Audi hat die Serienfertigung des A2 e-tron aufgenommen. Am Stammsitz in Ingolstadt liefen die ersten Exemplare des neuen Elektromodells vom Band, im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Vorstandsvorsitzender Gernot Döllner bezeichnete den A2 e-tron als „effizientesten Audi, den wir jemals gebaut haben“ und ordnete das Modell als „nächsten Schritt unserer Erneuerung“ ein. Der A2 e-tron wurde gezielt für den europäischen Markt entwickelt und soll Elektromobilität alltagstauglicher machen.
Vor dem eigentlichen Produktionsstart hat Audi seinen Entwicklungsprozess deutlich beschleunigt. Der sogenannte Produktentstehungsprozess dauerte beim A2 e-tron 21 Monate weniger als bei früheren Fahrzeugprojekten. Erfahrungen aus vorherigen Anläufen sowie gestraffte interne Abläufe verringerten den Abstimmungsaufwand zwischen den Fachbereichen. Dadurch erreichte das Modell bereits in der Vorserienproduktion früher als üblich seine Fahrzeugreife.
Parallel dazu senkte Audi die Komplexität in Entwicklung und Fertigung. Trotz eines hohen Kundennutzens kommt der A2 e-tron mit deutlich weniger produktionsrelevanten Teilenummern aus als vergleichbare Modelle. Das wirkt sich unmittelbar auf die Logistik aus. Die Zahl der sogenannten logistischen Supermärkte sinkt merklich, wodurch sich sowohl der Flächenbedarf als auch der Aufwand für die Materialversorgung im Werk verringern.
Neues Steuerungsprinzip verändert die Fertigung grundlegend
Erstmals kommt am Standort Ingolstadt das Produktionsprinzip der „Perlenkette“ zum Einsatz, das sich im Werk Neckarsulm bereits bewährt hat. Dabei wird die Reihenfolge der Kundenaufträge sechs Tage vor Montagestart festgelegt und anschließend über alle Gewerke hinweg eingehalten. Zulieferer können Teile dadurch direkt in der passenden Sequenz fertigen und verpacken, was Lager- und Sequenzierflächen im Werk überflüssig macht und die Wirtschaftlichkeit des Prozesses erhöht.
Auch bei der Karosseriefertigung nutzt Audi Synergien. Die Karosserien des A2 e-tron entstehen gemeinsam mit denen des Audi A3, ermöglicht durch ein flexibles Anlagenlayout. Mehr als 1200 Fertigungskomponenten, darunter Roboter-Schweißzangen sowie rund 250 Roboter aus der Produktion anderer Audi-Modelle, werden weiter- oder wiederverwendet.

Der Radanbau erfolgt in Ingolstadt für den A2 e-tron erstmals vollautomatisch. Vollautomatische Roboterstationen ersetzen die bisherigen halbautomatisierten Schraubstationen in der Fahrwerksvormontage für Vorder- und Hinterachse. Im Karosseriebau setzt Audi zusätzlich auf „Bin Picking“. Kamerageführte Roboter erkennen Bauteile per Bildverarbeitung und entnehmen sie erstmals auch direkt aus ungeordneten Behältern, was ergonomisch anspruchsvolle Tätigkeiten für die Beschäftigten reduziert.
Digitale Technik und geschultes Personal ergänzen sich
Die digitale Vernetzung der Montage übernimmt die Industrie-Cloud „Edge Cloud 4 Production“. Sowohl das universelle Prüfsystem für die Steuergeräte des A2 e-tron als auch die „Werkerführung“, die Informationen zu Fahrzeugindividualisierungen bereitstellt, laufen zentral über die Cloud. Dadurch spart Audi in der Montage mehr als 450 Industrie-PCs ein. Ergänzend baut der Konzern standortübergreifend KI-gestützte Wissensassistenten auf, etwa den Supply-Chain-Chatbot für Fachwissen und Prozesse sowie den „mAIntenance Chat“, der Instandhaltungsteams bei Fehleranalysen unterstützt.
Neben der Technik war die frühzeitige Qualifizierung der Belegschaft entscheidend für den Produktionsanlauf. Audi bereitete die Beschäftigten über ein mehrstufiges Konzept aus praxisnahen Schulungen und virtuellen Trainings auf die Anforderungen der neuen Fertigung vor, darunter ein virtuelles Montage-Training am Bildschirm. Produktionsvorstand Gerd Walker ordnete den A2 e-tron als Beleg dafür ein, dass „wirtschaftlich Autos bauen in Deutschland möglich“ sei, gestützt auf KI-Assistenten, flexible Anlagen und das Know-how der Mitarbeitenden.
Auch innerhalb der Belegschaft hat der Produktionsstart eine besondere Bedeutung. Der Vorsitzende des Audi-Gesamtbetriebsrats, Jörg Schlagbauer, erklärte, Belegschaft und Betriebsrat hätten sich bereits seit 2019 mit Nachdruck dafür eingesetzt, „dass Audi ein Elektro-Einstiegsmodell entwickelt und dieses in Ingolstadt gebaut wird“. Werkleiter Siegfried Schmidtner sieht in dem neuen Modell zudem eine Absicherung von Kernkompetenzen am Hauptsitz des Unternehmens.
Quelle: Audi – Pressemitteilung








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