Nissan erweitert sein Elektroauto-Angebot nach unten. Der japanische Hersteller hat den Namen seines neuen vollelektrischen Stadtwagens bestätigt: Der Nissan Pixo soll das Comeback der Marke im europäischen A-Segment sein und wird am 23. September vollständig vorgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung. Technische Details hält Nissan bislang noch zurück, die Verwandtschaft zum Renault Twingo E-Tech elektrisch lässt aber bereits ziemlich genau erahnen, was zu erwarten ist.
Dass Nissan einen Ableger des elektrischen Twingo erhält, steht bereits seit März 2025 fest. Damals kündigten Renault und Nissan an, dass Renault das Fahrzeug für Nissan entwickeln und produzieren werde, während Nissan selbst für das Design verantwortlich ist. Erlkönigbilder, die unter anderem das französische Automagazin L’Argus veröffentlicht hat, zeigen entsprechend eine sehr ähnliche Grundform, allerdings mit eigenständig gestalteter Front und anderen Leuchten. Die Markteinführung wird Anfang 2027 erwartet.
Damit dürfte der Pixo technisch sehr nahe am neuen Renault Twingo E-Tech elektrisch liegen. Der Franzose ist nur 3,79 Meter kurz und kombiniert einen 60 kW (82 PS) starken Elektromotor mit einer 27,5 kWh großen LFP-Batterie. Bis zu 263 Kilometer WLTP-Reichweite sind möglich. Schnellgeladen wird mit bis zu 50 kW, der Preis beginnt in Deutschland bei 19.990 Euro. L’Argus erwartet für den Pixo ebenfalls den 27,5-kWh-Akku und eine Reichweite um 260 Kilometer. Bestätigt sind diese Daten für den Nissan aber noch nicht.
Gleich drei Modelle auf ähnlicher Basis
Der Pixo ist damit das dritte Modell eines eng verwandten Kleinstwagen-Trios. Erst vor wenigen Tagen hat Dacia die zweite Generation des Spring vorgestellt. Auch sie nutzt die neue RG-EV-Small-Plattform. Der neue Spring setzt ebenfalls auf eine 27,5-kWh-LFP-Batterie sowie 60 kW Leistung und erreicht bis zu 250 Kilometer nach WLTP. In Deutschland soll er ab 17.900 Euro angeboten werden. Damit dürfte Dacia innerhalb des Trios weiterhin die besonders preiswerte Rolle übernehmen.
Renault positioniert den Twingo dagegen etwas höher und setzt unter anderem auf verschiebbare Rücksitze, einen vergleichsweise variablen Innenraum und in höheren Ausstattungen auf ein Infotainmentsystem mit Google-Integration. Wo Nissan den Pixo dazwischen einsortiert, dürfte deshalb mindestens ebenso interessant werden wie dessen technische Daten. Viel Spielraum beim Preis bleibt jedenfalls nicht: Soll der Pixo tatsächlich als besonders zugängliches Elektroauto wahrgenommen werden, dürfte er kaum wesentlich mehr als die knapp 20.000 Euro des Twingo kosten.
BYD zeigt, dass kleine E-Autos auch mehr Reichweite können
Gleichzeitig trifft das Renault-Nissan-Dacia-Trio auf Wettbewerber, die technisch andere Schwerpunkte setzen. Der BYD Dolphin Surf ist mit 3,99 Metern bereits etwas größer. In der Basisversion besitzt er eine 30-kWh-LFP-Batterie und erreicht 220 Kilometer WLTP-Reichweite. Interessanter sind allerdings die Versionen mit 43,2 kWh: Damit sind bis zu 322 Kilometer möglich. Hinzu kommen bis zu 85 kW DC-Ladeleistung und in der stärksten Variante 115 kW beziehungsweise 156 PS. Der reguläre Kaufpreis des Dolphin Surf Active liegt derzeit bei 20.190 Euro, wobei BYD mit Herstellerbonus und staatlicher Förderung teilweise deutlich niedrigere effektive Preise bewirbt.
Damit zeichnet sich im lange ausgedünnten Kleinstwagensegment wieder ein durchaus spannender Wettbewerb ab. Spring, Twingo und Pixo setzen auf relativ kleine Batterien, niedrigen Verbrauch und europäische Produktion, während die chinesische Konkurrenz von BYD mehr Akkukapazität und Reichweite anbietet. Für Nissan dürfte daher vor allem der Preis entscheidend werden. Gelingt es, den Pixo deutlich unterhalb der elektrischen Micra und möglichst nahe an Spring und Twingo zu positionieren, könnte die Marke ab 2027 wieder eine interessante Antwort für Kunden haben, die schlicht ein kleines und bezahlbares Elektroauto suchen. Und auch VW will im kommenden Jahr mit einem Elektro-Kleinstwagen aufwarten.
Quelle: Nissan – Pressemitteilung im September 2026; L’Argus – Scoop Nissan Pixo (2027). La cousine de la Renault Twingo électrique s’annonce et se montre









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