Volkswagen: Streit um Herkunft neuer Elektroautos

Volkswagen: Streit um Herkunft neuer Elektroautos
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 630657899

Arne Kouker
Arne Kouker
  —  Lesedauer 2 min

Im Volkswagen-Konzern herrscht nun auch Streit um die zukünftigen Produktionsstandorte neuer Elektromodelle. Dies berichtet die Automobilwoche. Insbesondere beim Artemis-Projekt soll es knirschen. Vor einem Jahr hatte Volkswagen entschieden, die drei zukünftigen Elektromodelle von Audi, Porsche und Bentley im Werk von VW Nutzfahrzeuge in Hannover zu fertigen. Die Entscheidung soll intern nun für so viel Unmut sorgen, dass sie noch einmal geprüft wird. Der Zuschlag für Hannover war nach der Ankündigung durch Herbert Diess noch als großer Erfolg gefeiert worden.

Im Fall von Bentley soll die Entscheidung bereits gefallen sein. Entgegen erster Annahmen ist für Interieur und Lack weiterhin das Werk in Crewe, Großbritannien verantwortlich. Hannover liefert die vormontierte Karosserie, den Antrieb und die Batterie. Bentley hatte sich von Anfang an dagegen gewehrt, das erste Elektroauto der Marke außerhalb Englands produzieren zu lassen. Bis 2023 will Bentley seine gesamte Produktpalette elektrifizieren und voraussichtlich 2025 sein erstes vollelektrisches Auto auf Basis von Artemis auf den Markt bringen. Bis 2030 soll dann die gesamte Produktpalette von Bentley elektrisch fahren.

Porsche würde sein Artemis-Modell nach Informationen des Fachmagazins lieber in einem Werk mit Cayenne-Erfahrung bauen lassen. Dies wären Leipzig, Osnabrück und Bratislava, wobei Porsche-Chef Oliver Blume zum Werk in der Slowakei tendieren soll. Hier produziert Porsche seit 2017 den aktuellen Porsche Cayenne.

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hatte zuletzt immer wieder gefordert, Elektrofahrzeuge am nicht-ausgelasteten Stammwerk in Wolfsburg zu produzieren. Als Kompromiss sollen die Kollegen in Niedersachsen nun Zwickau bei der Produktion der beliebten ID.3 und ID.4 Flotte unterstützen, sobald das Werk mit der Produktion nicht hinterherkommt. Zuletzt hatte auch Audi in Neckarsulm auf den Zuschlag zu einer derartigen Überlaufproduktion gehofft. Der Deal soll die Zeit bis zum ersten Elektroautomodell aus Wolfsburg, Trinity ab 2026, überbrücken. Auch der ID.5 entsteht im Werk in Zwickau.

Audi hat das Projekt Artemis 2020 vorgestellt. Für die Marke gilt das Konzeptfahrzeug als Nachfolger des A8 und soll 2025 als Tesla-Jäger auf den Markt kommen. Gleichzeitig möchte Audi mit dem Projekt Synergien zwischen den VW-Marken schaffen. Für die Entwicklung innerhalb des Konzerns ist die Marke gemeinsam mit der Volkswagen Software-Automotive-Tochter CARIAD verantwortlich. Zuletzt wurden innerhalb des Projekts über Softwareprobleme oder gar das endgültige Aus gemutmaßt. Die Kernmarke Volkswagen konzentriert sich parallel auf die Elektrolimousine Trinity.

Quelle: Automobilwoche – VW Hannover muss um Artemis-Produktion bangen

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Audi Elektroautos

So startet Audi die Produktion des A2 e-tron in Ingolstadt

So startet Audi die Produktion des A2 e-tron in Ingolstadt

Sebastian Henßler  —  

Audi hat die Serienproduktion des A2 e-tron in Ingolstadt gestartet und dabei Entwicklungszeit, Komplexität und Fertigungsschritte deutlich reduziert.

Octopus Energy öffnet V2G-Tarif für Audi e-tron-Modelle

Octopus Energy öffnet V2G-Tarif für Audi e-tron-Modelle

Sebastian Henßler  —  

Wer seinen Audi e-tron mit einer bidirektionalen Wallbox verbindet, lädt günstiger und kann pro Jahr bis zu 18.000 Kilometer kostenlos zurücklegen.

Belegschaft reagiert begeistert auf Audi A2 e-tron

Belegschaft reagiert begeistert auf Audi A2 e-tron

Sebastian Henßler  —  

Der Betriebsrat wertet den Produktionsstart des A2 e-tron in Ingolstadt als starkes Signal für die Zukunft des Standorts und der Beschäftigten.

Audi A2 e-tron: Zweite Chance für einen einstigen Flop

Audi A2 e-tron: Zweite Chance für einen einstigen Flop

Stefan Grundhoff  —  

Audi bringt den A2 als Elektroauto zurück und stützt sich dabei technisch auf die Plattform des VW ID.3 Neo, verpackt in einem eigenständigen Design.

VW-Konzern bestätigt Rochade an der Vertriebsspitze

VW-Konzern bestätigt Rochade an der Vertriebsspitze

Sebastian Henßler  —  

Elektroauto-News hatte die Personalpläne bereits im Juli exklusiv vermeldet, nun bestätigen Volkswagen, Audi und Skoda die Rochade offiziell zum Oktober.

VW-Aufsichtsrat entscheidet am Freitag über Tausende Jobs

VW-Aufsichtsrat entscheidet am Freitag über Tausende Jobs

Sebastian Henßler  —  

Vor der Aufsichtsratssitzung am 4. September droht bei Volkswagen ein offener Konflikt um die Zukunft der Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.

Erste Fahrt im Audi Nuvolari Plug-in-Hybrid: Bruderliebe

Erste Fahrt im Audi Nuvolari Plug-in-Hybrid: Bruderliebe

Stefan Grundhoff  —  

Audi vermisste seinen R8 – und wie! Weil sich ein normaler Nachfolger nicht rechnete, bedienten sich die Ingolstädter bei Markentochter Lamborghini.