Analysten: Kleinwagen könnten europäischen Automarkt stärken

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Audi

Laura Horst
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Für 2026 prognostizieren mehrere europäische Forschungsanalysten und Ökonomen eine leichte Erholung der Gesamtwirtschaft, die zu einem Anstieg der Neuwagenverkäufe um 1 bis 2 Prozent führen könnte. Dabei könnten laut den Prognosen kleinere, erschwinglichere Autos einen Vorteil gegenüber Premium- und Luxusmodellen haben, wovon wiederum die europäischen Volumenhersteller profitieren könnten.

Erste Zahlen des Marktforschungsunternehmens Dataforce zeigen, dass die Neuwagenverkäufe im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gestiegen sind. Dennoch war das Jahr geprägt von Gewinnrückgängen und Margendruck. Für dieses Jahr rechnen mehrere Analysten in Europa bei den Neuwagenverkäufen mit einem moderaten Wachstum, aber auch mit anhaltenden Gewinnproblemen.

„Im globalen Kontext scheint Europa der beste Standort zu sein“, erklärte Michael Tyndall, Auto-Analyst bei der Großbank HSB, gegenüber Automotive News. In den USA und dem weltweit größten Automarkt China erwarten die Analysten im Gegensatz dazu einen Rückgang der Neuwagenverkäufe.

In Europa könnten laut den Prognosen die steigende Nachfrage nach Elektroautos, die Lockerung der Emissionsvorschriften und die Aussicht auf die Local-Content-Regelung der Europäischen Union zum Wachstumspotenzial der Autoverkäufe sowie der Aktienkurse beitragen. Die Bedingungen in Europa würden demnach zunehmend günstiger für Großserienhersteller sowie für diejenigen Hersteller, die ihr Unternehmen umstrukturiert und Kosten gesenkt hätten, um erschwinglichere Autos zu entwickeln.

Analyst sieht Volkswagen in anhaltender Gewinnphase

„Unsere erste Wahl ist Volkswagen“, sagte HSBC-Analyst Tyndall. Die Bemühungen des Unternehmens hätten zu einer deutlichen Verbesserung der Margen der Kernmarken und der Fixkosten geführt. Gleichzeitig dürften Audi und Porsche die Gewinne weniger belasten. HSBC rechnet für den Volkswagen-Konzern mit einem nahezu unveränderten Umsatz, aber mit einer steigenden operativen Gewinnmarge und einer fast doppelt so hohen Gewinnprognose pro Aktie. Die Phase steigender Gewinne bei Volkswagen könnte laut Tyndall bis 2027 andauern.

Stellantis ist laut Tydall eine Art Hybrid, weil der Konzern stark von den US-Kunden abhängig ist. Er rechnet dennoch mit einem Anstieg der weltweiten Verkäufe und Auslieferungen um vier Prozent, rechnet aber aufgrund von massiven Abschreibungen bei GM und Ford, infolge der Abkehr von Elektroautos in den USA, mit Verlusten von mehr als 5 Milliarden Euro.

Premiumhersteller: Schwierigkeiten, Gewinnmargen zu halten

Für Renault könnten sich in diesem Jahr die Investitionen in den Ausbau seines Elektroauto-Portfolios auszahlen. Die Analysten halten einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze für möglich. Ein steigender E-Auto-Anteil könnte laut den Analysten jedoch den Gewinn verwässern, was zu einem leichten Rückgang der operativen Gewinnmarge auf etwa 6,2 Prozent führen könnte.

Die europäischen Premiummarken werden laut den Analysten Schwierigkeiten haben, ihre bisherigen Margen zu halten. Für BMW und Mercedes-Benz sieht Tydall eine leichte Verbesserung der Gewinnmargen, die aber grundlegender Umstrukturierungspläne bedürfe, um wieder in Richtung von 8 bis 10 Prozent zurückzukehren. Die beiden Hersteller stehen zudem in einem harten Wettbewerb, weil beide in 2026 eine Produktoffensive mit ihren neuen Fahrzeugplattformen planen.

Zeigen wird sich laut den Analysten außerdem, ob BMW bei den Elektroautos führender Premiumhersteller bleibt, da auch Audi einige neue Produkte auf den Markt bringt. Für Porsche rechnen die Analysten trotz erster Fortschritte nicht damit, dass der Hersteller in naher Zukunft wieder Gewinnmargen von 10 Prozent oder mehr erzielen wird.

Erholung der Wirtschaft, aber begrenzter Aufwärtstrend

Ökonomen prognostizieren für dieses Jahr eine leichte Erholung der Gesamtwirtschaft und erwarten ein Wachstum von 1,2 Prozent, gegenüber 0,2 Prozent in 2025. Jedoch bestehen Zweifel, dass die Umsätze auch in Gewinne umgewandelt werden können. Analysten von Goldman Sachs etwa sehen den Aufwärtstrend begrenzt, weil Europas Wachstumsmotor durch hohe Energiekosten, mangelnde Investitionen, regulatorische Belastungen und ungünstige demografische Entwicklungen geschwächt wird.

Einige Analysten bezweifeln, dass sich die europäischen Automärkte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten dem globalen Trend widersetzen werden. Der unabhängige Branchenanalyst Felipe Munoz etwa rechnet mit niedrigeren Verkaufszahlen der europäischen Hersteller als mehrheitlich prognostiziert.

Hohe Investitionskosten verringern Gewinnmargen

Europäische Hersteller, die für den Export produzieren, seien ebenso mit den rückläufigen Märkten in Nordamerika und China konfrontiert. Die hohen Fixkosten durch Investitionen in Elektromobilität, verbunden mit den langsameren Verkäufen in Europa, sprechen aus der Sicht von Munoz eher für einen Rückgang der Gewinnmargen.

Insgesamt bietet 2026 für die Automobilhersteller in Europa laut den Analysten bessere Rahmenbedingungen als vor einem Jahr. Von einem klassischen Konjunkturaufschwung könnte man jedoch nicht sprechen, da Zölle, Regulierung und Investitionen, etwa in Elektroautos und Software, weiterhin Druck auf die Margen ausüben.

Quelle: Automotive News – Europe’s volume automakers are likely to outperform premium brands in 2026

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