E-Automarkt: China weiterhin im Abwärtstrend – Europa auf Wachstumskurs

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Mittlerweile den siebten Monat in Folge verzeichnet der chinesische E-Auto-Markt im Februar 2020 einen Rückgang der monatlichen Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Teils getrieben durch die Tatsache, dass die staatlichen chinesischen Subventionen für New Energy Vehicles (NEVs) im zweiten Quartal 2019 reduziert oder ganz gestrichen wurden. Zum größten Teil beeinflusst durch die Auswirkungen des Coronavirus. Dies führt dazu, dass sich Europa im Februar 2020 am Elektroauto-Markt von China absetzen konnte. Wir betrachten die Entwicklung.

Vorausgeschickt sei, dass davon auszugehen ist, dass der März 2020 in einem vollkommen anderen Licht erstrahlt, da dann auch Europa von den Auswirkungen des Coronavirus stärker betroffen sein wird. Im Februar 2020 kamen diese Auswirkungen noch nicht in vollem Umfang an. Zudem spielt man in China mit dem Gedanken Subventionen aufrecht zu erhalten, um den einbrechenden Markt entsprechend zu stützen.

China – Zulassungsrückgang von über 60 Prozent gegenüber Vorjahr

Im bisherigen Jahresverlauf erreichte der westeuropäische Markt mit einer Wachstumsrate von 89 Prozent ein Volumen von 76.410 Einheiten, mehr als 30.000 mehr als in China im gleichen Zeitraum. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres betrug das chinesische E-Auto-Volumen nach Angaben des CAAM 113.000 Einheiten. Es lässt sich festhalten, dass im Vergleich zum Vorjahr China einen Rückgang von über 60 Prozent hinnehmen muss, beziehungsweise 68.443 Einheiten, welche weniger auf dem Markt verzeichnet werden konnten. Wie eingangs bereits erwähnt lässt sich dies zumindest zum Teil auf zurückgegangene Subventionen zurückführen.

Der Februar wurde allerdings durch den Ausbruch des Coronavirus dramatisch beeinträchtigt, was dazu führte, dass viele Teile des Landes inaktiv waren. Volkswagen rechnet damit, dass das Pkw-Volumen bis zum Frühsommer wieder das Niveau des Vorjahres erreicht, während der CEO von Volvo Cars, Håkan Samuelsson, in einem Vermerk im Jahresbericht 2020, der Ende März veröffentlicht wurde, sagte, dass die Zahl der chinesischen Volvo-Händler bereits wieder auf ein normales Niveau zurückgekehrt sei. Die NEV-Subventionen (NEV = New Energy Vehicle) sollen angeblich bis Ende 2022 verlängert werden, bei reduzierter Höhe – siehe hierzu diesen Artikel.

Tesla wird nach Anlauf der Produktion seinen Teil dazu beitragen, dass China wieder bessere Zahlen vorweisen kann. Tesla plant 2020 mit 170.000 Model 3 aus Giga Shanghai. 2021 will Tesla dann bereits bei 250.000 Model 3 / Jahr angelangt sein. Zusätzlich steht dann die Einführung des Tesla Model Y im Raum. VW hatte sich auf eine Millionen E-Autos im Jahr 2020 verständigt, ob diese Zielmarke weiterhin zu halten ist, erscheint mittlerweile fraglich.

Europa – Noch auf Wachstumskurs – Einbrüche durch Coronavirus noch ausstehend

Im Februar wurde eine fast identische jährliche Wachstumsrate von knapp 90 Prozent (88,9%) wie im Januar verzeichnet. Die Prognose von 700.000 E-Autos für Europa in diesem Jahr wurde mittlerweile geändert, da der Gesamtmarkt nach den Prognosen von LMC und Moody’s voraussichtlich um etwa 21 Prozent zurückgehen wird. Automobil-Analyst Matthias Schmidt geht dennoch davon aus, dass Europa den Anteil von fünf Prozent alternative Antriebe am Gesamtmarkt in 2020 beibehalten kann.

Man könnte sogar davon ausgehen, dass entsprechende E-Auto-Bestellungen auf 2021 geschoben werden, da man die CO2-Ziele nicht unbedingt übererfüllen möchte. Des Weiteren könnten “Abwrackprämien” oder andere Unterstützungen der Politik zum Tragen kommen, um die Branche zu unterstützen, wie es bei der Finanzkrise 2009 der Fall war. Auf eine bereits geforderte Reduzierung der CO2-Ziele haben sich die Automobilhersteller bisher nicht verständigt.

USA – Tesla Model Y als Hoffnungsträger für Amerika

Die Einführung des Tesla-Model Y wird den Markt wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte unterstützen, während andere Automobilhersteller den US-Markt wahrscheinlich ignorieren und sich auf die Erfüllung der chinesischen und europäischen CO2-Ziele konzentrieren werden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Prognose von 350.000 Stück erreicht wird, da der Ausbruch des Coronavirus nun auch die USA betrifft – obwohl die Schlüsselregion Kalifornien nicht so stark betroffen ist wie andere Regionen – Stand Ende März 2020.

Ein Volumen von annähernd 290.000 Einheiten erscheint realistisch, was etwa der Hälfte des westeuropäischen Niveaus entspräche. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der amerikanische Markt dennoch wachsen und brachte es auf ein Plus von 48,3 Prozent, bei einem E-Auto-Marktanteil von knapp 1,7 Prozent. Im Vergleich hierzu brachte es Europa auf 3,9, China auf 2,0 und Japan auf 0,6 Prozent Marktanteil.

Japan – 2020 Ohne große Aussicht auf Besserung

Für den japanischen Elektroauto-Markt lässt sich festhalten, dass sich die schwache Entwicklung fortsetzt, was sich in einem weiteren Rückgang des Marktes äußert. In den ersten beiden Monaten des Jahres wurde eine geringe Anzahl von E-Autos registriert, wobei der Markt weiterhin wenig Appetit auf elektrische Autos zeigt, insbesondere da die Preise weiterhin hoch sind, wozu auch eine Erhöhung der Kaufsteuer im letzten Jahr beigetragen hat. Es wird prognostiziert, dass das Niveau von 2020 unter 40.000 bleiben wird. Prozentual ist der Absatz gegenüber dem Vorjahr um gut 16 Prozent gesunken.

Quelle: Matthias Schmidt – West European Electric Car Market Intelligence Monthly Report Edition 02.2020

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Eine Antwort

  1. Mir fehlt in dem Bericht ein bisschen der Vergleich mit dem Gesamtmarkt bzw. den Verbrennern.

    Ja, 60% Rückgang bei E-Autos in China im Februar hört sich dramatisch an. Wenn man aber weiss, das sich im Februar der Gesamtmarkt für PKW in China um 80% verringert hat und dort immer noch deutlich mehr Verbrenner als E-Autos verkauft werden, kann man sagen, dass der E-Auto Verkauf im Verhältnis noch sehr gut dasteht.

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