Russlands Treibstoffkrise treibt E-Auto-Absatz nach oben

Russlands Treibstoffkrise treibt E-Auto-Absatz nach oben
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Dmitriy Kandinskiy / Shutterstock / 2807546585

Arun Niemann
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Im Sommer 2026 hat die ukrainische Armee verstärkt russische Raffinerien ins Visier genommen und damit die Treibstoffversorgung im Land ins Stocken gebracht. Die langen Schlangen vor Tankstellen und stark gestiegenen Preise für Benzin hatten jedoch auch einen interessanten Nebeneffekt: Neuzulassungen von E-Autos haben sich in Russland in den letzten Monaten mehr als verdoppelt.

Daten der russischen Analyseagentur Autostat zufolge sind die Verkäufe neuer Elektroautos und Plug-in-Hybride von Juni bis August auf 26.543 Einheiten gestiegen. Das entspricht mehr als einer Verdopplung im Vergleich zu den 12.187 verkauften Pkw im selben Zeitraum des Vorjahres.

Gleichzeitig war die Benzinproduktion in Russland laut Berichten von Reuters bis Ende August auf nur noch circa 70 Prozent des Verbrauchsniveaus des Landes gefallen. Aus dieser Knappheit ergaben sich die Bilder von langen Schlangen vor Tankstellen, welche zuletzt um die Welt gingen. Vielerorts gab es schlicht keinen Treibstoff mehr zu kaufen, weshalb immer mehr Russen E-Autos als Alternative in Betracht ziehen oder Fahrzeuge auf Flüssiggasbetrieb umrüsten.

Ein weiterhin kleiner, aber schnell wachsender Markt

Im Vergleich zum Boom von E-Autos in anderen Ländern bleibt der E-Auto-Markt in Russland trotz des wachsenden Interesses noch vergleichsweise klein. Im vergangenen Jahr machten E-Autos und Plug-in-Hybride laut Autostat nur 4,3 Prozent der gesamten Pkw-Verkäufe in Russland aus. E-Mobilität ist in Russland aufgrund des nach wie vor schwachen Ladenetzes, der enormen Distanzen im Land und des teils extremen Klimas vergleichsweise unattraktiv.

Außerdem verweist Autostat auch auf das sehr begrenzte Angebot im Land. Viele Importeure und Hersteller seien demnach vom durch die Treibstoffkrise ausgelösten Nachfrageboom überrascht worden und hätten die neuen E-Auto-Wünsche vieler Russen kaum bedienen können. Sollte die Nachfrage auch in den kommenden Monaten so hoch bleiben, ist jedoch damit zu rechnen, dass sich der Markt anpasst und das Angebot in Russland vor allem auch durch Modelle chinesischer Marken verbessern könnte.

Zur besseren Einordnung lohnt ein Blick auf die Marktstruktur in Russland: Zum Jahresbeginn 2026 waren in Russland Autostat zufolge circa 80.000 E-Autos zugelassen, was einem verschwindend geringen Marktanteil von 0,2 Prozent entspricht. Dabei dominieren durch die zunehmende Isolation vom globalen Westen und die immer engeren Handelsbeziehungen mit China vor allem Marken aus dem Land der Mitte. Marken wie Geely, Dongfeng, GAC und Chery sind führend, und auch unter den heimischen Marken führt mit Evolute ein Hersteller, dessen E-Autos aus Dongfeng-Bausätzen gefertigt werden.

Quelle: Reuters – Russia EV sales double in summer as motorists face fuel shortages

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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