Aufsichtsrat greift durch: Umstrukturierung bei Porsche

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Porsche | Lutz Meschke, Mitglied des Vorstandes, Finanzen und IT, Jahrespressekonferenz, 2024, Porsche AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Aufsichtsrat von Porsche hat den Vorsitzenden beauftragt, Gespräche mit Lutz Meschke und Detlev von Platen über ihr vorzeitiges Ausscheiden zu führen. Meschke ist als stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Finanz- und IT-Chef tätig, während von Platen für Vertrieb und Marketing verantwortlich ist. Die Entscheidung kommt überraschend, obwohl seit Monaten über eine Umstrukturierung im Vorstand spekuliert wird. Die anstehende Neubesetzung ist nicht nur für Porsche von Bedeutung, sondern betrifft auch Volkswagen. Konzernchef Oliver Blume leitet beide Unternehmen gleichzeitig. Die Veränderungen könnten Einfluss auf seine umstrittene Doppelrolle haben, die am Kapitalmarkt und innerhalb des Konzerns diskutiert wird, wie unter anderem die FAZ berichtet.

Ein genaues Datum für das Ausscheiden von Meschke und von Platen wurde nicht genannt. Klar ist jedoch, dass das Unternehmen einen reibungslosen Übergang anstrebt. Die Jahrespressekonferenz, die für den 12. März geplant ist, dürfte bereits ohne die beiden Manager stattfinden. Porsche hat keine Angaben zu potenziellen Nachfolgern gemacht. Laut Berichten wird Holger Peters, derzeit Finanzvorstand bei Škoda, als Kandidat für Meschkes Position gehandelt. Auch Jürgen Rittersberger, Finanzchef bei Audi, wird als möglicher Nachfolger genannt.

Zusätzlich stehen mehrere Porsche-Führungskräfte aus der zweiten Reihe zur Diskussion. Für den Posten des Vertriebsvorstands könnten Martin Sander, aktuell Vertriebsvorstand bei VW, oder Marco Schubert, verantwortlich für Vertrieb und Marketing bei Audi, infrage kommen. Ebenfalls im Gespräch ist Alexander Pollich, der kürzlich nach China wechselte und dort Porsches China-Geschäft verantwortet.

Porsche steht vor Herausforderungen, insbesondere durch den rückläufigen Absatz in China. Der deutliche Verkaufsrückgang wird unter anderem von Platen angelastet. Es heißt, er habe nicht rechtzeitig auf die Entwicklungen in China reagiert. Zudem sorgten persönliche Themen für Diskussionen. Meschke hatte sich im Oktober in einer Rede klar geäußert, dass Porsche aufgrund der China-Situation langfristig mit geringeren Produktionszahlen rechnen müsse. Der Aufsichtsrat sieht auch ihn mit in der Verantwortung für die aktuellen Herausforderungen. Zudem soll er aktiv nach einer größeren Rolle innerhalb der Porsche AG und der Porsche SE gesucht haben. Er galt als Kandidat für den Vorstandsvorsitz bei Porsche, was in Konflikt mit den Interessen der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch stand. Als dann Spekulationen aufkamen, dass er eine Führungsrolle in der Porsche SE anstrebe, zog der Aufsichtsrat Konsequenzen.

Nach Meschkes Abgang muss Blume nun ein neues Führungsteam für Porsche aufbauen. Trotz der anhaltenden Diskussionen hält er an seiner Doppelrolle fest. Innerhalb des VW-Konzerns mehren sich jedoch die Stimmen, die eine Entlastung für notwendig halten. Die Eigentümerfamilien sowie die Verantwortlichen in Wolfsburg und Stuttgart werden sich voraussichtlich noch in diesem Jahr intensiver mit der Thematik beschäftigen.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung / Frankfurter Allgemeine – Was der Vorstandsumbau bei Porsche für VW bedeutet

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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