VW setzt auf Batteriefabrik in Kanada trotz US-Gegenwind

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Sebastian Henßler
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Volkswagen hat ehrgeizige Pläne für den Ausbau seiner E-Mobilitätsstrategie in Nordamerika. Im Fokus steht eine neue Batteriefabrik im kanadischen St. Thomas, die ab 2027 Batteriezellen für Werke in den USA liefern soll. Doch der politische Kurswechsel durch Donald Trumps Rückkehr ins Amt wirft Fragen über die Zukunft des Projekts auf. Abrücken möchte man von der dortigen Batteriefabrik dennoch nicht, man hält am angepeilten Zeitplan fest.

Ende 2023 verkündete Volkswagen die Pläne für das Werk in Kanada, das mit einer Jahreskapazität von bis zu 90 Gigawattstunden als größte Batteriefabrik des Konzerns konzipiert ist. Die Zellen sollen vor allem in den US-Werken Tennessee und South Carolina verbaut werden, wo der ID.4 und zukünftige Modelle der Offroad-Marke Scout produziert werden. Die Entscheidung für den Standort in Kanada basierte auf mehreren Faktoren: kostengünstige Rohstoffe, vorhandene Industriekompetenzen und staatliche Subventionen. Kanada konnte mit finanziellen Anreizen die USA als Konkurrenzstandort ausstechen.

Doch nun bedrohen mögliche Strafzölle von 25 Prozent auf kanadische Produkte die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Donald Trump deutete bereits an, das Handelsabkommen USMCA infrage zu stellen. Diese Entwicklung stellt Volkswagen vor erhebliche Herausforderungen.

Hajo Drees, Experte für Lieferkettenmanagement, sieht die Lage kritisch, wie die Automobilwoche berichtet. Er hält es für fraglich, ob das Werk wie geplant realisiert werden kann. Unternehmen müssten geopolitische Risiken stärker berücksichtigen, sagt Drees, denn Subventionen allein reichen nicht aus, um Standorte nachhaltig abzusichern. Beatrix Keim vom Center Automotive Research betont, dass die Situation auch durch die generelle Entwicklung des E-Auto-Markts beeinflusst wird. Sie erwartet, dass die Nachfrage in den USA während Trumps Amtszeit stagniert. Langfristig werde die Elektromobilität jedoch an Bedeutung gewinnen. Prognosen der Germany Trade & Invest sowie aktuelle Rekordzahlen bei den Auslieferungen weltweit unterstützen diese Einschätzung. Der Anteil elektrisch betriebener Autos könnte bis 2032 über 50 Prozent erreichen.

Trotz der Unsicherheiten hält Volkswagen an den bisherigen Plänen fest. Die Bauvorbereitungen in St. Thomas seien abgeschlossen, der Hochbau soll im Frühjahr beginnen, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Die ersten Batteriezellen sollen 2027 produziert werden, gefolgt von einer bedarfsgerechten Skalierung der Produktionskapazitäten. Das Projekt ist jedoch nicht frei von Einsparungen. Anders als bei den Fabriken in Salzgitter und Valencia verzichtet Volkswagen in Kanada auf ein feierliches Spatenstich-Event. Der Fokus liegt stattdessen auf der praktischen Umsetzung. Die Belegschaft von PowerCo Canada wächst kontinuierlich, und die Investitionen in die Region sollen bis 2030 bis zu 3000 Arbeitsplätze schaffen.

Quelle: Automobilwoche – Trumps Strafzölle: Macht VW mit der Batteriefabrik in Kanada einen Fehler?

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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