ACC: CEO Vincent fordert strategische Investitionen

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Maria Glaser
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Das Unternehmen Automotive Cells Company (ACC) mit Sitz in Frankreich veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Pressemitteilung. Darin spricht der CEO des Batterieherstellers, Yann Vincent, sowohl öffentliche Behörden als auch private Innovatoren direkt an, um eine starke, europäische Batterieindustrie zu entwickeln. „Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, so die zentrale Message.

„Niemand kann die Unvermeidbarkeit des derzeitigen Wandels hin zu Elektroautos anzweifeln. Ebenso wenig kann jemand dessen Bedeutung für die Dekarbonisierung der individuellen Mobilität anzweifeln, in einer Zeit, in der uns der Planet ständig Warnsignale sendet“, so Vincent. Der Beweis für die Unumkehrbarkeit dieser Entwicklung zeige sich darin, dass man die Hindernisse für die Elektrifizierung von Fahrzeugen nach und nach beseitige. „Langsam, aber sicher: Ladeinfrastruktur, Kaufpreise insbesondere dank gezielter Maßnahmen (Verbraucher mit geringem Einkommen über Sozialleasing, Firmenflotten usw.), Transparenz bei europäischen Normen usw.“, erklärt der CEO.

Zugleich bedient Vincent die verbale Alarmglocke. „Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass sich die europäische Batterieindustrie an einem Wendepunkt ihrer jungen Geschichte befindet… und dies ist nun der Fall“, sagt der CEO mit Verweis auf den Draghi-Bericht aus dem Jahr 2024. Dessen Herausgeber und ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, beschreibt darin umfassende, notwendige Reformen für die europäische Wirtschaft. Vincent fordert nun konkret die Investitionen in strategische Sektoren, die auch von Draghi beschrieben werden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Konkurrenz aus China

Als europäischer Batteriehersteller befindet sich ACC in einem wirtschaftlichen Umfeld, das stark durch die Konkurrenz asiatischer Märkte geprägt ist, insbesondere aus China. Manche Expert:innen, darunter auch der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Prof. Moritz Schularick, haben eine eigenständige, europäische Massenproduktion für Elektroauto-Akkus gedanklich bereits weitgehend ad acta gelegt. So sagte Schularick im vergangenen Jahr, dass der Zug bereits abgefahren sei.

Die entscheidende Frage für ACC ist daher: „Wer wird die Batterien für europäische Autos herstellen? Asiatische Akteure, insbesondere chinesische Giganten, wie es bereits bei 99 Prozent von ihnen der Fall ist?“, so Vincent. Damit wären europäische Automobilhersteller strategisch von chinesischen Batteriegiganten abhängig, wie beispielsweise CATL oder BYD. Für Europa als Industriestandort wäre das auch eine politische Frage der Unabhängigkeit, die zudem eng verknüpft ist mit der Beschaffung und Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe.

Schwierigkeiten der aktuellen Zeit

Unter dieser Maßgabe positioniert der ACC-CEO Vincent sein Unternehmen, mit Stärken und Schwächen. Einen Punkt macht er deutlich: Es sei möglich ist, Batterien „Made in Europe” herzustellen. Lokalität wird dabei bei dem Unternehmen mit 2.300 Mitarbeitenden groß geschrieben, sodass das Unternehmen Lieferungen aus der Europäischen Union und insbesondere Frankreich bevorzugt.

Mehrere tausend Fahrzeuge, beispielsweise von Peugeot oder Opel, sind bereits mit ACC-Batterien ausgestattet, die als technologisch führend anerkannt worden seien. Die Produktion der Module sei der Pressemitteilung zufolge innerhalb von zwei Monaten verdoppelt worden und die Ausschussrate von Materialien oder Produkten, die aufgrund mangelhafter Qualität aussortiert werden müssen, sei gesunken. Je effizienter die Produktion, desto nachhaltiger.

Zugleich habe das Unternehmen ein ausgeprägtes Bewusstsein für die immensen Herausforderungen, so Vincent, um die langfristige Lebensfähigkeit der jungen europäischen Batterieindustrie zu sichern. Bei ACC lief es also in den letzten Jahren nicht immer rund. Die Gigafactory in Hauts-de-France liegt hinter dem Zeitplan und kostet mehr als erwartet.

Außerdem wächst der Markt für Elektromobilität langsamer als erwartet und der Wettbewerb aus China bringe Unsicherheit und Instabilität, was sich auf die europäischen Automobilhersteller auswirkt. Dazu gehören auch Kunden von ACC, wie beispielsweise Stellantis und Mercedes-Benz. „Die Elektrifizierung ihrer Modellpaletten schreitet zwar weiter voran, aber der sehr starke Voluntarismus der Jahre 2023 bis Mitte 2025 ist einer gewissen Form von Pragmatismus und sogar Vorsicht ihrerseits gewichen“, so Vincent. Diese Nervosität verzögere dem ACC-CEO zufolge die Umsetzung neuer mittel- bis langfristiger Projekte.

Abbruch des Projekts in Kaiserslautern

Während ACC einerseits die Produktion steigert und eine europäische Massenproduktion von Batterien anstrebt, wurde andererseits der vorgelagerte Teil des Unternehmens für Produkt- und Batterieentwicklung sowie Innovation zurückgefahren. Dieser Rückgang sei nur vorübergehend, jedoch ist damit ein Rückgang neuer Produkte absehbar.

Neue Gigafactories in Deutschland oder Italien sind dadurch derzeit nicht mehr haltbar. Die neuen Produkte der kommenden Jahre reichen dafür nicht aus, weshalb nun die Bedingungen für die Beendigung von ACC-Projekten in Kaiserslautern und Termoli diskutiert werden. Der Ausstieg aus Kaiserslautern wurde bereit einige Tage vor diesem Statement veröffentlicht und auch das Ende in Termoli wurde bereits diskutiert.

Quelle: ACC – Pressemitteilung vom 16. Februar 2026

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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