Elektro-Gelenkbus Mercedes-Benz eCitaro G kommt mit 441-kWh-Festkörperbatterie

Copyright Abbildung(en): Daimler

Der vollelektrisch angetriebene Gelenkbus eCitaro G erweitert das Angebot der Citaro Stadtbus-Familie. Er ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu umweltfreundlicheren und lebenswerteren Städten. Für den neuen Gelenkbus werden auch neue Batterietechnologien verfügbar sein. Darunter als erster Omnibus seiner Kategorie die innovativen Festkörperbatterien.

Wie es aussieht, haben einige Verkehrsbetriebe schon auf diesen Stadtbus gewartet: Aus rund einem halben Dutzend Städte liegen bereits feste Aufträge über mehr als 60 Fahrzeuge für den neuen eCitaro G vor – und die Zahl wächst weiter, wie Daimler mitteilt. Die ersten Auslieferungen an mehrere Verkehrsbetriebe sind noch für dieses Jahr geplant.

Mit dem eCitaro G setzt Mercedes-Benz die Elektrifizierung von Stadtbussen konsequent fort. Vor zwei Jahren präsentierte Daimler Buses den eCitaro, einen vollelektrisch angetriebenen Solo-Stadtlinienbus. Die Produktion des batterieelektrischen eCitaro läuft im Werk Mannheim bereits in Serie vom Band. Er ist in einer dreistelligen Stückzahl in vielen Städten Europas im ständigen Einsatz. Nun folgt mit dem eCitaro G der erste vollelektrisch angetriebene Gelenkbus mit Stern, der je nach Ausführung bis zu 146 Fahrgästen Platz bietet.

„Es freut mich wirklich sehr, dass sich unser Mercedes-Benz eCitaro seit seiner Markteinführung sehr gut etabliert hat. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und Produkte bieten, die sich unsere Gesellschaft wünscht, und mit denen unsere Kunden arbeiten können. Mit dem eCitaro als Gelenkbusvariante führen wir die Elektrifizierung von Stadtbussen konsequent fort: als erster Omnibus seiner Kategorie wird der eCitaro G auf Wunsch über innovative Festkörperbatterien verfügen. Damit stellen wir die Weichen für einen nachhaltigen und effizienten Personentransport in Ballungszentren.“ — Till Oberwörder, Leiter Daimler Buses

Der Gelenkbus eignet sich ideal für den Einsatz in hochbelasteten Städten und Metropolen mit großem Fahrgastaufkommen und kann ein wesentlicher Baustein für lebenswertere Innenstädte werden. Der neue eCitaro G verknüpft die Vorzüge des vielfach bewährten Gelenkbusses Citaro G mit der Technik des eCitaro und mit revolutionären Technologien für Batterie und elektrischen Antrieb.

Festkörperbatterien: innovative Batterietechnologie, Pionierleistung im Automobilbau

An den Start geht der eCitaro G mit den inzwischen vielfach im Solobus eCitaro bewährten Lithium-Ionen-Batterien in NMC-Ausführung. Die nächste Evolutionsstufe ist bereits definiert: Voraussichtlich noch in diesem Jahr steigert Mercedes-Benz die Performance des eCitaro G mit dem Wechsel auf eine neue Generation von NMC-Batterien. Damit wächst die Kapazität deutlich von 292 kWh auf bis zu 396 kWh. Entsprechend steigt auch die Reichweite des Gelenkbusses.

Parallel dazu schlägt der eCitaro G mit innovativen Festkörperbatterien als Energiespeicher ein neues Kapitel auf. Sie werden als zweiter Technologiepfad optional zur Verfügung stehen. Ihr großes Plus: Festkörperbatterien zeichnen sich durch eine hohe Energiedichte sowie eine besonders große Lebensdauer aus. Chemisch handelt es sich um Lithium-Polymer-Batterien. Da der üblicherweise flüssige Elektrolyt hier in einer festen Form vorliegt, werden sie als Festkörperbatterien bezeichnet und gelten als nächste Evolutionsstufe der aktuellen Lithium-Ionen-Technologie. Zudem werden bei diesem Batterietyp keine Rohstoffe wie Kobalt, Nickel oder Mangan verwendet. Mit sieben Batteriepaketen erreicht der eCitaro G eine beachtliche Gesamtkapazität von 441 kWh und gewährleistet dadurch Reichweiten für einen stadtbustypischen Einsatz.

