Test- und Fahrbericht des Jaguar I-PACE SE im Alltag

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Wiedersehen macht Freude. Mag nicht immer der Fall sein, aber beim Jaguar I-PACE definitiv. Bisher haben sich unsere Wege immer nur beiläufig gekreuzt. Eben Mal bei der Formel E in Monaco. Ein weiteres Mal im Rahmen der Vorstellung des Jaguar I-PACE eTROPHY-Teams in München, als auch im vergangenen Jahr beim e-Prix in Berlin. Als der I-PACE zumindest zwei, drei Stunden in Berlin ausgefahren werde durfte. Viel zu kurz. Wie mir damals schon bewusst war.

Am Ende des zweiwöchigen Testzeitraums im April/ Mai 2020, als der Erstlingsstromer von Jaguar erneut vorstellig wurde, musste ich erneut anmerken: „Viel zu kurz“. Aber das ist ein anderes Thema. Dich möchte ich bei diesem Artikel mitnehmen den I-PACE ein wenig besser kennen zulernen, aus meiner persönlichen, subjektiven Perspektive. Sprich, es gibt zwar Fakten, technische Details, usw… zum E-Auto, aber stets mit meiner eigenen Meinung angereichert. Denn nur so bekommt man meiner Meinung nach, einen Eindruck, ob das Elektroauto von Jaguar etwas für einen selbst ist.

Inhaltsverzeichnis

Sollten von deiner Seite noch Fragen offenstehen, einfach melden und ich versuche diese zu beantworten. Deine persönlichen Erfahrungen mit dem Elektroauto von Jaguar kannst du mir gerne zukommen lassen, damit wir diese mit den anderen Lesern teilen. Über Elektroautos im Allgemeinen kannst du dich auf dieser Seite informieren.

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Jaguar I-PACE SE - Von Grund auf als E-Auto erdacht

Bevor ich mich auf das eigentliche Fahrgefühl einlasse, möchte ich zunächst ein paar Worte zum Design und Auftreten des Elektroautos von Jaguar verlieren. Denn in diesem Zusammenhang musste ich an Felix Bräutigam, Chief Commercial Officer Jaguar Land Rover, und seine Aussage in der Britischen Botschaft, denken, als er im vergangenen Jahr darüber sprach, wie man die Designsprache der hauseigenen Stromer angeht.

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Bräutigam gab zu verstehen, dass eigentlich alle Ikonen mit einem reduzierten, eleganten Design geboren wurden. Sie positionieren sich dadurch als zeitlose Klassiker, dass man bei deren Design an einem Punkt angelangt ist, an dem es nicht mehr darum geht, was kann ich noch hinzufügen an Akzenten und Details. Vielmehr gehe es darum, dass gutes Design dann erreicht ist, wenn man nichts mehr weglassen kann. Gutes Design von Autos ist laut Bräutigam also durch Eleganz und Purismus geprägt.

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Etwas was man durchaus auch beim Jaguar I-PACE erkennen kann, der im März 2018 seine Weltpremiere feierte. Von Grund auf neu erdacht wurde der Erstlingsstromer aus dem Hause Jaguar. Denn sowohl Designer, Ingenieure als auch das gesamte Team dahinter haben ein weißes Blatt Papier als Grundlage genommen, um darauf den I-PACE SE entstehen zu lassen. Profitiert hat man hierbei vom Wegfall des Verbrenner-Motors, was dazu führt, dass der I-PACE sehr kurze Überhänge an der Front und am Heck aufweist. Mit seiner Länge von 4,68 Meter profitiert der I-PACE von einem 2,99 Meter langen Radstand, welcher gepaart mit den kurzen Überhängen, zu einer nach vorne gesetzten Fahrgastzelle und viel Platz auf der Rückbank und im Kofferraum führt. Das Kofferraumvolumen in Verbindung mit Reifenreparaturkit beträgt laut Jaguar 656 Liter, mit umgelegten Rücksitzen gar 1.453 Liter.

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Wenn wir gerade einen Blick auf die Maße des I-PACE riskieren, sollte auch die Breite mit 2,13 Meter bei ausgeklappten, bzw. 2,01 Meter mit eingeklappten Spiegeln nicht unerwähnt bleiben. Die Höhe des Stromers wird mit 1,56 Meter vonseiten Jaguar angegeben. Die Bodenfreiheit ihrerseits mit 142 mm. Weitere Details findest du im nächsten Abschnitt.

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Mit Allradantrieb (All Wheel Drive, AWD) ausgestattet kommt der Stromer mit einer Leistung von 294 kW (400 PS) daher. Die dafür notwendige Energie entstammt einem 90 kWh-Akku, das Drehmoment wird mit 696 Nm angegeben und steht wie bei E-Autos üblich ab dem ersten Strom geben in Gänze zur Verfügung. Diese Tatsache, gepaart mit dem starken E-Motor hat dazu geführt, dass der I-PACE im Alltag doch das ein oder andere Mal dazu genötigt wurde einen Sprint hinzulegen. Ist aber auch einfach zu verlocken ein solches E-Auto zu fahren, um sich dann Stromsparend zurückzuhalten. Wobei ich bereits jetzt anmerken darf, dass der Stromer von Jaguar in puncto Stromverbrauch (kombiniert) gehalten hat, was er verspricht. Dazu später mehr.

