VW ist sich sicher: Diese Technik ist ein Gamechanger

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Mit einem neuen Produktionsverfahren für die Batterien von elektrischen Fahrzeugen will Volkswagen deren Produktion um mehrere Hundert Euro günstiger machen, berichtet Spiegel online. Mithilfe einer Trockenbeschichtung soll der Energieverbrauch bei der Zellherstellung um 30 Prozent sinken, erläuterte demnach Sebastian Wolf als Vorstand der VW-Batterietochter PowerCo. Dies sei ein Gamechanger – für VW, aber auch für die weltweite Produktion von Akkus, ist Wolf sich sicher.

Im neuen Batteriewerk in Salzgitter soll eine Pilotanlage installiert werden, in der das neue Verfahren weiter getestet werden soll. Geforscht werde bereits seit 2020 an diesem richtungsweisenden Verfahren, nun sollen weitere Investitionen in die Weiterentwicklung fließen. Bislang seien es bereits gut 40 Millionen gewesen, die in das Projekt investiert worden seien.

Kein Trocknen mehr nötig

Normalerweise werden die Elektroden mit einer Nassbeschichtung versehen, die dann energieintensiv getrocknet werden müsse. Dieser Schritt könnte zukünftig mit einer trockenen Beschichtung entfallen – und somit Energiekosten eingespart werden. Das könnte Volkswagen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen, hofft man beim Wolfsburger Autobauer, der zuletzt auf den weltweiten Märkten in Sachen E-Mobilität stark unter Druck geraten ist.

Allerdings verweist Spiegel online im Artikel auch darauf, dass Tesla-Chef Elon Musk ebenfalls bereits 2020 bekanntgegeben hatte, dass das kalifornische Unternehmen an einer ähnlichen Technik tüftele. Allerdings habe Musk seinerzeit zu Bedenken gegeben, dass die massenhafte Anwendung erhebliche Probleme mich sich brächte. Diese scheinen bei Tesla bis heute nicht gelöst zu sein, das Thema wurde öffentlich kaum weiter kommuniziert.

Hoffnung auf günstigere Stromer

Da in Deutschland die Energiekosten besonders hoch sind, würde Volkswagen in seiner deutschen Batteriefabrik besonders von solchen Einsparungen profitieren. Auch in Spanien und in Kanada plant VW zudem weitere Akku-Fabriken, in denen das neue Verfahren zukünftig angewendet werden könnte. Für den Hochlauf der Elektromobilität in Europa wäre vor allem wichtig, dass es mehr preiswerte, aber alltagstaugliche Elektroautos gibt. Auch dabei könnte die neue Technik helfen – vorausgesetzt Volkswagen und auch weitere Automobilhersteller schaffen die Implementierung in die Massenproduktion.

Quelle: Spiegel online – „Neue Technik für Batterieproduktion: VW stellt billigere Elektroautos in Aussicht“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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