Elektro-SUVs halten fast 60 Prozent Marktanteil im Jahr 2023

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im Jahr 2023 waren SUVs und Crossover-Fahrzeuge die klaren Sieger auf dem Markt für batterieelektrische Autos, da sie fast sechs von zehn Neuwagen in dieser Kategorie ausmachten. Trotz ihrer Popularität löst die Zunahme größerer und schwererer Autos, auch wenn sie emissionsfrei sind, nicht überall Begeisterung aus. Erinnern wir uns an die Strafsteuer und die erhöhten Parkgebühren für E-SUVs in Frankreich.

Spannender Fakt: Diese Maßnahme betrifft jedoch nicht alle Modelle; so wird unter anderem der Megane-E von Renault, der knapp unter dieser Grenze liegt, nicht zusätzlich belastet. Es besteht die Möglichkeit, dass andere europäische Städte diesem Beispiel folgen, um ihre Haushaltslücken zu schließen, sowie um gegen die Verknappung von Parkplätzen in den Städten vorgehen.

Im Segment der kleinsten Elektroautos, das als A- oder auch Basic-Segment bekannt ist, dominierte der Dacia Spring mit über 54 Prozent Marktanteil. Dieser Erfolg könnte jedoch durch den Wegfall französischer Subventionen gedämpft werden, da das Auto in China produziert und nach Europa importiert wird. Dies könnte insbesondere in Frankreich, wo fast 60 Prozent der Dacia Spring-Verkäufe getätigt wurden, zu einem Rückgang führen. Neben dem Spring waren es vor allem Smart-Modelle, der Renault Twingo und der VW e-Up! die den Absatz dieses Segments geprägt haben.

Im B- oder auch Small-Segment halten Stellantis und die Renault-Gruppe mit über 95 Prozent den größten Marktanteil. Frankreich ist dabei ein Schlüsselmarkt, da hier private Käufer aufgrund der großzügigen Subventionen für in Europa hergestellte Modelle einen großen Teil der Käufer ausmachen. Die Einführung des Renault 5 wird voraussichtlich Ende 2024 diesem Segment weiteren Auftrieb geben.

Das C-Segment, auch bekannt als Lower-Medium, zeigte eine starke Leistung des MG 4, der mit seinem Standardmodell, das eine LFP-Batterie verwendet, die Verkaufszahlen anführte. Trotz der harten Konkurrenz und Preisnachlässen bleibt dieses Segment dynamisch. Der VW ID.3 und Cupra Born profitieren in den vergangenen Wochen durch entsprechende Preisnachlässe. Dauerhaft sind Preisnachlässe in dieser Höhe allerdings nicht für die Unternehmen tragbar.

Anteil Segmente am E-Autoabsatz im Jahr 2023
Elektroauto-News.net / Anteil Segmente am E-Autoabsatz im Jahr 2023 in Prozent

In den höheren Segmenten, wie dem D-Segment (Upper Medium und Near-Executive) sowie dem E-Segment (Executive), spielen Elektroautos eine immer wichtigere Rolle, wobei Modelle wie der Hyundai Ioniq 6, VW ID.7, BYD Seal, Mercedes EQE und BMW i5 zu den Hauptakteuren gehören. Diese Autos richten sich insbesondere an Firmenkunden, die Wert auf hohe Qualität und Markenimage legen.

Das Luxussegment, das F-Segment, wird weiterhin von etablierten Namen wie Tesla, Porsche, Mercedes und BMW dominiert, wobei auch neue Akteure wie Lucid und Rolls-Royce Spectre auf den Markt kommen.

Anzahl Modelle am E-Automarkt im Jahr 2023
Elektroauto-News.net / Anzahl Modelle am E-Automarkt im Jahr 2023

Abschließend ist festzustellen, dass SUVs und Crossover-Modelle weiterhin einen großen Teil des Elektroauto-Marktes ausmachen, was auf eine anhaltende Nachfrage nach größerer und vielseitigerer Elektromobilität hindeutet. Die Einführung neuer Modelle und die Anpassung an Marktbedingungen werden entscheidend sein, um in diesem schnelllebigen Sektor erfolgreich zu sein. Ferner spricht der hohe Anteil an verschiedenen Modellen in diesem Segment für den Absatz am Markt.

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car – Market Intelligence Study – Full Year 2023

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Frank:

Ist es wirklich so verwunderlich, das SUVs
– bis jetzt konnte mir da immer noch niemand eine griffige Definition geben, welche Modelle da genau gemeint sind –
so erfolgreich sind?

Könnte es sein, dass die Dinger einfach

– praktisch sind,
– man leicht Ein- und Aussteigen kann,
– bei ein bisschen Wasser auf der Strasse die Kiste nicht gleich vollläuft
– bei Schnee nicht auf der erstbesten Schneewehe aufsetzt
– Gepäck oder auch mal der Einfkauf bei Hornbach spielend transportiert werden kann
– eine Heckklappe einfach viel logischer und praktischer als ein Kofferraumdeckel ist
– die passive Sicherheit unschlagbar ist
– das Preis/Leistungsverhältnis den meisten Leuten gefällt
– im Auto einfach mehr Platz ist
– die Uebersicht was auf der Strasse passiert besser ist – weil man höher sitzt
– etc. etc. etc.

Ich fahre selbst keinen SUV – aber ich verstehe warum viele Menschen diese Art von Fahrzeug bevorzugen.
Diese Menschen sind nicht doof!

Jakob Sperling:

Wenn dann mal alles SUV sind, vielleicht ausser ein paar Flundern, wird man merken, dass die Kategorie SUV doof ist.

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