FCA und ENGIE EPS integrieren 25-MW per V2G ins italienische Stromnetz

FCA und ENGIE EPS integrieren 25-MW per V2G ins italienische Stromnetz

Copyright Abbildung(en): Nicola Forenza / Shutterstock.com

Es tut sich was in Sachen V2G, diesmal in Italien: Der Autohersteller FCA Italy (FCA), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Fiat Chrysler Automobiles, und ENGIE EPS, ein italienisches Technologie-Unternehmen spezialisiert auf Energiespeicherung, Wasserstoff und Elektromobilität, haben bei einem vom italienischen Netzbetreiber Terna durchgeführten Ausschreibungsverfahren 25 MW Kapazität an Primärregelleistung (PRL) zugesprochen bekommen. Damit können die beiden Unternehmen künftig dazu beitragen, die Stabilität der Netzfrequenz im Zusammenhang mit der zunehmenden Durchdringung erneuerbarer Quellen zu verbessern.

Das besondere daran: Die Energie, welche FCA und Engie EPS ab dem Jahr 2023 bis 2027 liefern werden, kommt aus alten und neuen Akkus von Elektroautos, in denen Energie zwischengespeichert und bei Bedarf wieder ins Stromnetz eingespeist wird. Denn die 25-MW-Leistung wird über jenes Vehicle-to-Grid-System (V2G) geliefert, das von ENGIE EPS in Kombination mit Elektroautos von FCA am Logistikzentrum Drosso im FCA Mirafiori-Komplex in Turin realisiert wird. Die Leistungskapazität wird durch 700 Batterien sichergestellt, von denen sich die meisten an Bord des auf dem Parkplatz abgestellten Elektroautos des Typs New Fiat 500 befinden, sowie durch die Verwendung von Second-Life-Batterien derselben Fahrzeuge.

Second-Life-Batterien, vormals in E-Autos verbaut, werden in Projekten wie diesen am Ende ihrer Lebensdauer nicht einfach entsorgt, sondern clever wiederverwendet: Als Teil eines V2G-Systems erhalten sie eine zweite Lebensaufgabe, daher der Begriff Second-Life.

Es ist ein großartiges Ergebnis, das die Sektoren Mobilität und Energie miteinander verbindet“, sagt Roberto Di Stefano, FCA Leiter für Elektromobilität in der EMEA-Region, anlässlich des offiziellen Projektzuschlags. Die Elektromobilität werde so zu einem wichtigen Impulsgeber für einen schnellen Übergang zu einer nachhaltigeren Stromversorgung.

Bei dem Projekt in Italien handelt es sich um eine der ersten industriellen Großanwendungen von V2G. Es ist gleichzeitig der Startschuss für ein nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsprojekt, das den Einsatz von Batterien über ihren gesamten Lebenszyklus maximieren soll, bevor sie dem Recycling zugeführt werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Akkus aus Elektroautos mindestens 20 Jahre lang genutzt werden können. Zunächst im Fahrzeug und später, wenn deren Kapazität für den Einsatz in Pkw nicht mehr geeignet oder der Pkw am Ende seiner Lebensdauer angekommen ist, in Second-Life-Projekten. Dadurch verbessert sich der CO2-Abdruck von Lithium-Ionen-Batterien deutlich.

Quelle: FCA – Pressemitteilung vom 11.12.2020

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Ein Argument weniger für die Verbrenner- und Wasserstoff-Lobby. Das Strom-Batterie-Strom-System setzt sich mehr und mehr durch, nicht nur bei Autos, sondern auch bei den Stromspeichersystemen.

Im privaten Bereich wird es allerdings länger dauern bis sich größere Batterien als Stromspeicher lohnen.

Es kommt auf die Anreize und Förderung an. Wenn z.B. Stromspeicher in Kombination mit PV Anlagen in Haushalten, WEG und KMU’s und weniger bürokratische Hürden hätten und auch größere Anlagen ohne EEG Umlage betrieben werden können, würde das den Eigenverbrauch des selbsterzeugten PV Strom steigern. Und das ist am sinnvollsten. Die Netzstabilisierung gibt es on top dazu. Und das sollte sich Moneträr bei solchen Anlagen auswirken, das sie was für das Allgemeinwohl leisten.

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