die Kapazitäten in günstigeren Ländern zu verdoppeln. Dies geschieht innerhalb Europas beispielsweise durch den Ausbau des Werks im ungarischen Kecskemet. Mittelfristig plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren wieder eine Gewinnmarge von 8 bis 10 Prozent in der Automobilsparte zu erreichen. Außerdem wolle Mercedes den Anteil von Fahrzeugen mit erneuerbaren Antrieben verdoppeln.
China wird als weltweit größter Automobilmarkt weiterhin sowohl von zentraler Bedeutung als auch eine Herausforderung für Mercedes bleiben. Auch andere deutsche Automarken, wie BMW oder Volkswagen, versuchen sich dort gegen die lokale Konkurrenz durchzusetzen. Nach einem Rückgang von 19 Prozent im Vorjahr werden die Autoverkäufe von Mercedes in China laut Finanzchef Harald Wilhelm im Jahr 2026 voraussichtlich weiter sinken.
Quelle: Reuters – Mercedes flags more margin pressure ahead, tough road in China / Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 12. Februar 2026








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