Nürnberg eröffnet Parkhaus der Zukunft mit 128 Ladepunkten

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Copyright Abbildung(en): reev / winklerbild.de

Der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE hat mit dem „Parkhaus der Zukunft“ das größte elektrische Parkhaus in Franken und zugleich eines der größten Bayerns eröffnet. Umgesetzt wurde das Projekt, von dem man sich eine Vorbildfunktion für künftige Quartiers-Parkhäuser erhofft, gemeinsam mit den Münchner Ladelösungs-Experten reev.

Seit Baubeginn im Mai 2020 war das „Parkhaus der Zukunft“ auf dem Betriebsgelände der N-ERGIE in Nürnberg-Sandreuth bewusst als öffentliches Leuchtturmprojekt für moderne und innovative Mobilität angelegt. Für die Umsetzung der Ladelösung setzte man auf die Unterstützung des E-Mobility-Dienstleisters reev, der bereits Erfahrungen mit ähnlichen Großprojekten hat. Insgesamt wurden 128 der 338 Auto-Stellplätze im Gebäude auf 14 Halbgeschossen mit Lademöglichkeiten ausgestattet. Die Park- und Lademöglichkeiten können von Mitarbeitern der N-ERGIE sowie öffentlich genutzt werden – unter anderem von Anwohnern und Pendlern.

Den Strom für die vielen Elektroautos liefert das Parkhaus direkt selbst und regenerativ. Auf dem Dach erzeugen PV-Module mit einer Leistung von 100 kWp CO2-frei Strom. Eine Stationärbatterie mit 100 kW Leistung und 112 kWh Speicherkapazität sorgt für die optimale Nutzung der erzeugten Energie. Dazu puffert der Akku die Energie so, dass schnelle Leistungspeaks abgefedert werden können.

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reev / winklerbild.de

Der Münchner eMobility-Spezialist reev sorgt, neben der Steuerung und Abrechnung der Ladevorgänge, für das gesamte Energiemanagement inklusive der PV-Anlage und des Batteriespeichers des Quartiers. Für das Lastmanagement betritt reev dabei innovative Wege. So wird nicht nur das Gebäude im Ganzen, sondern jedes der mit Lademöglichkeiten ausgestattete Halbgeschosse über einzelne Unterverteiler betrachtet. Diese sind ebenen-übergreifend miteinander gekoppelt, um bedarfsgerecht anzusteuern, wie viel Strom auf welcher Parkebene zur Verfügung steht.

Zudem ermöglicht es die Cloud-Software von reev, die gesamte Ladelösung aus der Ferne zu steuern. Erweiterungen und Updates der Ladelösung können so flexibel und unkompliziert umgesetzt werden, womit das Projekt zukunftsfähig bleiben soll. Bei der Hardware setzte man auf die eMH3 Wallboxen von ABL, dem Ladelösungs-Experten der Metropolregion Nürnberg.

Mit dem Parkhaus der Zukunft konnten wir nicht nur einen bedeutenden Schritt für die Mobilitätswende in unserer Metropolregion gehen, sondern auch Impulse setzen für die digitalisierte und vernetzte Zukunft der Mobilität“, führt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE, mit Stolz aus und erläutert weiter: „In einem Projekt dieser Dimension müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Besonders die elektrotechnische Konzeption ist komplex. Dementsprechend froh waren wir über die enge Zusammenarbeit mit den eMobility Experten von reev.“

„Das Parkhaus der N-ERGIE ist wegweisend für die saubere Mobilität der Zukunft. Wir sind stolz, in einem so großen und zukunftsträchtigen Projekt nicht nur die Steuerung und Abrechnung der Ladevorgänge, sondern auch das gesamte Energiemanagement übernehmen zu dürfen.“ – Eduard Schlutius, CEO reev

Da das Projekt von beiden Partnern zukunftsoffen konzipiert ist, sind bereits weitere Innovationen im Parkhaus geplant. Nicht zuletzt das Nutzermanagement soll noch weiter digitalisiert werden. So soll in der Zukunft ein eigens entwickeltes KI-System die Nutzerpriorisierung steuern.

