Nissan pausiert Entwicklung des elektrischen Qashqai

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Maria Glaser
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Nissan hat die Entwicklung eines elektrischen Qashqai auf Eis gelegt. Grund dafür sei, so ein Bericht von Reuters, die weltweite Umstrukturierung des japanischen Automobilherstellers, die mit Kosteneinsparungen sowie einer Reduzierung der Modellpalette einhergeht. Weltweit will das Unternehmen die Anzahl seiner Modelle von 56 auf 45 senken. Die Entwicklung des vollelektrischen Qashqai sei, wie Reuters feststellt, stillschweigend eingestellt worden.

Derzeit wird der Qashqai als Benziner und Hybridauto verkauft. Er hat Reuters zufolge im Jahr 2025 etwa 45 Prozent des Gesamtabsatzes der Marke von 330.000 Fahrzeugen in Europa ausgemacht. Die Pläne zur Produktion einer elektrischen Variante des europäischen Bestsellers wurden 2023 von Nissan in Großbritannien vorgestellt. Die britische Regierung befürwortete damals das Projekt als Erfolg für die heimische Elektroautoindustrie, da der Elektro-SUV in Sunderland gebaut werden sollte. Einen konkreten Zeitplan für die Auslieferung gab es nicht.

Im Rennen gegen die Zeit

Nissan spart Geld, indem das Projekt pausiert wird. Ob sich diese Entscheidung als nachhaltig erweisen wird, ist jedoch zweifelhaft. Andere Hersteller, ob traditionell oder Newcomer aus China, arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung günstiger Elektroautos, und so könnte Nissan durch die Verzögerung auf lange Sicht wichtige Marktanteile in diesem Segment verlieren. Selbst wenn Nissan den E-Qashqai wieder aufnehmen sollte, würde das Modell erst Anfang der 2030er Jahre auf den Markt kommen – vergleichsweise spät.

Diese Entscheidung gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, die Nissan im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung ergreift. Zu dem Werk in Sunderland wurde erst kürzlich bekannt, dass es gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer Chery genutzt werden soll, um Überkapazitäten auszugleichen. Das Werk im Norden des Landes, in dem knapp 6000 Mitarbeiter:innen beschäftigt sind, produziert bereits den Elektro-Leaf und plant die Produktion des elektrischen Crossover-SUV Juke. Sunderland, wo im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel aller Autos in Großbritannien produziert wurden, ist das größte Automobilwerk des Vereinigten Königreichs. Von den 900 Stellenstreichungen in Europa, die im Mai angekündigt wurden, ist Sunderland nicht betroffen.

Nissan setzt auf Hybridautos

In einer Stellungnahme erklärte Nissan, dass die Modellpalette weiterhin elektrifiziert werden soll. Man erlebe jedoch, so Nissan, auf dem europäischen Markt erhebliche Schwankungen bei der Nachfrage nach reinen Elektroautos. Daher setzt der japanische Hersteller vermehrt auf Hybridantriebe. Erst Anfang des Jahres bestätigte Nissan, dass die Pläne zum Bau von zwei elektrischen SUVs in seinem Werk in Mississippi eingestellt worden seien und man sich stattdessen auf Hybridmodelle konzentrieren werde.

In Großbritannien finden Beratungen zwischen Politik und Automobilindustrie über eine mögliche Lockerung von Vorschriften zur Elektrifizierung statt. Aktuell sehen diese vor, dass Autohersteller bestimmte Verkaufsziele für Elektroautos erreichen müssen, um Strafzahlungen zu vermeiden. Im Falle einer Lockerung könnte Nissan auch in Sunderland mehr Hybridautos produzieren.

Aktuell steigt in Europa und insbesondere auf dem deutschen Markt die Nachfrage nach Elektromobilität. Dazu tragen nicht nur die stark gestiegenen Diesel- und Benzinpreise seit der Irankrise bei, sondern auch die deutsche E-Auto-Förderung bei, die seit Mai beantragt werden kann. Nissan selbst bietet zusätzlich zur staatlichen Förderung in Deutschland einen Herstellerbonus an.

Quelle: Reuters – Nissan shelves development of electric Qashqai in cost-cutting drive

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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