Minimalistisch, modern und dennoch überzeugend

Greifen wir noch einmal das Design der elektrifizierten Raubkatze auf. Denn auf dieses muss man sich durchaus ein wenig einlassen. Was nicht bedeutet, dass man nicht auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um ein besonders sportlich anmutendes E-Auto handelt. Aber seine Stärken spielt der I-PACE eben auch erst auf den zweiten oder gar dritten Blick aus. Was aber auch gar nicht so verkehrt ist. Bedingt durch die kurzen Überhänge an Front und Heck weicht der Stromer deutlich von dem ab, was man von anderen Verbrenner aber auch E-Autos gewohnt ist. 

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Der lange Radstand, gepaart mit den kurzen Überhängen, dazu ansehnliche 20-Zoll Leichtmetallfelgen mit fünf Doppelspeichen (Style 5070) wissen eben die Blicke der Betrachter zu lenken. Gänzlich in Corris Grey gehalten, hält sich das Elektroauto von Jaguar zumindest farblich stark zurück und lässt eher sein Design für sich sprechen. Wieso auch nicht. Die Außenhülle wirkt wie aus einem Guss, es scheint zudem nur eine einzige Rundung am Heck ersichtlich zu sein. Diese offenbar sich in Form der Heckscheibe, welche sich unter dem offenen Dachspoiler einfügt.

Das wir es allerdings nicht mit einem Raubkätzchen, sondern einer ausgewachsenen elektrifizierten Raubkatze zu tun haben, wird spätestens dann ersichtlich, wenn der I-PACE zum Sprung ansetzt. Denn wie sollte man es auch anders beschreiben, wenn die optionale Luftfederung auf das niedrigste Niveau eingestellt (90 Millimetern Spielraum) ist. Hier mutet der I-PACE schon fast an, als ob er zum Sprung ansetzen möchte. Des Weiteren senkt die optional erhältliche aktive Luftfederung das Fahrzeug automatisch um 10 mm ab, wenn es sich längere Zeit mit einer Geschwindigkeit von über 105 km/h fortbewegt, um noch mehr von der Aerodynamik und einer daraus steigenden Reichweite zu profitieren.

Was der E-SUV von Jaguar von außen verspricht, versteht er im Innenraum zu halten. Dabei ist vor allem das Platzangebot, auch für größere Menschen, ein Segen. Kein Quetschen und hin- und herrutschen, bis man die ideale Sitzposition gefunden hat. Mag im Fall unseres Testwagens durch die verbauten 18-fach verstellbaren Sportsitze, welche beheiz- und kühlbar waren noch einfach gewesen sein. Aber auch auf den Rücksitzen war genügend Platz vorhanden, wo man zudem von einer Sitzheizung profitiert. Wirkte durchaus sehr stimmig und war auf den ersten Blick auch nicht zu überladen.

Statt vieler Knöpfe, Schalter und Co. versteht es Jaguar sich beim I-PACE auf das Wesentliche zu konzentrieren. Macht es in der Bedienung des Fahrzeugs auch einfacher. Da ich sicherlich nicht der Einzige bin, der überfordert ist, wenn es mehr Knöpfe und Schalter  als an Homer Simpsons Arbeitsplatz gibt. Intuitiv lautet hier das Zauberwort in puncto Bedienung des Stromers und hier hat man im Hause Jaguar ebenso aufgepasst, wie beim Design der elektrischen Raubkatze, welche auf einem weißen Blatt Papier entstanden ist.

So viel zunächst zu den ersten, rein optischen Eindrücken. Nun wenden wir uns zunächst einmal dem Thema Reichweite und Verbrauch des Stromers im Alltag zu. In einem der späteren Absätze setzen wir uns dann noch einmal im Detail mit dem Erscheinungsbild und den Features des I-PACE auseinander.

Reichweite und Verbrauch des Jaguar I-PACE SE im Alltag

Dass der E-SUV nicht gerade schwachbrüstig daherkommt hast du mittlerweile verstanden. Auch in puncto Reichweite spielt der Stromer im oberen Mittelfeld mit. Nachfolgend noch einmal die technischen Daten im Schnelldurchlauf, bevor auf meine Erfahrungen aus dem Alltag eingehen:

  • Allradantrieb (All Wheel Drive, AWD)
  • 294 kW / 400 PS Leistung
  • 696 Nm Drehmoment
  • Beschleunigung von 0- 100 km/h in 4,8 Sekunden
  • 200 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • 470 km Reichweite nach WLTP
  • Stromverbrauch (kombiniert) von 24,8-22,0 kWh/100km

Am Ende des Testzeitraums hatte der I-PACE SE rund 500 Kilometer mehr auf dem digitalen Tacho vorzuzeigen, als bei seiner Anlieferung. Covid-19 bedingt waren lange Ausfahrten rein zum Vergnügen nicht möglich, da doch äußerst streng kontrolliert wurde. Nichtsdestotrotz haben wir natürlich versucht einen Mix an unterschiedlichen alltäglichen Anforderungen an die vollelektrische Raubkatze heranzutragen. Erfolgreich wie man festhalten darf.

