Der Volkswagen-Konzern hat eine der größten Personalrochaden seiner jüngeren Geschichte offiziell bestätigt. Fünf Toppositionen im Vertrieb wechseln abschließend zum 1. Oktober 2026 die Besetzung, betroffen sind die Marken Audi, Volkswagen und Škoda sowie die Konzernregionen Nordamerika und Afrika. Elektroauto-News hatte bereits im Juli aus internen Quellen exklusiv über die Personalpläne berichtet.
Im Zentrum der Rochade steht Marco Schubert, aktuell Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Audi. Er übernimmt künftig die übergreifende Steuerung der Region Nordamerika in der erweiterten Konzernleitung und berichtet direkt an Konzernchef Oliver Blume. Schubert folgt auf Kjell Gruner, der das Unternehmen nach Angaben der Volkswagen Group verlässt, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Blume würdigte Schubert als international erfahrenen Vertriebsexperten, der mit seinem Verständnis für Kund:innen und Märkte die strategische und strukturelle Neuausrichtung der Region vorantreiben solle.
Für den freiwerdenden Posten bei Audi rückt Martin Sander nach, der bislang als Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales bei der Kernmarke Volkswagen amtierte. Sander kehrt damit zu den vier Ringen zurück, wo er von 1995 bis 2022 bereits verschiedene Führungsfunktionen bekleidet hatte, bevor er zur Ford Motor Company wechselte. Audi-Aufsichtsratschef Manfred Döss bezeichnete Sander als international erfahrenen Vertriebs- und Marketingexperten mit umfassender Kenntnis der Marke, Audi-Chef Gernot Döllner verwies zusätzlich auf dessen starke Vernetzung im Konzern.
Sanders bisherige Position bei der Kernmarke Volkswagen übernimmt wiederum Martin Jahn, der seit März 2021 als Vertriebsvorstand bei Škoda tätig war. Škoda-Chef Klaus Zellmer dankte Jahn für dessen Beitrag zum Aufstieg der Marke zur zweitverkaufsstärksten in Europa und zur erfolgreichen Einführung der batterieelektrischen Modelle. Jahn soll den Angaben zufolge zudem, vorbehaltlich der nötigen Genehmigungen, in den Aufsichtsrat von Škoda wechseln.
Zwei weitere Wechsel schließen den Kreis
Den bei Škoda frei werdenden Vertriebsposten übernimmt Martina Biene, bislang Chairperson und Managing Director der Volkswagen Group Africa. Zellmer lobte ihren pragmatischen, kundenorientierten Ansatz sowie ihre internationale Erfahrung, die der wachsenden globalen Präsenz von Škoda zugutekommen solle. Biene ist seit 2001 im Konzern tätig und leitete unter anderem die weltweite Produktlinie Kleinwagen, bevor sie 2022 an die Spitze des Afrika-Geschäfts wechselte.
Wer wiederum bei der Volkswagen Group Africa nachrückt, war im Juli noch offen. Nun ist klar: Christiane Zorn, aktuell Leiterin Vertrieb Overseas bei der Porsche AG, wird neue Vorsitzende und Geschäftsführerin für die Region und berichtet künftig an Thomas Schäfer. Zorn brachte zuvor Stationen bei der Boston Consulting Group, bei BMW sowie im Audi-Vertrieb China mit, ehe sie 2025 zu Porsche wechselte.
Die Neubesetzung fällt in eine Phase, in der der Volkswagen-Konzern nach eigener Darstellung seine Strukturen umfassend neu ausrichtet. Elektroauto-News hatte im Zusammenhang mit der ersten Berichterstattung über die Personalpläne auf die zeitliche Nähe zum konzernweiten Sparprogramm Zielbild 2030 hingewiesen, ohne dass sich daraus ein direkter Zusammenhang belegen ließ. Volkswagen, Audi und Škoda äußerten sich in ihren Mitteilungen zu den Personalien ausschließlich mit Blick auf die jeweiligen Vertriebsaufgaben.
Quelle: Audi – Pressemitteilung / Škoda – Pressemitteilung / Volkswagen – Pressemitteilung









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