Daimler Buses baut in München Ladestationen für E-Bus-Fernverkehr auf

Daimler Buses baut in München Ladestationen für E-Bus-Fernverkehr auf
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Daimler Buses

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Daimler Buses will sein Geschäft mit Elektrobussen auch auf die Langstrecke bringen, und geht dafür in Vorleistung – mit dem Aufbau eines eigenen Ladenetzes für E-Busse: Dafür entstehen nun auch auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in München bis Ende 2026 vier öffentliche Ladesäulen. Das Unternehmen hat dafür mit dem Real-Asset- und Investment-Manager Wealthcap, als Eigentümervertreterin des ZOB in München, einen Vertrag geschlossen, so Daimler Buses in einer aktuellen Mitteilung.

Daimler Buses hatte bereits im vergangenen Oktober erste öffentliche E-Bus-Ladesäulen im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Stadt Köln angekündigt. Ziel ist es, weitere Ladepunkte an hochfrequentierten touristischen Standorten in Europa aufzubauen. Die Umsetzung erfolgt über die Daimler Buses Solutions GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Daimler Buses.

E-Busse können am ZOB München genau dort laden, wo sie ohnehin halten. Der Fahrplan bleibt unverändert, die Ladezeit integriert sich nahtlos in die reguläre Standzeit“, erklärt Steffen Germ, CEO Daimler Buses Solutions. Das mache den Einsatz vollelektrischer Busse „im Fern- und Überlandverkehr wesentlich einfacher.“

Daimler Buses will mit dem Aufbau eigener Ladesäulen dazu beitragen, die öffentliche Ladeinfrastruktur für seinen ersten elektrischen Überlandbus, den Mercedes-Benz eIntouro, weiter zu verbessern. Das Fahrzeug eignet sich neben Verbindungen zwischen Stadt und Land auch für kleinere Reisen – dem aktuell sinnvollsten Einsatzszenario für E‑Busse außerhalb des urbanen ÖPNV.

Aus Sicht von Daimler Buses dauert der Aufbau der notwendigen öffentlichen Ladeinfrastruktur jedoch zu lange. Die eigenen Ladesäulen sollen einen wichtigen Impuls geben. Der Mercedes-Benz eIntouro ist seit Frühjahr 2025 bestellbar, die Auslieferung der ersten Kundenfahrzeuge soll im zweiten Halbjahr 2026 starten.

Schnellladen während der ohnehin notwendigen Standzeiten

Die geplanten Ladesäulen am ZOB München bieten eine Leistung von bis zu 600 kW und ermöglichen damit sehr schnelles Laden. Busunternehmen sollen hier ihre E-Busse markenunabhängig mit grünem Strom aufladen können. Die ohnehin notwendigen Standzeiten der Busse am Busbahnhof – zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste, Ticketkontrolle oder Gepäckhandling – können künftig gleichzeitig zum Nachladen der Batterien genutzt werden. Damit entfallen für Busunternehmen zusätzliche Ladepausen oder Umwege.

Insgesamt sind vier Ladesäulen vorgesehen, zwei davon sollen bereits im Lauf des Jahres 2026 realisiert werden. Die Bauarbeiten im zweiten Quartal 2026 umfassen Tiefbauarbeiten, die Verlegung von Starkstromkabeln, die Installation des Transformators sowie das Setzen der Ladesäulenfundamente.

Daimler Buses Solutions arbeitet bei den Baumaßnahmen eng mit erfahrenen Unternehmen zusammen. Das Tochterunternehmen finanziert die Ladesäulen sowie den Betrieb selbst. Die Refinanzierung erfolgt über den Verkauf des Stroms. Nach der Inbetriebnahme übernimmt Daimler Buses Solutions mit einem eigenen Serviceteam die Wartung und den technischen Betrieb. Grundstückseigentümer profitieren so von einer Ladeinfrastruktur aus einer Hand – ganz ohne eigene Investitionen oder größeren Aufwand.

Die Elektro-Roadmap von Daimler Buses

Daimler Buses hat laut eigener Aussage eine klare E-Roadmap für die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge über alle Segmente hinweg. Dabei setzt Daimler Buses analog der Doppelstrategie des Mutterkonzerns Daimler Truck sowohl auf batterieelektrische als auch auf wasserstoffbasierte Technologien. Der rein batterieelektrisch angetriebene Stadtbus Mercedes-Benz eCitaro ist bereits seit 2018 in Serie. Seit 2023 wird das Fahrzeug auch mit einer wasserstoff-basierten Brennstoffzelle als Range-Extender angeboten. Ab 2026 soll der batterieelektrisch angetriebene Überlandbus Mercedes-Benz eIntouro folgen.

Daimler Buses plant zudem bis zum Ende der Dekade batterieelektrisch angetriebene Reisebusse im Portfolio zu haben, Brennstoffzellen-Reisebusse sollen dann in einem nächsten Schritt in Serie gehen. Damit will Daimler Buses bis zum Jahr 2030 in jedem Segment lokal CO2-freie Modelle anbieten. Der Fokus liegt zunächst auf den Kernmärkten, insbesondere in Europa.

Quelle: Daimler Buses – Pressemitteilung vom 11.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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