Von reinen Stadtfahrten, über Überland- bis hin zu Autobahnfahrten war alles mit dabei. Stets mit dem Fuß auf dem Strompedal, ohne den Hintergedanken den I-PACE so Stromsparend wie möglich fahren zu wollen. Denn sind wir Mal ganz ehrlich der 2.208 Kilogramm schwere Stromer mag es einfach nicht, wenn man ihn zu sehr ausbremst. Okay, wahrscheinlich liegt es schon mehr am Fahrer, als am Fahrzeug, aber ein solches E-Auto mag gefahren und nicht nur mit Tritt auf die Bremse bestraft werden. 

Ausgehend von dieser “normalen” Fahrweise, wie man sie eher vom Verbrenner gewohnt ist, dachte ich direkt zu Beginn des Testzeitraums, dass dies dem Stromverbrauch eher schadet als hilft. Denn bisher hat die Erfahrung gezeigt, dass die angegebenen Werte – bei anderen E-Autos – eher schwer zu erreichen waren, wenn man nicht bewusst mit dem Stromer gefahren ist. Beim I-PACE war dies nicht der Fall. Der Stromverbrauch (kombiniert) wird vonseiten Jaguar mit 24,8-22,0 kWh angegeben – das digitale Tacho unseres Testwagens zeigte nach rund 500 km einen Stromverbrauch von um die 22,7 kWh an. Gar nicht so verkehrt, wenn man gerade zu Beginn die eher nicht sparsame Fahrweise berücksichtigt. Als auch die Tatsache, dass der I-PACE mehr Gewicht mit sich herumschleppt, als manch anderes E-Auto.

Energie tanken - diese Möglichkeiten gibt's

Egal, ob man nun sparsam oder eben doch dauerhaft mit dem Fuß auf dem Strom-Pedal fährt, irgendwann geht auch die Energie im 90-kWh-Akku des I-PACE zu neige. Im Fall des I-PACE kann man als Fahrer auf eine Reihe an Ladeoptionen zurückgreifen, welche laut Jaguar für “einen geschäftigen, urbanen Lebensstil geeignet” seien. Plugsurfing gab bereits Mitte Juli 2018 bekannt, dass man für Jaguar Land Rover (JLR) einen Premiumladeservice in ausgewählten europäischen Märkten anbieten wird. Fahrer des I-PACE erhalten freien Zugang zur Jaguar Public Charging App und können somit auf das größte europäische Ladenetz zurückgreifen. Entsprechende Ladekabel, für zu Hause als auch für öffentliche Ladestationen sind beim I-PACE serienmäßig mit dabei.

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Beim Laden des I-PACE unterscheidet der Automobilhersteller zwischen dem Laden zu Hause beziehungsweise auf Arbeit, als auch unterwegs an entsprechenden (Schnell-) Ladestationen. Der Stromer selbst ist mit einem 7-kW-Wechselstrom-Bordladegerät ausgestattet, welches es erlaubt das Fahrzeug über Nacht vollständig aufzuladen. Jaguar gibt hierbei zu verstehen, dass die bereitgestellte Ladegeschwindigkeit pro Stunde einer elektrischen Reichweite von 35 Kilometern entspricht. Greift man nicht auf eine Wallbox, sondern die herkömmliche Steckdose zurück, fällt die Ladegeschwindigkeit etwas geringer aus. Diese wird dann mit bis zu 11 Kilometer an elektrischer Reichweite pro Stunde angegeben. Über Nacht sollte es dann zumindest möglich sein, genügend Energie für typische Pendelstrecken von 60 bis 80 Kilometer aufzuladen.

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Da eine eigene Wallbox fehlt und auch die heimische Steckdose weiter weg vom Parkplatz ist, als es mir recht ist, wurde der Stromer eben an öffentlichen Ladestationen geladen. Hierbei ist es möglich, dass der I-PACE mit bis zu 100 kW-Ladeleistung aufgeladen werden kann. Vor Ort haben wir “lediglich” eine 50 kW-Ladestation, welche dennoch in der Lage ist der elektrischen Raubkatze in gut einer Stunde Energie für weitere 200 km einzuverleiben. Aus eigener Erfahrung können diese Werte durchaus bestätigt werden, wobei ich anmerken muss, dass der Akku grundsätzlich nie unter 20% Kapazität gebracht wurde, im Verlauf des Testzeitraums.

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Davon ausgehend eine 100 kW-Ladestation nutzen zu können, soll es laut dem britischen Automobilhersteller möglich sein in gerade einmal 15 Minuten genügend Energie für weitere 100 Kilometer aufzuladen. Einfachster Mathematik zufolge sollten so in einer Stunde rund 400 km Reichweite möglich sein, wenn man außer Acht lässt, dass die ersten und letzten Abschnitte beim Laden – bis 10 Prozent / ab 80-/ 85 Prozent – langsamer vonstattengehen.

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Exterieur und Interieur des Jaguar I-PACE SE im Detail

Erste Erfahrungen, beschriebene Eindrücke und eingebundene Fotos haben dir hoffentlich einen Eindruck des I-PACE SE von Jaguar vermitteln können. Nun tauchen wir gemeinsam noch ein wenig mehr ein und betrachten das Exterieur und Interieur des Elektroautos von Jaguar etwas genauer.

