Übernimmt US-Unternehmen Lyten Northvolt-Fabrik bei Heide?

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Die geplante Batteriezellfabrik im schleswig-holsteinischen Norderwöhrden hat in dieser Woche gleich auf zwei Ebenen Fortschritte erzielt. Das Landesamt für Umwelt (LfU) des Landes Schleswig-Holstein erteilte der Northvolt Drei Project GmbH die erste Teilgenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz für den Bau der beantragten Produktionsgebäude. Parallel dazu wurden wichtige rechtlich-strukturelle Voraussetzungen erfüllt, die eine Übernahme des Projekts durch einen neuen Investor ermöglichen sollen – und ein Teil der eingesetzten Steuergelder ist bereits zurückgeflossen.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, wurden im Zuge des laufenden Übernahmeprozesses 153 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln gesichert und bereits zurückgezahlt. Die Summe teilt sich jeweils zur Hälfte auf den Bund und das Land Schleswig-Holstein auf. Northvolt hatte für das Projekt bei Heide von der staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten, für die Bund und Land gemeinsam bürgten. Rund 330 Millionen Euro davon wurden verbaut oder für den Kauf von Grundstücken und Maschinen eingesetzt.

Im Sommer sollen absehbar weitere bis zu 69 Millionen Euro an die KfW zurückfließen – im Rahmen einer solventen Liquidation der Northvolt Drei Projektgesellschaft. Voraussetzung dafür ist, dass die emissionsrechtliche Genehmigung des Landes für die Baustelle rechtskräftig wird. Auf einem Sperrkonto liegen zudem noch knapp 50 Millionen Euro, die nach dpa-Informationen jedoch bereits dafür vorgesehen sind, eine Insolvenz der deutschen Northvolt-Tochter zu verhindern.

US-Unternehmen Lyten zeigt konkretes Interesse an Northvolt Drei

Als potenzieller Käufer ist das US-amerikanische Unternehmen Lyten im Gespräch. Die Verhandlungen befinden sich laut Northvolt Drei in einem fortgeschrittenen Stadium. Lyten hat bereits die schwedischen und polnischen Aktivitäten der Northvolt Gruppe übernommen und kennt das Umfeld damit aus eigener Erfahrung. CEO Dan Cook besuchte zuletzt die Region Heide und Kiel, traf politische Vertreter:innen vor Ort sowie die Landesregierung und stellte Lytens Pläne für die Projektfortführung vor. Die Übernahmeverhandlungen werden eng durch den Bund, das Land Schleswig-Holstein und die KfW begleitet.

Der Bund hatte für die deutsche Northvolt-Tochter ein Restrukturierungsverfahren unterhalb der Insolvenzschwelle gewählt – das sogenannte Starug-Verfahren. Northvolt Drei war im Gegensatz zur schwedischen Muttergesellschaft nicht insolvent. Der Restrukturierungsplan ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums gerichtlich in letzter Instanz bestätigt. Aus dem Ministerium hieß es, die Sicherung und Rückführung nicht verwendeter Steuergelder habe „von Anfang an höchste Priorität“ gehabt.

Die Teilgenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz schafft unterdessen Planungssicherheit für das Vorhaben in Norderwöhrden und dem benachbarten Lohe-Rickelshof. Das LfU hat damit zugleich die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Gesamtprojekts bestätigt. Northvolt wollte im Norden eine Gigafabrik mit rund 3000 Arbeitsplätzen errichten. Ob Lyten diesen Umfang fortführt, hängt vom Ausgang der laufenden Verhandlungen ab.

Quelle: Northvolt Drei – Pressemitteilung / Handelsblatt – Bund sichert 153 Millionen Euro aus Northvolt-Insolvenz

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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