Quelle: reev – Pressemitteilung vom 27.07.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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wäre schon wenn auch inforamtionen über die verfügbare ladeleistung auch mit angegeben wäre

Mit der genannten PV-Anlage und der Batterie kann man an sonnigen Tagen 12 Stunden lang vier 11kW- oder zwei 22kW-Ladestellen bedienen. Wenn die Energie auf die 128 Ladepunkte verteilt wird, gibt es etwa 350 Watt pro Ladepunkt.
Das nur zum Satz „Den Strom für die vielen Elektroautos liefert das Parkhaus direkt selbst und regenerativ“. Ich hoffe, dass das niemand wirklich glaubt, sonst gäbe es dann die grosse Enttäuschung.

Was soll das? Davon steht da nichts. Da steht nur, dass die PV-Anlage 100kWp hat und der Speicher auch 100kW maximale Leistung zur Verfügung stellt. Sind in der Theorie also max. 200kW möglich (ohne Netz). Natürlich benötigt man ein Lademanagement. Aber es werden wohl auch nie alle gleichzeitig in Betrieb sein.

100kWp installierter Leistung bringen bei 1000 Volllaststunden 100MWh Jahresertrag. Das reicht bei einer Fahrleistung von 15000km und 20kWh/100km =3MWh für den Verbrauch von 33 Fahrzeugen. Bezogen auf alle Parkplätze 10%, bezogen auf die 128 26% aus der eigenen PV-Anlage, wenn immer die gleichen parken. Wenn das Parkhaus zum Stromtanken benutzt wird sinkt der Anteil weiter unabhängig vom Lade Management.

Last edited 2 Monate zuvor by Hannes Bader

Mindestens in diesem Bereich gibt es keine Wunder. Das kann man alles berechnen.
Eine 100kWp-PV-Anlage bringt in unseren Breiten maximal 130’000 kWh Energie pro Jahr. Wenn wir mal annehmen, dass eine Ladung 30 kWh braucht, dann gäbe das ca. 4’400 Ladungen pro Jahr, bzw. ca. 12 Ladungen pro Tag. Auch wenn eine Ladung angenommen nur die Hälfte, also 15 kWh wäre, gäbe es immer noch durchschnittlich nur 24 Ladungen pro Tag. 128 Ladepunkte für 12-24 Ladungen pro Tag ist wohl nicht sinnvoll.
Eine andere Rechnung würde sagen, dass eine 100kWp-PV-Anlage an einem sonnigen Tag etwa 500kWh Energie liefert. Wenn ich 12 Stunden Betriebszeit annehme, dann gäbe das – dank der Pufferbatterie – eine Dauerleistung von 42 kW. Damit kann ich die oben genannten zwei 22kW-Ladestationen oder vier 11kW-Ladestationen bedienen. Auch dafür braucht es keine 128 Ladepunkte, ausser jemand will mit 350Watt ein paar Tage lang laden.
Die ganz einfache Wahrheit ist doch die: Die PV-Anlage ist gut und recht. Sie trägt ein klein wenig zum Stromverbrauch der 128 Ladepunkte bei, der allergrösste Teil wird jedoch aus dem Netz bezogen werden. Ist an sich kein Problem, man sollte nur ehrlich sein, möglichst niemanden belügen und v.a. nicht sich selbst belügen, sonst wird es teuer.

Last edited 2 Monate zuvor by Jakob Sperling

Sie wissen aber schon, daß die Elektroingenieure, die das Parkhaus geplant haben wahrscheinlich nicht nur wie Sie – mal eben aus der Hüfte heraus – gerechnet haben?

Wenn bei uns an der Tankstelle alle Fahrzeuge an allen 8 Säulen im Durchschnitt 50 Liter tanken und das ganze 12 Stunden lang, dann müsste der Speichertank wie groß sein, Herr Sperling?

Lösung: er ist deutlich kleiner, weil das so nie eintreten wird.

Ein Parkhaus wird bei einem durchschnittlichen Einkauf wie lange besucht?

Heute können wie viele Prozent der parkenden Fahrzeuge überhaupt Strom laden?

Wie viele der 3+ Prozent wollen überhaupt kostenpflichtig laden, wenn es daheim billiger ist?

Vielleicht reichen ihnen ja auch die z. B. vom Lademanagement zugewiesenen 3kWh, dann hat die Anfahrt schon nichts mehr gekostet!

Hätte, Hätte , Fahrradkette !

Zerbrechen Sie sich doch um Gottes Willen nicht immer den Kopf über Dinge, deren Hintergründe Sie doch gar nich erfassen können – da haben die Betreiber sich deren Kopf wahrscheinlich viel intensiver zerbrochen 😉

Ich habe selber seit Jahren eine PV-Anlage. Ich habe schon mehrere PV-Anlagen für andere durchgerechnet. Das ist alles sauber durchgerechnet.
300 Watt sind nicht 3kW und Sie haben keine Ahnung. Alles klar?