Exterieur: Minimalistisch, schlicht und bis ins Detail durchdacht

Das Exterieur des Jaguar I-PACE habe ich bereits zu Beginn des Artikels in den Mittelpunkt gesetzt. Was einfach an der Tatsache liegt, dass der Corris Grey farbene Elektro-SUV sein minimalistisches, schlichtes Äußeres nicht verbergen kann. Muss er auch gar nicht. Ganz im Gegenteil. Denn er wirkt nicht nur einerseits sportlich und mit einer inneren Dynamik versehen, sondern auch elegant. Seine 294 kW/ 400 PS sieht man ihm auf den ersten Blick nicht an. Aber wohl, dass das Design gut durchdacht wirkt.

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Ebenfalls erwähnt wurde bereits die Tatsache, dass das E-Auto ohne große Ecken und Kanten auskommt. Was nicht nur optisch das Fahrzeug auf eine andere Ebene hebt, sondern auch seine Auswirkungen auf die Effizienz des Fahrzeugs zeigt. Windschnittig lautet in diesem Fall das Zauberwort. Wie sonst sollte der E-SUV von Jaguar einen cW-Wert von 0,29 hervorbringen. Ein Wert, welcher es dem E-Auto leicht macht, ordentlich Strecke rein elektrisch zurückzulegen – in der Praxis waren bis zu 340 Kilometer realistisch erreichbar. Ohne, dass jedes Strom geben hinterfragt wurde.

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Dabei sind es wahrscheinlich gerade die kleinen, aber feinen Details welche im Alltag den Unterschied machen. Bestes Beispiel hierfür sind aus meiner Sicht die Türgriffe, welche beim Aufschließen des Fahrzeugs, entweder durch Betätigung der Schlüssel oder alternativ über den kleinen Knopf am Griff (wenn Schlüssel in der Nähe), herausfahren. Erreicht man dann eine bestimmte Geschwindigkeit verschwinden diese wieder in der Tür und erzeugen so eine glatte Oberfläche, ohne Angriffsfläche für Reibungsverlust zu bieten. 

Des Weiteren setzt Jaguar bei seinem Stromer auf kleine Luftöffnungen, durch welche die Luft leichter am / durchs Fahrzeug geleitet wird und somit ebenfalls ihren Teil zu einer besseren Effizienz des Fahrzeugs beiträgt. Kleinigkeiten, welche man im Alltag so wohl nicht bemerkt. Offensichtlicher wird es dann schon eher bei dem markanten Kühlergrill. Dieser ist nach innen gebogen, um den Luftwiderstand zu senken und die Luft über die aerodynamische Motorhaube und die Dachlinie zu leiten. Die Dachlinie ist ebenfalls geschwungen, um eine maximale Effizienz zu erreichen.

Der Testwagen von Jaguar kam sowohl mit LED-Scheinwerfer, als auch -Heckleuchten daher. Dabei sind diese schlanken Scheinwerfer mit dem doppelten „J-Blade“-Design versehen, welche dem I-PACE ein unverwechselbares Erscheinungsbild ermöglichen sollen. Wer genauer hinsieht erkennt sogar den Jaguar, der durch die Heckleuchte schleicht. Eine Spur weniger auffällig kommt das Dach des I-PACE daher. Als Fahrer hat man die Wahl zwischen einem Dach in Wagenfarbe, einem Metalldach in schwarzer Kontrastlackierung oder einem Panoramadach. Letzteres war bei unserem Testfahrzeug vorzufinden. 

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Während der Fahrt kann man seine Blicke dadurch natürlich nicht schweifen lassen. Aber man fühlt sich durchaus ein wenig freier. Dabei ist das Panoramadach so konzipiert, dass es Infrarotlicht absorbiert und verhindert, dass starkes Sonnenlicht, UV-Strahlung und Wärme in den Innenraum gelangen. Anzumerken ist, dass das Panoramadach sich zwar nicht öffnen lässt, aber durchaus durch seine Größe zu beeindrucken weiß. So zieht es sich beinahe über die gesamte Dachfläche. 

Zum Abschluss noch ein paar Sätze zur Ladefähigkeit des I-PACE. Könnte man natürlich auch beim Interieur unterbringen. Passt aber auch hier ganz gut. Hinter den Rücksitzen befindet sich ein Laderaum mit einem beachtlichen Fassungsvermögen von 656 Litern und einer Länge von 967 mm. Durch umgelegte Rücksitze steigt das Kofferraumvolumen auf 1.453 Liter an. Genügend Platz um die Wocheneinkäufe unterzubringen; auch ohne umgeklappte Sitze. Des Weiteren wird die Laderaumkapazität des I-PACE durch ein Ablagefach vorne abgerundet, das sich unterhalb der Motorhaube – im sogenannten Frunk – befindet und 27 Liter zusätzlichen Stauraum bereitstellt.

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Interieur: Purismus und Eleganz - der I-PACE zeigt sich von seiner besten Seite

Wenig Knöpfe, aufgeräumtes Design, Konzentration auf das Wesentliche. All dies spiegelt sich auch im Inneren des I-PACE wider. Bereits beim Einsteigen merkt man, dass Platzmangel kein Thema ist. Nicht nur für den Fahrer, auch auf den hinteren Plätzen besteht genügend Beinfreiheit, um bequem und entspannt von A nach B zu kommen. Dies liegt unter anderem am langen Radstand des E-Autos, wie bereits zu Beginn des Testberichts erwähnt wurde.

