CO₂-Bilanz: Automobilhersteller fast auf EU-Kurs

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Daniel Krenzer
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Die europäischen Automobilhersteller haben ihre CO₂-Bilanz im ersten Halbjahr 2026 deutlich verbessert. Nach Berechnungen des International Council on Clean Transportation (ICCT) lagen die durchschnittlichen Emissionen der neu zugelassenen Pkw von Januar bis Juni bei 94 Gramm CO₂ je Kilometer. Unter Einbeziehung der vorgesehenen regulatorischen Gutschriften bewegte sich die Branche damit im Mittel auf dem für 2026 errechneten Zielpfad.

Für die entscheidende Betrachtung des gesamten bisherigen Anrechnungszeitraums von Januar 2025 bis Juni 2026 ergibt sich allerdings noch eine kleine Lücke: Die bereinigten Emissionen der Herstellerpools lagen bei rund 95 g/km und damit knapp 2 Gramm über dem durchschnittlichen EU-Ziel von 93 g/km für 2025 bis 2027. Endgültig abgerechnet wird erst nach diesen drei Jahren. Schwächere Werte aus einem Jahr können die Hersteller somit später ausgleichen.

Zwischen den Unternehmen bleiben die Unterschiede groß. Mehrere Pools, darunter BMW, Mercedes-Benz, Kia, Toyota, Tesla und BYD, liegen bereits auf Kurs oder besser. Der Volkswagen-Pool hat als größter Anbieter Europas laut ICCT weiterhin den größten Abstand zu seinem individuellen Ziel. Dabei sind die Werte nur eingeschränkt mit einzelnen Marken gleichzusetzen, weil Hersteller ihre Flotten in gemeinsamen CO₂-Pools zusammenfassen können.

Fast jedes vierte Auto ist ein Elektroauto

Entscheidend für die Verbesserung ist der steigende Elektroauto-Anteil. Im ersten Halbjahr waren 22 Prozent der europäischen Neuzulassungen batterieelektrisch, fünf Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Im Juni erreichten reine Elektroautos sogar 24 Prozent. Konventionelle Verbrenner kamen im Halbjahr nur noch auf 30 Prozent, acht Punkte weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahlen bilden allerdings keine vollständige Klimabilanz ab. Gemessen werden offizielle WLTP-Werte der Neuwagenflotte: Elektroautos gehen lokal mit null Gramm ein, während weder Stromerzeugung noch Fahrzeugproduktion berücksichtigt werden. Auch bei Plug-in-Hybriden können Prüfwerte und tatsächliche Nutzung deutlich auseinanderliegen, da diese im Realbetrieb häufig ein Vielfaches an fossilen Treibstoffen verbrauchen als im Testzyklus. Als Maßstab für die regulatorische Transformation des Neuwagenmarkts bleibt die Statistik dennoch aussagekräftig. Sie zeigt, dass die CO₂-Vorgaben den Absatz emissionsfreier Autos offenbar stärker beschleunigen als freiwillige Versprechen.

Quelle: ICCT – Pressemitteilung vom 22. Juli 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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