😉

Ein E-Auto braucht im Jahr 14.000km x 20kWh/100km = 2.800kWh / 365 Tage / 24h ~ 320Watt < 350Watt. Zufall?

Der Punkt ist doch der: Das Parkhaus ist für Mitarbeiter und Anwohner gedacht. Das heißt, dass die Mitarbeiter eher morgens laden werden und die Anwohner wahrscheinlich eher nachmittags. Wenn man auch noch einen fest gemieteten Stellplatz haben sollte, kann das Auto rund um die Uhr angestöpselt bleiben und den Rest macht das Lastmanagement. Es werden niemals alle gleichzeitig laden.

Ich verstehe die Reaktionen hier nicht, die das Projekt schlechtreden. Mit keinem Wort wie erwähnt, dass das Parkhaus autark wäre. Natürlich muss der Rest aus dem Netz bezogen werden. Wahrscheinlich passte einfach nicht mehr PV auf das Dach. Evtl. Könnte man noch die Südfassade zupflastern. Ist doch ein tolles Projekt und könnte Anwohner und Mitarbeiter animieren sich ein E-Auto zu kaufen, jetzt wo sie eine potentiel sichere Lademöglichkeit haben.

Vielleicht sollte man sich nicht an dem einen Satz aufhängen, den der Autor hätte anders formulieren sollen nämlich „Einen Teil des Stroms für die vielen Elektroautos…“ Schon wäre der Aufreger weg. Etwas überschwengliche Berichterstattung vom Autor. Macht das Gefahrprojekt aber nicht schlechter.

Farnsworth

1+

Gesamtprojekt natürlich

1+

Es ist ein Anfang. Wenn alle in dem Stadtviertel PV auf das Dach montieren, wird die Autarkie dort steigen und das Starkstrom Netz entlastet. Und wenn dann irgendwann alle BEV bidirektionales Laden beherrschen, wird das Parkhaus eine Speicher Farm. PV , Speicher undcBEV sind einige von vielen Bausteinen, für Schwarm Strom und Schwarm Speicher.

Ich suche die Zununft bei diesem Projekt.
Für mich scheint dies ein normales Parkhaus zu sein, welchem ein paar PV Module aufs Dach montiert wurden. Da bin ich mit meiner Garage weiter, denn ich habe auch die Wände mit PV belegt. Eine Pufferbatterie (diese dürfte im Endausbau auch etwa 100kWh haben, soll auch das Haus mitversorgen) kommt auch noch rein und bei zwei Ladepunkten, werde ich auch eine Art Lademanagement integrieren müssen.

Wie viele Subventionen bekommt das Parkhaus der Zukunft?

Das Abrechnungsgedöns funktioniert auch schon seit Jahren bei den normalen Ladesäulen die nicht im Parkhaus stehen.

Fazit: jedes Parkhaus, nein jede Halle und jedes Dach sollte mit PV vollgeknallt werden. Wenn dieses Projekt andere ermutigt PV zu installieren dann super. Technisch ist das alles ein alter Hut.

Naja, aber was Du so schreibst klingt bei Dir ja auch eher nach Zukunft als nach Gegenwart (Pufferakku, Lastmanagement). Aktuelle Parkhäuser verfügen nicht über diese infrastruktur. Deswegen kann man auch von einem Modell für die Zukunft sprechen, auch wenn die Technik nicht neu ist.

Farnsworth

So wünsche ich es mir auch von anderen.
Daumen hoch.

Das Auto muss da Laden wo es steht.
Wenn es auch vielleicht nur langsam laden kann / soll.
Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist dies in den meisten Fällen halt nicht der heimische Abstellplatz
Beim langsamen Nachladen (1-Phasige bis 3,7kW) aber bitte ohne diese bescheuerte „Blockiergebühr“, die macht hier meines Erachtens keinen Sinn, vielmehr sollte man froh sein wenn die Kiste 8-9 Std. Zeit hat zum Laden.
So könnte man zur Arbeit fahren das Auto einstecke, und nach Feierabend aufgeladen wieder nach hause oder … fahren. In den meisten fällen sollten ja 10-30kWH für den Tagesbedarf ausreichend sein.

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