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Das Raumgefühl im I-PACE, welches Jaguar zu vermitteln versucht, entsteht dadurch, dass man beim E-Auto auf den Kardanwellentunnel verzichten kann. Es entsteht Platz, welcher anderweitig genutzt werden kann. Unter anderem für ein 10,5 Liter großes Staufach in der Mittelkonsole und für zahlreiche Ablagefächer. Die Mittelkonsole selbst versteht der Automobilhersteller als Herzstück des Innenraums. Als “fließend” wird diese beschrieben und soll ein großzügiges Raumgefühl vermitteln, da sie in der Luft zu schweben scheint.

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Dieses Gefühl entsteht in der Tat, da die Mittelkonsole nicht aus einem Guss daherkommt, sondern durch Aussparungen und sparsamen Einsatz hochwertiger Materialien eben dieses schwebende Gefühl durchaus zu erzeugen vermag. Ebenfalls im Bereich der Mittelkonsole anzufinden sind Auffällig sind der 5-Zoll große untere und 10-Zoll großen HD Infotainment-Bildschirm auf der zweiten Ebene. Diese bieten vielfältige Möglichkeiten Einstellungen am Fahrzeug vorzunehmen, beziehungsweise dies auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Als Fahrer kann die Aufmerksamkeit dennoch voll auf die Straße gerichtet bleiben. Zu einem kann man auf das digitale 12,3 Zoll Instrumenten-Display oberhalb des Lenkrads blicken. Auf diesem bekommt man beispielsweise Geschwindigkeit, eine 3-D Kartendarstellung oder die aktuelle Route angezeigt. Farblich hervorgehoben wird der jeweils aktuell gewählte Fahrmodus. Alternativ dazu gibt es ein Head-Up-Display, welches ebenfalls den richtigen Weg zu weisen vermag und auch ohne Navigation aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Straßenschilder einblendet. Hier sei jedoch anzumerken, dass die Software Schilder spät verarbeitet hat, beziehungsweise nicht immer alle Schilder richtig erkennen konnte.

Das 5-Zoll große Display wurde von mir vor allem genutzt, um die Klimaanlage zu steuern. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Luftionisierung im Innenraum steuern, die für eine angenehme Luftqualität sorgt. Jaguar macht es auf diese Weise möglich Gerüche zu neutralisieren und der Entstehung von Bakterien und Luftverschmutzung entgegenzuwirken, um eine angenehme und gesunde Atmosphäre im Fahrzeug zu schaffen.

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Ein Blick auf die technischen Daten des Jaguar I-PACE SE

Bevor wir im Detail die technischen Daten des Jaguar I-PACE SE betrachten, sei gesagt, dass diese auf dem technischen Datenblatt Stand 05/2020 beruhen und mit unserem Testfahrzeug übereinstimmen. Des Weiteren findest du weitere technische Details/Daten über den gesamten Testbericht verteilt.

BezeichnungI-PACE SE EV400 mit 294 kW (400 PS)
Gesamtlänge4.682 mm
Radstand2.990 mm
Spurweite vorne1.627 mm
Spurweite hinten1.647 mm
Höhe1.565 mm
Breite mit ausgeklappten Außenspiegeln2.139 mm
Breite mit eingeklappten Außenspiegeln2.011 mm
Bodenfreiheit142 mm
Kopffreiheit vorne994 mm
Kopffreiheit hinten961 mm
Max. Beinfreiheit vorne1.040 mm
Max. Beinfreiheit hinten890 mm
Ladereaum Höhe732 mm
Ladereaum Breite1.244 mm
Kofferraumvolumen (Liter) in Verbindung mit Reifenreparaturkit656 Liter
Laderaumbreite zwischen den Radkästen1.060 mm
Laderaumlänge967 mm
Kofferraumvolumen (Liter) in Verbindung mit Reifenreparaturkit (umgelegte Rücksitze)1.453 mm
Laderaumlänge (umgelegte Rücksitze)1.797 mm
Wendekreis am Reifen gemessen11,98 m
Wendekreis mit Karosserieüberhang12,40 m
Lenkradumdrehungen2,52
Leistung Motorisierung294 kW / 400 PS
Batterie-Kapazität90 kWh
Drehmoment696 Nm
AntriebsartAllradantrieb (All Wheel Drive, AWD)
Gewicht – Leergewicht (EU)2.208 kg
Zulässiges Gesamtgewicht2.670 kg
Maximale Achslast vorne1.320 kg
Maximale Achslast hinten1.450 kg
Max. Dachlast – inkl. Dachgepäckträger75 kg
Beschleunigung 0-100 km/h4,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Reichweite nach WLTP470 km
Stromverbrauch (kombiniert)24,8-22,0 kWh/100km

Jaguar I-PACE SE: Preise & Förderung durch Umweltbonus

Sollten dich die bisherigen Eindrücke des I-PACE von Jaguar überzeugt haben, dann ist es nun wohl an der Zeit einen Blick auf die Preise zu werfen. Auch ob die Förderung durch den Umweltbonus für das Elektroauto von Jaguar eine Option ist wollen wir nicht unbeachtet lassen.

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Seit Februar 2020 gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro werden nun vom Kaufpreis erstattet. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro wird der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung wird künftig bei 65.000 Euro stattfinden.

