Privatkunden treiben E-Auto-Boom: Zulassungen steigen um 141 Prozent

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Daniel Krenzer
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Der deutsche Automarkt ist im August im Vorjahresvergleich nur leicht gewachsen – bei Elektroautos zeigt sich jedoch eine ganz andere Dynamik. Vor allem Privatkunden griffen deutlich häufiger zum Stromer: Nach einer Auswertung von Dataforce stiegen die privaten Neuzulassungen reiner Elektroautos gegenüber dem Vorjahresmonat um satte 141 Prozent auf knapp 36.800 Fahrzeuge. Damit waren 42,7 Prozent aller im August privat neu zugelassenen Pkw batterieelektrisch. Dataforce zufolge ist dies der zweithöchste bislang gemessene Wert.

Der Privatmarkt insgesamt ist dabei längst nicht annähernd so stark gewachsen. Die privaten Pkw-Neuzulassungen legten um 17 Prozent auf rund 86.000 Fahrzeuge zu. Der enorme Zuwachs bei Elektroautos ist somit nicht einfach die Folge eines allgemein größeren Marktes, sondern vor allem einer deutlichen Verschiebung zugunsten des Elektroantriebs.

Das zeigt auch ein Blick auf die absoluten Zahlen: Aus dem Plus von 141 Prozent errechnen sich für August 2025 rund 15.300 private Elektroauto-Neuzulassungen. Innerhalb eines Jahres kamen somit gut 21.500 Elektroautos hinzu. Der gesamte Privatmarkt wuchs gleichzeitig lediglich um knapp 12.500 Fahrzeuge. Entsprechend verloren Benziner im Privatkundengeschäft 28 Prozent, Diesel 22 Prozent.

Mehr als jedes zweite neue E-Auto geht an Privatkunden

Auch im Vergleich mit dem Gesamtmarkt fällt die Entwicklung auf. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im August insgesamt 68.930 reine Elektroautos neu zugelassen, 75,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Elektroauto-Anteil am Gesamtmarkt lag bei 32,4 Prozent.

Damit entfielen rechnerisch mehr als 53 Prozent aller neuen Elektroautos auf private Halter. Privatkunden stellten gleichzeitig lediglich gut 40 Prozent des gesamten Pkw-Marktes. Der Elektroanteil ist bei ihnen mit 42,7 Prozent inzwischen also deutlich höher als im Gesamtmarkt. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, waren sogar 51 Prozent der privaten Neuzulassungen extern aufladbar. Im August vergangenen Jahres hatte dieser Anteil erst bei 26,9 Prozent gelegen.

Von einem einzelnen Ausreißermonat kann zudem kaum noch gesprochen werden. Bereits im April meldete Dataforce ein Plus von 85 Prozent bei privaten Elektroauto-Zulassungen. Im Mai erreichten Elektroautos 36,4 Prozent Marktanteil, im Juni rund 41 Prozent und im Juli knapp 39 Prozent. Die sehr hohen Augustwerte setzen damit einen bereits seit mehreren Monaten sichtbaren Trend fort.

Förderung und Spritpreise sind Treiber

Als wesentliche Treiber nennt Dataforce weiterhin die staatliche E-Auto-Förderung sowie hohe Kraftstoffpreise. Allerdings steigt die Zahl an neuer Elektroautos deutlich schneller als es alleine die Zahl geförderter Fahrzeuge erklären würde. Auch im Flottenmarkt ging es elektrisch deutlich voran. Dort stiegen die E-Auto-Zulassungen im August um 42 Prozent auf 20.016 Fahrzeuge und erreichten 31,7 Prozent Marktanteil. Der Privatmarkt hat die Firmenflotten bei der Elektrifizierung damit inzwischen deutlich hinter sich gelassen.

Für die Qualität der Marktentwicklung spricht zudem, dass die Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus um 24 Prozent und jene des Fahrzeughandels um 11 Prozent zurückgingen. Das leichte Wachstum des Gesamtmarktes von 2,6 Prozent wurde also definitiv nicht durch zusätzliche taktische Zulassungen erkauft. Dataforce spricht deshalb von einer insgesamt „gesünderen Marktstruktur“.

Quelle: Dataforce – August 2026: Ein positives Signal für den Markt?

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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