CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau
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Sebastian Henßler
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Der Bergbaukonzern Rio Tinto und der Batteriehersteller CATL wollen ihre Zusammenarbeit im Kontext der Energiewende ausbauen. Beide Unternehmen haben dazu eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Ziel ist es, die Elektrifizierung industrieller Prozesse voranzubringen und Lösungen mit geringeren CO₂-Emissionen zu entwickeln. Das teilte CATL Anfang März in einem Beitrag auf seinem offiziellen WeChat-Kanal mit.

Die Vereinbarung definiert mehrere Felder für eine mögliche Kooperation. Im Mittelpunkt stehen drei Themenbereiche: Strategien und Innovationen rund um Elektrifizierung, der Aufbau zirkulärer Lieferketten sowie neue kommerzielle Modelle im Zusammenhang mit der globalen Energiewende. Die Partner wollen in diesen Bereichen gemeinsam prüfen, welche Ansätze sich weiterentwickeln und umsetzen lassen.

Dieselbetriebene Maschinen im Bergbau sollen ersetzt werden

Ein zentraler Aspekt betrifft die Elektrifizierung von Bergbauprozessen. Der Sektor ist bislang stark von dieselbetriebenen Maschinen geprägt, etwa bei Transport- oder Förderarbeiten. Vor diesem Hintergrund wollen beide Unternehmen untersuchen, wie sich groß angelegte Elektrifizierungslösungen im Bergbau realisieren lassen. Dabei geht es um technische Konzepte ebenso wie um mögliche betriebliche Anwendungen.

In diesem Zusammenhang spielt die Erfahrung von CATL im Bereich Batterietechnologie eine wichtige Rolle. Das Unternehmen entwickelt und produziert Batterien, Energiespeichersysteme und integrierte Energielösungen. Diese Kompetenzen sollen im Rahmen der Kooperation genutzt werden, um Rio Tinto bei der Elektrifizierung seiner Bergbauaktivitäten zu unterstützen. Ziel ist es, die betriebliche Effizienz zu verbessern und gleichzeitig die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Beide Unternehmen wollen untersuchen, welche kommerziellen Modelle sich für das Recycling von Batteriematerialien eignen. Darüber hinaus steht die Förderung einer Kreislaufnutzung kritischer Rohstoffe im Mittelpunkt. Dabei geht es insbesondere um Materialien, die für die Batterieproduktion und andere Technologien der Energiewende relevant sind.

Industrielle Lösungen mit geringen Emissionen im Fokus

Die Kooperation verbindet damit zwei unterschiedliche Perspektiven entlang der Wertschöpfungskette. Rio Tinto bringt seine Erfahrung im Abbau und in der Verarbeitung von Rohstoffen ein, während CATL über technologische Kompetenzen im Bereich Batterien, Energiespeicher und Systemintegration verfügt. Durch diese Kombination wollen die Partner Möglichkeiten für industrielle Lösungen mit geringeren Emissionen untersuchen.

Nach Angaben von CATL könnte die Zusammenarbeit damit einen Beitrag zu industriellen Lösungen leisten, die sich an den Anforderungen einer zunehmend nachhaltigen Energieversorgung orientieren. Gleichzeitig sehen beide Unternehmen Potenzial, Modelle zu entwickeln, die auch in anderen Industriebereichen Anwendung finden könnten.

Quelle: Gasgoo – Rio Tinto, CATL forge partnership to advance mine electrification, circular supply chains

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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