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Betrachten wir nun allerdings den Grundpreis des I-PACE SE wird schnell klar, dass dieser mit 87.400,00 Euro als Basis nicht mehr in die Förderrichtlinien für den Umweltbonus hineinfällt. Jaguar selbst unterscheidet zwischen drei Varianten des I-PACE, wobei direkt anzumerken ist, dass selbst die günstigste I-PACE-Variante nicht von der Elektroauto-Kaufprämie profitiert. Nachfolgend habe ich die drei Varianten inklusive ihrer Basispreise (mit 19% Mwst.) aufgeführt. Stand der Daten 05/2020.

Für unseren Testwagen – ohne Sonderausstattung – wären somit 87.400 Euro Listenpreis fällig geworden. Der Komplettpreis des I-PACE SE in Corris Grey landete aber schlußendlich bei 107.830,00 Euro, da noch einiges an Sonderausstattung verbaut war. Um dies entsprechend einordnen zu können, habe ich nachfolgend die Sonderausstattung, welche über die Serie hinausgeht aufgeführt.

Zwei Wochen mit dem I-PACE SE von Jaguar - ein Fazit

Zum Ende des Testberichts zitiere ich einen Satz von Beginn des Testberichts: “Am Ende des zweiwöchigen Testzeitraums im April/ Mai 2020, als der Erstlingsstromer von Jaguar erneut vorstellig wurde, musste ich erneut anmerken: „Viel zu kurz“.” Dürfte ganz gut ausdrücken, wie gut es mir gefallen hat mit dem I-PACE SE von Jaguar durch die Lande zu streifen. Einem E-Auto, welches man schon nach kurzer Zeit anmerkt, dass es als solches von Grund auf erdacht wurde.

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Aber auch ein Fahrzeug, welches es versteht die DNA von Jaguar in sich zu vereinen, diese mit noch ein wenig mehr Purismus, Eleganz und Reduktion auf das Wesentliche zu kombinieren, um dann zu überzeugen. Streiten darf man darüber, ob ein E-SUV überhaupt sinnvoll ist, für die Verbreitung der E-Mobilität und man nicht lieber auf einen Kleinwagen setzen sollte. Aber ganz ehrlich, Kleinwagen würden zu Jaguar nicht passen. Und so bietet der britische Hersteller seinen Kunden an, was diese wollen. Ein Jaguar mit rein elektrischem Antrieb.

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Die hochwertige Verarbeitung, das durchdachte Auftreten, Kleinigkeiten wie die Luftraumionisierung, die freischwebende Mittelkonsole, usw… als auch vor allem die zügige Beschleunigung, das Gleiten auf der Straße und die mehr als alltagstaugliche Reichweite überzeugen. Nicht ganz überzeugt hat die Ladeleistung des I-PACE, nicht an der Schnellladestation, aber eben die “nur” 7,2 KW Ladeleistung zu Hause. Reicht zwar, um über Nacht den Akku zu laden. Ein wenig schneller dürfte es aber auch sein.

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Ansonsten hoffe ich natürlich, dass dir mein Test- und Fahrbericht gefallen hat. Bei Rückfragen zum Fahrzeug, meinen Eindrücken und meiner Meinung freue ich mich über einen Kommentar oder eine Mail von dir.

Disclaimer

Der Jaguar I-PACE wurde mir für diesen Testbericht kostenfrei, für den Zeitraum von zwei Wochen, von Jaguar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

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17 Antworten

  1. Danke für den ausführlichenTest, der das SUV gut vorstellt. Hätte gerne noch etwas mehr über die Fahreigenschaften gehört- und ich habe die Angaben über eine eventuell mögliche Anhängelast vermisst. Das sollte bei einem SUV, das Konkurrenzmodell zu Audi etron und Mercedes ist, dabei sein.

  2. Wer unbedingt Allrad braucht und der Preis keine entscheidende Rolle spielt, sicher ein gutes Auto. Die alten 12 Zylinder von Jaguar waren auch nicht billiger. Falls diese zwei Kriterien nicht dringend erforderlich sind, gibt es heute preisgünstigere Autos die ebenso schnell sind, weiter kommen, und auch zu Hause dreiphasig schneller geladen werden.

    1. Ein Vergleich mit Tesla M3 und Y wäre sicher interessant…da wird die Katze wohl einen Kater bekommen, oder?
      Mich überzeugt das Auto nicht…100k sind eindeutig zu viel…nur etwas für die wenige Jaguar Fans.

    2. …und für ein Auto um 100K (@Michael Lenz), wie bei Daimler und Audi an der Wallbox zuhause nur einphasig laden ist freiweg ein Scherz. Wer sich das leisten kann, hat auch für die paar Hunis noch Platz 😉
      Und die “elektrische Effizients” des Gesamtsystems ist auch mit Vorsicht zu genießen. Je nach Test kommt keiner der genannten an Tesla heran.

  3. Ich finde persönlich eines der schönsten E-Autos auf dem Markt. Bei der Leistung muss man sich ja sowieso keine Gedanken machen. Auch der Verbrauch hält sich für ein SUV ja noch im Rahmen. Dass man damit keinen Limousinen oder Kompaktwagen Verbrauch erfährt, ist klar und durch SUV Klasse bedingt. Preis macht ihn natürlich für Normalsterbliche nicht bezahlbar, wie auch die Konkurrenz.

