SUVs und Crossover dominieren E-Auto-Markt Q1/2024

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Automobil-Analyst Matthias Schmidt hat Ende des ersten Quartals den europäischen Elektroautomarkt hinsichtlich der verkauften E-Autos betrachtet. Hierbei lag der Blick vor allem auf dem Segment, in dem die jeweiligen E-Autos einzuordnen sind. Wie aus der Vergangenheit bereits bekannt dominieren auch Ende des ersten Quartals 2024 SUVs und Crossover-Modelle beim Absatz.

E-Autos aus diesem Segment machen mittlerweile 62,7 Prozent aller neu zugelassenen E-Autos in Westeuropa aus. Das Tesla Model Y führt die Liste der beliebtesten Modelle an, gefolgt von den Volvo-Modellen EX40 und EC40, die zusammen 7 Prozent des Marktanteils ausmachen. Audis Q4 erzielte mit 5,5 Prozent ebenfalls einen nennenswerten Anteil. Ein bemerkenswerter Trend ist, dass sechs von zehn SUVs auf rein elektrischen Plattformen basieren. Dies liegt leicht über dem Marktdurchschnitt von 54 Prozent. Für viele Käufer spielen dabei auch steuerliche Vorteile eine Rolle. In Frankreich etwa können hohe Strafen für emissionsstarke Verbrennermodelle vermieden werden, die bis zu 60.000 Euro betragen.

Absatz E-Autos im Q1/2024 nach Fahrzeugsegment

Im A-Segment, das auch als „Basic“ bekannt ist, verzeichnete der Dacia Spring, der in China produziert wird, im März einen Rückgang der Verkaufszahlen um 72,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang könnte auf die bevorstehende Markteinführung einer überarbeiteten Version zurückzuführen sein. In Deutschland kostet das Modell ab 16.990 Euro. Zudem wird das Modell in Frankreich nicht mehr staatlich gefördert, was ebenfalls Einfluss auf die Verkaufszahlen haben könnte. Dacia hat jedoch die Preise gesenkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit seiner Einführung 2021 wurden über 110.000 Einheiten in Westeuropa verkauft.

Das B-Segment, auch als „Small“ bekannt, wird von Modellen von Stellantis und Renault dominiert, die 7,3 Prozent des Marktes ausmachen. Besonders in Frankreich, wo es großzügige Kaufprämien für europäische Modelle gibt, sind diese Fahrzeuge bei Privatkunden beliebt. Mit der Einführung des Renault 5 im Laufe des Jahres 2024 wird ein weiterer Schub für dieses Segment erwartet. Frankreich stellt 59 Prozent der Neuzulassungen in diesem Bereich.

Im C-Segment, das 9,3 Prozent des Marktes ausmacht und als „Lower-Medium“ bezeichnet wird, verzeichneten die Hersteller die höchsten Verluste. Der MG4, der Hauptakteur dieses Segments, sah im März einen Rückgang der Verkaufszahlen um über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Volkswagen ID.3 verlor stark, mit einem Rückgang von 55,5 Prozent beim Absatz.

Im D-Segment, das als „Upper Medium“ bezeichnet wird, dominieren der Hyundai Ioniq 6 und das Tesla Model 3. Letzteres hat kürzlich eine Auffrischung erfahren, was die Verkaufszahlen ankurbelte. Neue Modelle wie der VW ID.7 und der BYD Seal ergänzen dieses Segment. Wer die Zahlen aus der Vergangenheit kennt, wird sich wegen der Verschiebung des prozentualen Anteils von Near-Executive zu Upper-Medium wundern, dies liegt daran, dass Schmidt das Model 3 neu eingeordnet hat.

Im „Near-Executive“-Segment (D-Segment-Premium) bestehen die Hauptakteure hauptsächlich aus dem Polestar 2 und dem BMW i4. Neueinsteiger wie der NIO ET5 und der Zeekr 001 konnten bisher nur wenig Eindruck hinterlassen. Und noch wenig Zulassungen.

Im E-Segment, auch „Executive“ genannt, konkurrieren Mercedes EQE und BMW i5 um die Gunst der Firmenkunden, die von niedrigen Steuersätzen profitieren. Modelle wie der NIO ET7 und der BYD Han spielen bisher nur eine untergeordnete Rolle. Hier dürfte mittelfristig eher der Audi Q6 e-tron Einzug halten und einen Unterschied bei den Zulassungszahlen machen.

Im F-Segment, das als „Luxury“ bezeichnet wird, dominiert der Porsche Taycan. Er wird gefolgt von Modellen wie dem Maserati GT Folgore und dem Tesla Model S.

Anzahl E-Autos im Q1/2024 nach Fahrzeugsegment

Die Dominanz der SUVs und Crossover-Modelle im E-Auto-Markt zeigt einen klaren Trend. Tesla bleibt mit dem Model Y führend, während andere Hersteller wie Volvo und Audi ebenfalls bedeutende Marktanteile halten. In den verschiedenen Segmenten zeigen sich unterschiedliche Dynamiken, wobei steuerliche Anreize und staatliche Förderungen eine wichtige Rolle spielen. Die Entwicklung neuer Modelle, wie der Renault 5, und die Einführung überarbeiteter Versionen, wie beim Tesla Model 3, werden die Marktentwicklung in den kommenden Monaten weiter beeinflussen.

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Market Intelligence Study, Q1 / 2024

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Smartino:

„….. dass das keine taugliche Kategorie ist.“
Weil diese Kategorie am meisten Verkäufe aufweist, soll sie abgeschafft werden?
Wenn der Thüringer Fleischer mit Thüringer Würsten den grössten Umsatz macht, soll er die Kategorie Würste abschaffen?

Jakob Sperling:

Nimmt mich wunder, wann diese Leute merken, dass ‚SUV‘ eine völlig unbrauchbare Kategorie ist?

Vom Monster-BMW und -Mercedes über den Mazda CX-5, den VW-T-Cross bis hin zum Suzuki Ignis ist alles ein SUV.
Von völlig blödsinnigen Vehikeln mit 2.5 und mehr Tonnen bis zum vernünftigen Stand- und Berg-Auto mit einer Tonne oder etwas darüber.

Wenn dann 95% solche SUV fahren und die restlichen 5% sich auf alle anderen Kategorien aufteilen, merkt dann vielleicht auch noch der letzte, dass das keine taugliche Kategorie ist.

Tom62:

Wahnsinn ! Entweder lauter Grossanhängerzieher/kleinwüchsige/alte/übergewichtige/Bandscheiben Patienten in SUVs, die zu 99% den Asphalt nie verlassen…
Nur ein Herdentrieb, imho…

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