Auch Ford rudert mit E-Auto-Strategie in Europa zurück

Auch Ford rudert mit E-Auto-Strategie in Europa zurück
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Daniel Krenzer
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Eigentlich wollte der US-amerikanische Automobilhersteller Ford in Europa schon 2030 eine rein elektrische Automarke sein – und somit fünf Jahre früher als eigentlich von der EU mit dem Green Deal angestrebt. Doch nicht zuletzt, weil die Politik eine Fokussierung auf batterieelektrische Antriebe zunehmend infrage stellt und vor allem konservative Kräfte vermeintlich technologieoffen mitunter unrealistische Hoffnungen auf eine Zukunft des Verbrennungsmotors schüren, ging das Kaufinteresse an Elektroautos zuletzt zurück. Ford zieht daraus nun Konsequenzen und setzt zumindest vorerst auch wieder mehr auf Hybridmodelle anstatt nur auf vollelektrische Fahrzeuge.

Fords Elektromobilitäts-Verantwortlicher in Europa, Marin Gjaja, sagte zum britischen Fachmagazin Autocar, dass die ursprünglichen Pläne wohl zu ehrgeizig gewesen seien. Dies zeige das Verhalten der Kunden, die noch lange nicht in dem Maße Elektroautos kaufe, wie das die Branche sich erhofft hatte. Die Realität bringe Ford nun dazu, die Pläne anzupassen. Zuletzt hatte Ford deutlich weniger Fahrzeuge mit Stecker (Elektro und Plug-in-Hybrid) verkauft, dafür jedoch mehr Vollhybride als im Vorjahr.

„Wir sehen nicht, dass es eine gute Entscheidung für unser Unternehmen und vor allem für unsere Kunden ist, bis 2030 komplett auf Elektroautos umzusteigen“, sagte Gjaja. InsideEVs stellt in einem Artikel dazu treffend fest: „Das ist eine Geschichte, die wir in letzter Zeit oft gehört haben. Der in Amerika ansässige Automobilhersteller folgt damit Volkswagen, Kia, Genesis und General Motors, die alle planen, in den kommenden Jahren mehr Hybrid- und Plug-in-Hybridmodelle auf den Markt zu bringen, anstatt ehrgeizige Pläne für reine Elektroautos zu verfolgen.“

Der neue Kurs von Ford heißt aber nicht, dass sich der Fokus von Elektroantrieben zurück auf Verbrennungsmotoren verschiebt. Mit dem Auslaufen des Ford Focus im kommenden Jahr bietet der US-amerikanische Autohersteller in Europa nur noch vier Modelle mit klassischen Verbrennungsmotoren an, und zwar den Tourneo, den Mustang, den Puma und den Kuga. Deren Marktpräsenz könnte nun mit einer neuen Hybridplattform verlängert werden, ein Start könnte 2027 im neuen Kuga erfolgen. Dennoch wächst die elektrische Modellpalette weiter. So wird der Explorer inzwischen in Köln in Kooperation mit VW als batterieelektrisches Fahrzeug gefertigt, und der neue Ford Capri wurde jüngst ebenfalls als reines Elektroauto neu vorgestellt.

Quelle: Autocar – „Ford: going all-electric in Europe by 2030 was „too ambitious“; InsideEVs – „Ford Backs Off EV-Only Strategy In Europe By 2030: ‘It Was Too Ambitious’“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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