    Manko ist definitiv das Ladeverhalten. 11kW dreiphasig sind gerade bei einem 90kWh Akku Pflicht. 100kW DC sind sicherlich auch grenzwertig, 125-150kW wären besser und wird von der Konkurrenz ja auch so umgesetzt.

  4. Falls der Stromlieferant keine Schieflast erlaubt, sinds zuhause maximal 3,6 kWh – übernacht laden für einmal zum Szenecafe und zurücht posen. Da Überland kaum Schnelllader >50kWh vorhanden, am besten wie Fahrer von etron, EQC etc. das machen: hierfür den großen Verbrenner nehmen.

    1. Mag nicht nur am Akku liegen, sondern auch an der Fahrweise. Sind wie geschrieben nur um die 500 km gefahren. Mit mehr Gefühl im Fuß ist sicher mehr drin. Haben es auch nicht auf den letzten km ausgereizt.

  5. Scheint ja ein tolles Auto zu sein!?
    Vor einem Erwerb des Fahrzeuges würde ich empfehlen, das entsprechende Forum von goingelectric.de zu besuchen. Mir scheint der Verfasser hat einen etwas anderen Eindruck von dem Fahrzeug, als viele in dem Forum. Eines der Hauptprobleme des I-Pace scheint ja das Schnellladen zu sein. Dieser Punkt wurde hier beim Test dadurch umgangen, dass einfach kein Schnelllader zur Verfügung stand. Bei der Angabe des “guten” Verbrauchs, könnte man ja auch mal die Witterungsbedingungen erwähnen. Man will ja schließlich den Verbrauch bei besten E-Auto-Bedingungen nicht mit einem zweifellos höheren Verbrauch bei mittleren/realistischen Witterungsverhältnissen verwechseln. Und zuletzt empfehle ich einen Blick auf den zweifellos erfahrensten E-Auto Markt in Europa, den norwegischen Markt. Unter elbilstatistikk.no kann man gut sehen, wie erfolgreich sich der I-Pace am norwegischen Markt behauptet. Tatsächlich hat er sich zu Beginn recht gut verkauft, besser als der etron. In 2020 wurde der etron bisher 4740 mal verkauft und der I-Pace 386 mal. Mir scheint, nicht jeder ist grenzenlos begeistert.

  6. Schulti
    Für ein SUV ganz nett, aber halt eben ein SUV. Eine Kiste auf 4 Räder, 2,2 t mit Fahreigenschaften die kaum jemand braucht ausser Bauern, Förster etc.

  7. Technisch nicht auf der Höhe der Zeit ist der Jaguar ein Exot. Aber ein Exot der offensichtlich seine Fans durchaus zu begeistern vermag. Mir persönlich ist das BEV schon durch seinen Antrieb sympathisch. Es braucht im noch sehr jungen Elektroauto Markt auch solche exotischen Ausreisser und ich bin mir sicher, dass er seinem Besitzer viel Freude machen kann. Bleibt zu hoffen, dass Jaguar die eigentlich kleinen Mängel wie die Lademöglichkeiten beheben wird.

  8. Hallo Sebastian
    Danke für Deinen Bericht über den I-Pace. Wir fahren seit Herbst 2019 genau dieses Auto mit fast identischer Ausstattung und sogar gleicher Farbe. Grundsätzlich sind wir immer noch begeistert von Optik, Qualität, Design und Fahrleistungen.

    ABER:
    Es gibt auch negative Punkte (siehe unten Auszüge aus Korrespondenz mit Jaguar).

    Lieber Gruss,
    Helmut
    ————————————————————————————————

    Jaguar I-Pace Route planner

    Grottenschlechte App. Startet immer erst beim 2. Anlauf. Findet in Tschechien und Polen keine Ladestationen. Seit Update auf Android 10 ist die App nutzlos, findet den I-Pace nicht mehr und synchronisiert auch nicht mehr.

    Hallo Jaguar
    Kann Ihr Kunde für ein Auto der Luxusklasse für deutlich mehr als Euro 100’000 nicht MEHR erwarten???

    Ich sehe es so, dass diese einfach sehr, sehr schlechte Qualität hat und auch nicht vom Hersteller gepflegt wird. Auch der Navi ist mangelhaft. Noch dazu ist er mit PLUGSURFING verbunden, das ist wohl der schlechteste Service, der mir je begegnet ist (ich habe inzwischen mehrere Apps und Ladekarten angeschafft, wie: Chargemap, Polyfazer, Nextplug, Plugshare, Smatrix, Shell recharge, Ionity, und noch 10 weitere. ALLE SIND VIEL BESSER ALS PLUGSURFING !!!

    Warum kann man den Navi von Jaguar nicht mit einer dieser Apps verbinden statt mit PLUGSURFING ?

    Ausser den Problemen, die ich Ihnen beschrieben habe, gibt es ja noch andere Schwierigkeiten. Der Navi des I-Pace ist derartig schlecht programmiert, dass er wenige Ladesäulen findet. Er zeigt jedoch jede Benzin-Tankstelle an, das ist für E-Autos vollkommen unnütz. Wenn ich dann mit viel Aufwand über andere Apps eine Ladestation finde und die Adressse im Jaguar Navi eingebe, schickt der Navi uns in die unvorstellbarsten Wege. Ich bin schon fast in Schlammwüsten auf Feldwegen gelandet, weil der Navi uns dahin führen wollte. Ich habe das extra fotografiert, falls Sie es sehen wollen.