Da sich Festkörperbatterien nur sehr eingeschränkt für eine Schnell- und damit Zwischenladung eignen, deckt die Batterietechnologie andere Einsatzprofile als Lithium-Ionen-Batterien (NMC) ab. Sie dagegen eignen sich ideal für Schnellladungen, ob in Fahrtpausen im Depot oder auf der Strecke. Deshalb fährt Mercedes-Benz zweigleisig und bietet den eCitaro G wahlweise mit beiden Batterietechnologien an. Der neue eCitaro G ist somit ein Gelenkbus nach Maß, der sich den unterschiedlichen Einsatzstrategien der Verkehrsunternehmen flexibel anpasst.

eCitaro bald auch mit Brennstoffzelle als Range-Extender

Mit der Einführung des eCitaro G setzt Daimler Buses seinen angekündigten Fahrplan zur Einführung der E-Mobilität in Stadtbussen konsequent fort. So ist es ein Ziel von Daimler Buses, die Zukunft der (Bus-)Mobilität weltweit verantwortungsvoll zu gestalten und weiterzuentwickeln. Der nächste Schritt ist bereits vorgezeichnet: Ab 2022 wird die Reichweite von eCitaro und eCitaro G nochmals durch eine Brennstoffzelle als Range-Extender gesteigert. Mit dieser Technologie sind Zwischenladungen und die dafür notwendige aufwendige Infrastruktur in nahezu allen Fällen überflüssig. Dem Weg zum lokal emissionsfreien ÖPNV in Städten steht damit nichts mehr im Weg.

Quelle: Daimler — Pressemitteilung vom 18.06.2020

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8 Antworten

  1. Dieser Bericht lenkt auch sehr schön den Blick auf die Festkörper-Akku-Hype …
    Was bisher lieferfähig ist hat Vorteile aber auch gewaltige Nachteile – eben die fehlenden Schnellladefähigkeit.
    Bei Bussen kann man das kompensieren, da man ein Fahrzeug passend zum Streckenprofil kauft und diese Busse eben im Kurzstreckenverkehr – ohne Nachladenotwendigkeit – einsetzt.

    1. Warum nicht kurze Bergauffahrten in der Stadt als Oberleitungsbusstrecke ausbauen? Wenig Aufwand, großer Nutzen. Und natürlich die Wendeschleifen an den Endhaltestellen.

  2. Die Sache mit dem Range-Extender ist wohl ein Witz…
    Der Brennstoffzellen-Stack ist irrwitzig teuer und den ZUSÄTZLICH für selten Fälle einzubauen dementsprechend ein Irrsinn.
    Dann lieber ein paar Akkus mehr in einige Busse oder ein paar Schnellladestationen mehr für Zwischenhalte.

    Fahrer müssen regelmäßig Pausen machen – da bietet sich 1/2 Stunde Nachladen an.

  3. Warum nicht kurze Bergauffahrten in der Stadt als Oberleitungsbusstrecke ausbauen? Wenig Aufwand, großer Nutzen. Und natürlich die Wendeschleifen an den Endhaltestellen.

  4. Mit einem FC-Range-Extender benötigt man keine Schnellladefähigkeit. Natürlich macht das großen Sinn. Und das Preisargument geht mir so langsam auf den Keks. Es weiß doch inzwischen jeder, wie es sich mit Preisen bei einer Serien- oder noch besser Massenproduktion verhält.
    Ich habe gerade einen gedruckten Artikel neben mir liegen. Fallbeispiel Stadtbus von Proton Motor Fuell Cell GmbH. “Selbst ein bei einem Gelenkbus mit 340KW Spitzenlastbedarf liegt die Durchschnittleistung bei lediglich 35 KW. Eine exemplarische Auslegung für einen Zwölf-Meter-Bus mit einer projektierten Reichweite von mehr als 200 Kilometern und einem täglichen komplett emissionsfreien Betrieb von 14 Stunden zeigt, dass ein rein batterie-elektrischer Antrieb eine Batterie von etwa 864 Kilowattstunden mit einem Gewicht von 5700 Kilogramm benötigen würde. Selbst bei einer Schnellladung werden mindestens drei Stunden Ladezeit benötigt.
    Das gleiche Fahrzeug mit einer 50 KWh-Batterie, einem 45 KW-Brennstoffzellen-Range-Extender und 30 Kilogramm-H2-Tank kommt hingegen auf ein Gewicht von 1500 Kilogramm für das Energiesystem.”

    1. Bei einem Bus des ÖPNV wäre mal eine sinnvolle Anwendung eines Wechselbatterie Systems gegeben. Drei Batterien, die dann auch nicht so groß sein müssten. Davon werden immer zwei geladen und eine ist im Bus. Austausch der Batterie mit einem einfachen Hubwagen. Dann könnten die Batterien auch tagsüber mit Sonnenstrom bzw im Winter mit Strom aus einer Kraft-Wärme-Kopplung geladen werden. Außerdem können die Batterien später, wenn ihre Speicherfähigkeit zurückgeht, auf anderen, kürzeren Routen eingesetzt werden. Aber leider sind wir Deutschen rückwärts gewandt, ängstlich und zukunftscheu…

  5. Unsere Städte könnten seit 2010 viel sauberer sein, in HH fuhr ein Wasserstoff Bus, nach 1 Jahr eingestellt. SOLARIS PL baut seit Jahren bereits E Busse, weshalb kein Joint ventures, geht das beim Dreistern nicht? O Busse tun es auch, preiswert… Fahren unsere Politiker nicht ins Ausland? Zumindest Hr verheugen müsste in Vilnius die 3 Achse O Busse gesehen haben.

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