Wasserstoff: Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen bricht weiter ein

Wasserstoff: Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen bricht weiter ein
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Hyundai

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die weltweit registrierten Verkäufe von mit Wasserstoff betankten Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) beliefen sich von Januar bis September 2025 auf insgesamt 8970 Einheiten. Das entspricht einem Rückgang von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zeigt wie schon seit 2022 eine spürbare Abwärtsentwicklung – die nochmals deutlicher ausfallen würde, gäbe es den Markt in Südkorea nicht.

Nach Unternehmen betrachtet verkaufte Hyundai 4994 Wasserstoff-Fahrzeuge – überwiegend den Brennstoffzellen-SUV Nexo – und blieb damit die Nummer 1 im Markt. Im April 2025 brachte Hyundai die zweite Generation des Nexo auf den Markt und erzielte damit eine starke Wachstumsrate von 61,3 Prozent. Hyundais weltweiter Marktanteil ist dadurch auf mehr als 55 Prozent geklettert.

Toyota hingegen verkaufte zusammen nur noch 955 Einheiten seiner Brennstoffzellenmodelle Mirai und Crown, was einem Rückgang von 41,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht – einschließlich eines Einbruchs von 53,6 Prozent auf dem japanischen Heimatmarkt. Dennoch investiert Toyota weiterhin kontinuierlich in Wasserstofffahrzeugtechnologie und den Ausbau der Infrastruktur.

SNE Research

Honda führte zwar 2025 den Honda CR-V e:FCEV in den USA und Japan ein, doch die Verkäufe erreichten lediglich 156 Einheiten. Der CR-V e:FCEV ist das weltweit erste SUV, das eine Wasserstoff-Brennstoffzelle mit Plug-in-Hybrid-Technologie kombiniert. Er verfügt über einen 4,3-kg-Wasserstofftank und eine 17,7-kWh-Batterie und bietet eine EPA-Reichweite von 435 Kilometern.

Auch bei chinesischen Herstellern gingen die Verkaufszahlen deutlich um 45 Prozent auf nur noch 2865 Einheiten zurück, allein gestützt dadurch, dass sie sich auf den Nutzfahrzeugsektor statt auf Pkw konzentrieren.

Ohne Südkorea würde der Markt für Wasserstoffautos deutlich stärker schrumpfen

Nach Ländern betrachtet sicherte sich Südkorea dank der starken Verkäufe des Nexo einen Marktanteil von 55,1 Prozent im globalen Wasserstofffahrzeugmarkt und erreichte ein Wachstum von mehr als 65 Prozent. In allen anderen Märkten hingegen ging der Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen deutlich zurück.

China, das seine Wasserstoffstrategie auf Nutzfahrzeuge ausgerichtet hat, belegte mit 2865 neuen Brennstoffzellenfahrzeugen den zweiten Platz, verzeichnete aber ein Minus von 45,1 Prozent. Auch in Europa, USA und Japan ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten. In ganz Europa summierten sich die Verkäufe von Mirai und Nexo zwischen Januar und September auf nur noch 559 Einheiten – ein Minus von 19,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den USA brachen die Verkäufe um 35,8 Prozent ein, und in Japan führten schwache Verkäufe des Mirai und des Crown zu einem Rückgang von 48,3 Prozent. Andere Märkte spielen mit lediglich 24 Zulassungen weltweit keine nennenswerte Rolle.

SNE Research

Mit der Einführung des zweiten Nexo-Modells will Hyundai die Schaffung realer Nachfrage dennoch wieder ankurbeln, und indem das Unternehmen in Nordamerika Vertriebs- und Servicenetzwerke für seine Xcient-Wasserstoff-Lkw aufbaut. Toyota hat unterdessen sein Brennstoffzellensystem der dritten Generation vorgestellt, das nicht nur für Pkw, sondern auch für Lkw und Busse ausgelegt ist.

In China ist der Markt für wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge dank lokaler Subventionen und Joint Ventures mit Logistikunternehmen zuletzt rasch gewachsen; dazu gehören der Ausbau von Langstreckenrouten für Wasserstoff-Lkw sowie der Aufbau einer Infrastruktur aus zentralen Wasserstofftankstellen. Allerdings führte der Übergang zu einem neuen Subventionssystem zusammen mit Lieferverzögerungen und höheren Gesamtbetriebskosten (TCO) zu sinkender Nachfrage.

Insgesamt aber verlangsamt sich der Wasserstofffahrzeugmarkt spürbar, und seine Zukunft wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell und ob überhaupt die Betankungsinfrastruktur ausgebaut wird und wie stabil staatliche Förderprogramme langfristig bestehen bleiben.

Quelle: SNE Research – Pressemitteilung vom 05.11.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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