    Das ist alles unglaublich mühsam, wir haben fast jedes mal auf Strecken von 400-500 km Schweissausbrüche bekommen und teils bis spät in die Nacht nach irgendwelchen Ladesäulen gesucht, EINE ZITTERPARTIE NACH DER ANDEREN. Ich kann das nachweisen (Fahrtenbuch), wenn es nötig ist.

    Ja, wir finden den I-Pace wunderschön, grossartig zum Fahren – aber auf etwas längeren Strecken 400-500 km NUR NOCH STRESS. Obwohl wir nie schneller als 100 km/h fahren.

    Ich hatte den I-Pace auch schon 1 Tag in einer Jaguar Werkstatt in Wien – hat nichts gebracht, war nur mühsam und Zeitverschwendung. Ich hatte auch den Eindruck, dass man dort eine grosse Abneigung gegen Elektroautos hatte und keine grosse Kompetenz.

    Ich finde, Jaguar muss hier endlich seine Apps in Ordnung bringen, rasch. Sonst wird das mit unserem I-Pace kein gutes Ende nehmen.

    NULL STERNE für die Apps und Navi.

  9. Ich vermisse in dem Artikel jedwelche Angaben zu Rekuperation oder Verzögerungswerte und Bremsanlage. Sollte bei eimem SUV dieser Größenordnung ein wesentlicher Punkt sein.
    Auch fehlen Angaben zu Radaufhängung, Achsart und Lage von E-Motor und Batterien.
    Darüberhinaus fällt mir den Schnelldurchlauf-Daten die falsche Angabe “294 kW / 294 PS Leistung” ins Auge, die einer Überarbeitung wert wäre.

  10. Ich fahre den I-Pace jetzt fast 3 Monate als Firmenwagen, fast täglich zur Firma in 75 km Entfernung, auch mal zu unseren Baustellen in der Region.
    Es ist wie beschrieben ein edles und angenehm zu fahrendes Gefährt, aber hat doch noch deutliche Schwachstellen.
    Die Größte davon ist der Verbrauch, der liegt bei dem Weg zur Arbeitsstelle mit 90% Autobahn, allerdings mit derzeit einigen Baustellen und Geschwindigkeitsbeschränkungen bei ca. 27 KWh. Wenn es kalt ist der Verbrauch seltsamerweise noch höher, auch wenn man das Auto an der Ladesäule angeschlossen vortemperiert hat und man mit 100% Ladestand losfährt. Die Vortemperierung funktioniert aber hervorragend und verbraucht auch nicht viel wie ich festgestellt habe, wenn man in dem Fall mal nicht am Lader angesteckt ist.
    Das Model 3 eines Nachbarn ist im Verbrauch doch deutlich sparsamer, obwohl ähnliche Leistung.
    Die nächste Schwachstelle ist die Ladeleistung, was sich natürlich bei dem hohen Verbrauch doppelt auswirkt, der 7,4 KWh Einphasenlader ist ein absolutes Armutszeugnis der Ingenieure. Davon bin ich als Elektroingenieur am meisten enttäuscht, da ich weiß wie wenige Bauteile mehr für einen 3-Phasen Lader notwendig gewesen wären. So könnte ich die Strecke zur Arbeit hin und zurück eigentlich zweimal ohne Laden fahren, aber ich bekomme die Batterie in 9 Stunden an meiner Arbeitsstelle einfach nicht voll, da auf Grund des hohen Stromes auch noch ein Spannungsabfall auf der Leitung zur Ladesäule entsteht und somit nur mit ca. 6,6 KWh geladen wird. Die Schnellladung mit 100 KW habe ich erst einmal getestet, ist aber in dem Bereich von 20% bis ca. 90% mit durchschnittlich 90 KWh OK.
    Weitere kleinere Schwachstellen sind das Navigationssystem und die Bedienung. Die Anzeigen und die Bedienelement sind sehr gut aber die Bedienerführung und Features sollte man sich mal bei den Mitbewerbern ansehen. Mein zuletzt gefahrener A4 war da um Welten ausgereifter, intuitive Bedienung, Anzeige von Verkehrsinformationen, Erkennung und Anzeige von Verkehrsschildern inklusive Übernahme in den Tempomaten. Das sollte sich aber mit entsprechenden Softwareupdates verbessern lassen.
    Das Fahren mit dem I-Pace macht aber ansonsten wirklich Spaß, Motorleistung, Ansprechverhalten, der gute Abstandstempomat, die einstellbare Rekuperation, man kann hier fast ohne zu Bremsen fahren, sind wirklich gelungen. Das Fahrwerk ist auch gut, wobei ich mich beim nächsten Mal auch noch die Luftfederung dazu nehmen würde, der Vorführer vom Händler lag damit noch besser auf der Straße.
    Zu dem I-Pace bin ich gekommen, da ich in der Vergangenheit schon zwei X-Type als Dienstfahrzeuge hatte und ich Privat ein 97er XK Cabrio fahre, also immer Kontakt zu Jaguar hatte.
    Ich würde mich wahrscheinlich wieder für einen I-Pace entscheiden, wenn man bei den genannten Schwachstellen zumindest deutliche Verbesserungen erreicht hat.

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