ACC-Batteriefabrik in Termoli steht wohl vor dem Aus

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Michael Neißendorfer
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Das Joint-Venture Automotive Cells Company (ACC), gegründet von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies, steht offenbar kurz vor der endgültigen Aufgabe der geplanten Batteriezell-Fabrik im italienischen Termoli. Das Projekt in einem bereits bestehenden Werk von Stellantis sei „aufgrund technischer, strategischer und finanzieller Schwierigkeiten nicht tragfähig“, berichtet die italienische Zeitung Milano Finanza (MF) unter Berufung auf informierte Kreise.

ACC prüfe nach Angaben eines Sprechers weiterhin seine Investitionspläne für Italien – ebenso wie für den Standort Kaiserslautern in Deutschland – mit dem Ziel, im besten Fall bis Ende dieses Jahres eine Entscheidung zu treffen, so MF. Es gebe allerdings „keine Neuigkeiten im Vergleich zu den letzten Mitteilungen“.

ACC habe derweil weiterhin mit erhebliche Problemen beim Hochlauf der Produktion im französischen Werk in Douvrin zu kämpfen, das seit 2024 das einzige in Betrieb befindliche Werk des Joint-Ventures ist. Niedrige Ausbeuten und hohe Ausschussquoten – zwischen 15 und 20 Prozent – verringern die Fähigkeit, Batteriepacks für Stellantis zu liefern, den derzeit einzigen Kunden des Unternehmens.

Laut internen Daten könne das Werk im letzten Jahresquartal nicht mehr als 15.000 bis 20.000 Batteriepacks liefern – ein Niveau, das deutlich unter den Erwartungen liegt. Gleichzeitig liegen die Produktionskosten um 20 bis 25 Prozent höher als bei asiatischen Wettbewerbern.

Einer der zentralen Knackpunkte ist die Technologie. ACC produziert NMC-Batterien (Nickel-Mangan-Kobalt), die teurer und komplexer herzustellen sind: Sie liefern zwar gute Leistungen, sind aber in den Bereichen Kosten und Lebensdauer weniger wettbewerbsfähig als die neueren LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat), die mittlerweile den chinesischen Markt dominieren. LFP-Batterien bieten eine etwas geringere Reichweite, sind aber etwa 20 Prozent günstiger und deutlich besser für Volumenmodelle im unteren und mittleren Preissegment geeignet, wo günstige Preise entscheidend für die Erschwinglichkeit von Elektroautos sind – und wo viele Stellantis-Marken eigentlich ihr klassisches Revier sehen.

Wie eine Ironie des Schicksals wirkt es daher, dass derzeit in Saragossa in Spanien der Bau der neuen LFP-Batteriefabrik startet, die Stellantis in Partnerschaft dem chinesischen Unternehmen CATL errichtet, dem Weltmarktführer in Sachen E-Auto-Akkus. Die dortige Regionalregierung hat soeben den Beginn der Fundamentarbeiten am ersten Gebäude genehmigt, die Grundsteinlegung ist für Ende November geplant. Das Werk soll insgesamt mehr als 4 Milliarden Euro kosten und 3000 direkte Arbeitsplätze schaffen. Bei voller Kapazität soll die Fabrik pro Jahr ausreichend LFP-Batterien für rund eine Million Elektroautos produzieren.

Nochmal zurück zu Termoli: Die Aussicht auf ein endgültiges Aus des Projekts hat bereits die Gewerkschaften mobilisiert, die für den 29. November zu einer Demonstration aufgerufen haben. Ob sich ACC und Stellantis davon beeindrucken lassen, bleibt abzuwarten.

Quelle: MF – Gigafactory di Termoli, Acc verso la rinuncia al progetto

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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