Chinesischer E-Auto-Hersteller NIO äußert Zweifel an eigener Zukunft

Chinesischer E-Auto-Hersteller NIO äußert Zweifel an eigener Zukunft
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Sebastian Henßler
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Im Januar 2020 musste das chinesische Start-Up NIO einen Dämpfer hinsichtlich Zulassungszahlen hinnehmen. Auch im Februar zeigt sich ein unverändertes Bild. Gepaart mit den Herausforderungen der Coronavirus-Krise führt dies zu erheblichen Zweifel, ob das Unternehmen weitergeführt werden kann – was seinerseits zu einem massiven Verlust der Aktie an der Börse führt. Eine Abwärtsspirale, könnte man meinen.

Lange Zeit als Tesla-Konkurrent aus China gehandelt, mit eigenem Schnellladenetzwerk, Akku-Tausch-Möglichkeiten – wenn es noch schneller gehen muss – und drei erfolgsversprechenden E-Modellen: NIO ES6, NIO ES8 und NIO ES3 sowie dem NIO EC6 in den Startlöcher, muss man langsam von dieser Rolle Abschied nehmen. Sinkende Nachfrage, reduzierte staatliche Subventionen und ein allgemeiner Rückgang in China bzw. Verteilung auf immer mehr E-Auto-Start-Ups sind nachvollziehbare Gründe dafür. Der Ausbruch des Coronavirus hat die Probleme des Unternehmens in diesem Jahr noch verschärft und die Produktion und Auslieferung der E-Autos unterbrochen.

NIOs Barbestand von 151,7 Millionen Dollar zum 31. Dezember 2019 reiche nicht aus, um das erforderliche Betriebskapital und die Liquidität für einen kontinuierlichen Betrieb in den nächsten 12 Monaten bereitzustellen, so das Unternehmen in seiner Erklärung Mitte der Woche. Um dies in den Griff zu bekommen unterzeichnete das Unternehmen ein Rahmenabkommen über eine strategische Zusammenarbeit mit der Stadtregierung von Hefei Ende Februar. Laut Nio-Gründer und Vorstandsvorsitzender William Bin Li arbeiten die Parteien derzeit noch an den „rechtsverbindlichen, endgültigen Dokumenten, die unterzeichnet werden sollen.“

Das Unternehmen hat außerdem im Februar und März mehrere Privatplatzierungen von Wandelanleihen mit einem Gesamtnennbetrag von 435 Millionen Dollar zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und Geschäftsentwicklung durchgeführt. Bis Ende Februar 2020 erreichten die kumulierten Auslieferungen des ES8 und des ES6 34.218 Fahrzeuge, von denen 2.305 Fahrzeuge im Jahr 2020 ausgeliefert wurden. Aktuell erwartet das Start-Up, dass im ersten Quartal nur zwischen 3.400 und 3.600 Fahrzeuge ausgeliefert werden.

„Mit Blick auf das Jahr 2020 sind wir zuversichtlich, dass wir die wettbewerbsfähigsten elektrischen SUVs in China produzieren werden, einschließlich ES6, des brandneuen ES8 und EC6, zusammen mit umfassenderen Batterie- und Energielösungen. Wir freuen uns, dass unsere wachsende Gemeinschaft ein wesentlicher Bestandteil unserer Marke und unseres Geschäftswachstums wird. Wir haben 59 Städte mit 22 NIO-Häusern und 62 NIO-Räumen in China abgedeckt, die unsere Marken- und Vertriebsbemühungen effizient unterstützen. Wir sind gut vorbereitet, um durch den Gegenwind zu gehen und im Jahr 2020 stärker zu werden.“ – William Bin Li, Gründer NIO

Quelle: Reuters – Chinese EV maker Nio raises doubts about its future // NIO – Pressemitteilung vom 18. März 2020

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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