Viele der europäischen Autohersteller blicken wenig erfreut auf das Jahr 2025 zurück. Ganz anders sieht das bei Hyundai aus. In dem bekannt schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld gab es leichtes Plus und mehr als 603.000 verkaufte Fahrzeuge. „Europa spielt eine zentrale Rolle für das globale Wachstum von Hyundai“, unterstreicht José Muñoz, CEO der Hyundai Motor Company. „Unsere Investitionen in der gesamten Region in den Bereichen Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie Personal spiegeln unser langfristiges Engagement für Europa und unsere Lokalisierungsstrategie wider. Unsere Teams in der Tschechischen Republik, der Türkei und Deutschland treiben die Vision von Hyundai in Europa voran.“
Auch wenn der prozentuale Zuwachs mit gerade einmal einem Prozent nicht gerade üppig ausfällt, ist nicht allein Konzern-CEO José Muñoz, sondern gerade auch der Europa-Chef Xavier Martinet, CEO von Hyundai Motor Europe zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Der Marktanteil der Südkoreaner liegt bei 4,2 Prozent und damit über vielen heimischen Marken. „Viele wissen gar nicht, wie groß wir mittlerweile geworden sind“, sagt Martinet, „Hyundai Motor Europe hat im Jahr 2025 eine solide Leistung erzielt, angetrieben durch einen Anstieg der Verkäufe von Elektrofahrzeugen um 24 Prozent und einen Marktanteil bei Hybrid- und Elektromodellen, der unseren Gesamtmarktanteil übersteigt.“
Hyundai rückt leise in die Nähe der Weltmarktführer
Und tatsächlich denken viele nach den Weltmarktführern Toyota und Volkswagen eher an Hersteller wie General Motors, Ford, den Stellantis-Konzern oder die neuen Stars aus China. Dabei hat sich Hyundai Motors mit seinen drei Automarken Hyundai, Kia und Genesis ebenso langsam wie nachhaltig nach vorne gepirscht. Toyota und Volkswagen scheinen dabei nicht mehr so unerreichbar wie einst und so schielen viele in der Konzernzentrale von Seoul ohne Scham auf den Platz an der automobilen Sonne.
Gerade bei den elektrifizierten Fahrzeugen läuft es besser als bei vielen Wettbewerbern. Hyundai Europe baute seine Position im Segment der Elektrofahrzeuge mit einem Zuwachs von 24 Prozent weiter aus. Reine Elektroautos waren mit einem Anstieg von 48 Prozent der wichtigste Antreiber, während Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle ebenfalls um elf Prozent zulegen konnten. Mit einem BEV-Anteil von 18 Prozent am europäischen Gesamtabsatz sind die Südkoreaner zufrieden. Auch wenn abseits des Hyundai Ioniq 3 echte Stars in 2026 wie zuletzt Inster oder Ioniq 9 fehlen, gibt es in den kommenden 18 Monaten erstmals eine vollständig elektrifizierte Produktpalette.
Vieles dreht sich um die Kompaktklasse, denn drei der fünf neuen Modelle kommen aus den Segmenten B und C. In Deutschland ist Hyundai mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent die meistverkaufte asiatische Marke im Segment der Pkw. Der Tucson, neben einer Verbrenner-Version auch als Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Version erhältlich, führt mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent den europäischen Markt für kompakte SUVs im Privatkundenbereich an.
Mehr als andere Marken bekennt sich Hyundai dabei auch bei der Fertigung zum Standort Europa. Das Werk im tschechischen Nošovice feierte gerade die Produktion seines fünfmillionsten Fahrzeugs. Hyundai Motor Türkiye im türkischen Izmit wird in diesem Jahr mit der Fertigung seines ersten Elektroautos Ioniq 3 starten. Sowohl in den beiden Werken als auch im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim wurde umfangreich investiert.
Hohe Investitionen stärken Forschung, Entwicklung und Fertigung
Mit einer Investition von 150 Millionen Euro in den neuen Square Campus hat Hyundai im vergangenen Jahr seine Einrichtungen im HMETC um 25.000 Quadratmeter erweitert und es zu einem der modernsten Automobil-Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa gemacht. Im türkischen Izmit investierte das Unternehmen 250 Millionen, um die Anlage durch einen neu gestalteten EV-Unterboden sowie die Integration der Hochvoltbatterie und der Leistungselektronik zu modernisieren. In den kommenden Jahren sind weitere Investitionen geplant.
Viel zu tun gibt es jedoch bei der Premiummarke Genesis, die nunmehr enger an die Kernmarke Hyundai herangeholt wird. Die zuletzt kaum mehr als 2400 Verkäufe in ganz Europa (2025) können die Konzernführung nicht zufriedenstellen. Vertriebsexperte Peter Kronschnabl, viele Jahre im Topmanagement von BMW tätig, soll die Marke mit einem neuen Handelskonzept in eine erfolgreiche Zukunft führen.
Hierzu soll sukzessive ein Händlernetz aufgebaut werden, um zumindest bei den Premiummarken in der zweiten und dritten Reihe wie Volvo, Polestar oder Cadillac mithalten zu können. Zu den aktuell gerade einmal 15 Händlern sollen bis Ende 2026 nochmal 19 hinzukommen, während die Zahl der Servicecenter von derzeit 39 um mehr als 100 steigen soll. War der Edelableger bisher nur in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien vertreten, kommen in der ersten Jahreshälfte Italien, Frankreich und die Niederlande dazu und im dritten Quartal folgt Spanien.







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