Freie Werkstätten uneins über Elektromobilität

Freie Werkstätten uneins über Elektromobilität
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Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Wir Elektroautofahrer erfreuen uns ja an unseren emissionsfreien Untersätzen, doch auch Elektroautos müssen irgendwann mal gewartet werden. Und nicht jeder will in eine Marken-Werkstatt. Aber wie sehen denn die freien Werkstätten die Elektromobilität? Fluch oder Segen? Das hat die Initiative „Qualität ist Mehrwert“ der Kfz-Werkstätten in einer Umfrage erhoben, mit überraschenden Ergebnissen!

Die Initiative hat erhoben, wie sich denn das Reparatur- und Wartungsaufkommen von Elektro- und Hybridfahrzeugen im Vergleich zu 2019 entwickelt hat und wie die freien Werkstätten die Zukunft sehen. Nur 59 Prozent der befragten Werkstätten sind für die Reparatur von Elektrofahrzeugen überhaupt qualifiziert. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2019 erstaunlicherweise nicht verändert, obwohl die Elektromobilität gerade in den letzten drei Jahren stark geboomt hat. Die restlichen 41 Prozent sehen entweder keine Notwendigkeit, Know-How in diesem Bereich aufzubauen, oder konnten die Weiterbildung aufgrund von begrenzten Ressourcen bisher noch nicht in Angriff nehmen.

20 Prozent der Befragten verweigern sich der Elektromobilität aber weiterhin. Der Marktanteil sei noch zu gering (durchschnittlich 16 Prozent der Kundenfahrzeuge in freien Werkstätten haben keinen Verbrennungsmotor), die eigene Arbeitszeit begrenzt oder die E-Mobilität nur ein vorübergehendes Phänomen. Nur noch 67 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich elektrische Antriebe durchsetzen werden. 2019 waren noch 82 Prozent dieser Meinung! Den alternativen Kraftstoffen wird offenbar ein immer größer werdendes Potential zugeschrieben.

Immerhin: 31 Prozent der Befragten erhoffen sich durch die Elektromobilität zusätzliche Ertragschancen. 2019 glaubten das nur 7 Prozent. Zwei Drittel der Befragten erwarten jedoch einen sinkenden Arbeitsaufwand. Auch der Servicegedanke greift: bereits 28 Prozent verfügen über eine Ladesäule auf dem eigenen Gelände, das sind 18 Prozent mehr als noch 2019. Mehr als die Hälfte denkt zumindest darüber nach, eine Ladesäule zu installieren. Auch Werkzeug, Ausstattung und Fortbildung sind notwendig: 64 Prozent geben an, in den nächsten fünf Jahren entsprechende Investitionen zu planen.

Der Umstieg ist für viele nicht leicht: 39 Prozent der befragten Werkstätten geben an, Unterstützungsbedarf zu haben, vor allem hinsichtlich notwendiger Versicherungen, Entsorgungsmöglichkeiten und der Beschränkung der Reparaturmöglichkeit bei Batteriemietmodellen.

Quelle: ecomento.de – Umfrage: So sehen freie Werkstätten die Elektromobilität

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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