Audi bringt mit dem A2 ein Modell zurück, das an sich kaum jemand vermisst hatte. Technisch handelt es sich bei dem elektrischen Kompaktklasseauto um die neueste Ausbaustufe des VW ID.3 Neo, verpackt mit einem Designerhut aus dem Hause Audi. Hat die zweite A2-Generation nunmehr das Zeug zum Erfolgsmodell?
Spricht man im Hause Audi über den vor Jahren eingestellten A2, so dauert es nicht lang und es kommt der leicht mahnende Hinweis, dass das Auto seiner Zeit voraus war und damals die Zeit für ein solches Modell noch nicht reif war. Das kommt einem irgendwie bekannt vor, denn auch so mancher Mercedes-Verantwortliche bekommt beim Gedanken an die erste Generation des Smart Fortwo einen leicht versonnenen Blick. Auch der doppelsitzige Smart war als ehemaliges Cityauto von Swatch-Macher Nicolas Hayek ersonnen und Johann Tomforde umgesetzt seiner Zeit voraus. Doch so innovativ beide Fahrzeuge auch waren, beide Modelle waren wirtschaftliche Flops – und beide kommen nunmehr zurück.
Neuer Audi A2 teilt Technik mit VW ID.3 und Cupra Born
Während der Smart #2 mittlerweile unter Geely-Flagge segelt, ist die neue Generation des Audi A2 ebenfalls ein Elektromodell und trägt den Namensannex e-tron. Produziert und entwickelt in Ingolstadt. Technisch ist der A2 jedoch ein alter Bekannter, denn Plattform, Antrieb, Batterie oder Achsen kennt man bereits vom aktuellen VW ID.3 Neo.

Bot die erste Generation in der damaligen Einstiegsklasse technische Innovationen wie Aluminium-Spaceframe-Karosserie, cW-Bestwerte und zumindest leicht verspätet einen Knauserdiesel, so ist vom Hightech des Ahnen nicht viel geblieben. Etwas überraschend hat es das Außendesign in zugegeben moderner Ausprägung jedoch in die Zukunft geschafft. Doch gerade das war beim Urmodell wegen seiner schmalen Form, dem hohen Aufbau und den dünnen Eco-Reifen von vielen potenziellen Kunden kritisiert worden.
Auch die neue Generation ist optisch kein Selbstläufer, denn die Zeiten, in denen eine Öko-Auto wie seinerzeit der Toyota Prius, BMW i3, Chevrolet Volt oder eben ein Audi A2 auf den ersten Blick als solches zu erkennen ist, sind an sich lange vorbei. Anzunehmen ist, dass sich nach dem Auslaufen von A1 und A3 viele Audi-Fans ein selbstbewussteres Auftreten gewünscht hätten, wie es eben auch die größeren Modelle bieten.

Doch auch der neue A2 bietet Hightech: spezieller Bugspoiler, Air Curtains zum Stabilisieren der Luftströmung um die Vorderräder oder spezielle Fugenabdichtungen: Jede Maßnahme am 4,32 Meter langen A2 reduziert die Turbulenzen in der Strömung und damit den Luftwiderstand. Konturierte Radspoiler, Abdeckungen an den Fahrwerksteilen und definierte Abrisskanten führen die Luft zu einem größeren Heckdiffusor mit eigener Aerokante. Am oberen Ende stabilisieren ein Dachspoiler und aerodynamische Elemente an den C-Säulen die Strömung und ermöglichen trotz des polarisierenden Auftritts so einen Luftwiderstandbeiwert von 0,24. Fraglos gut – aber heute kaum mehr beeindruckend.

Einfacher haben es mögliche Kunden im Innern, denn hier gibt es das neue Audi-Design der vergangenen Modelle mit mehr Wertigkeit und Textilelementen in den Türen. Oberflächen, Verkleidungen und häufig berührte Bereiche wirken sorgfältiger ausgewählt als in vielen anderen MEB-Modellen des VW Konzerns. Dabei kann der A2 seine enge Verwandtschaft zu seinen Elektrobrüdern VW ID.3 und Cupra Born zwar nicht verleugnen, überspielt diese aber geschickt. Das gilt auch für die Bedienung, die das vertraute Konzern-Infotainment mit einer hochwertigeren Darstellung verbindet.
Das Platzangebot ist Dank des 2,77 Meter langen Radstandes vorne wie hinten allemal ordentlich, und wem der üppig dimensionierte Laderaum mit seinen 396 Litern nicht reicht, kann die Rückbank umklappen und bis zu 1336 Liter nutzen.

Der Audi A2 e-tron startet ab 38.200 Euro, Marktstart im Dezember
Der Audi A2 e-tron wird in vier Leistungsstufen und mit drei Batteriegrößen angeboten. Basismodell ist ab 38.200 Euro die Variante mit 125 kW / 170 PS, die mit dem 52-kWh-Batteriepaket (Lithium-Eisenphosphat – LFP) rund 420 Kilometer weit kommt. Deutlich interessanter dürfte für viele die Version mit 140 kW / 190 PS und ebenfalls 350 Nm sein, die nur 12,8 kWh / 100 km verbraucht. Mit dem 61 kWh großen Akku schafft der Hecktriebler 515 Kilometer. Beide Versionen werden bei für den Alltag absolut ausreichenden 160 km/h abgeregelt, ebenso die Version mit 84 kWh großer Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie Batterie, die 170 kW / 231 PS stark bis zu 646 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp schafft.

Das Thema Nachladen ist jedoch nicht die Stärke des neuen Audi A2, denn die beides Basisversionen schaffen an einem Schnelllader gerade einmal müde 100 / 105 kW. Mit immerhin 183 kW fassen die beiden Modelle mit dem großen Akkupaket nach. Etwas überraschend: Auch das Topmodell mit 240 kW / 326 PS bietet keinen Allradantrieb – darf aber immerhin 200 km/h schnell fahren. Bestellstart für den neuen Audi A2 e-tron ist am 10. September; die Markteinführung erfolgt im Dezember.








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