BYD für VW in China kein Gradmesser

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Der Volkswagen-Konzern möchte sich nicht zu jedem Preis an einer Rabatt-Schlacht bei den Autopreisen in China beteiligen, sagte Ralf Brandstätter, Chef für China bei VW, laut Automotive News Europe in einem Interview. Der Druck auf VW war im bedeutenden Verkaufsland zuletzt gewachsen, da der chinesische Autobauer BYD (Build Your Dreams) dort sehr erfolgreich – und erfolgreicher als die Wolfsburger – elektrische Autos verkauft und ausländischen Herstellern die Marktanteile massiv streitig macht.

„Volkswagen setzt auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Konkret heißt das, dass wir uns nicht um jeden Preis an der Rabattschlacht beteiligen werden“, sagte laut Bericht Brandstätter im Interview, das offenbar im Intranet des Autoherstellers veröffentlicht worden war. „Unsere Marktposition ist stark genug. Für uns steht die Profitabilität im Vordergrund, nicht das Absatzvolumen oder der Marktanteil“, wird er weiterhin zitiert.

China-Markt dürfte wachsen

Derzeit werden jährlich etwa 22 Millionen Autos in China verkauft, davon zuletzt knapp sieben Millionen angetrieben mit „neuen Energien“ wie Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge. Seitens Volkswagen geht man davon aus, dass dieser Wert bis 2030 um bis zu 40 Prozent auf dann gut 30 Millionen Fahrzeuge im Jahr anwachsen dürfte. Denn anders als beispielsweise in Deutschland, wo immer weniger junge Menschen überhaupt einen Führerschein machen und der Markt perspektivisch eher kleiner werden dürfte, können sich in China immer mehr Menschen ein eigenes Auto leisten – auch wenn in den Pandemiejahren eine Delle dieser Entwicklung zu erkennen war.

„Wenn wir in diesem Umfeld im Jahr 2030 einen Absatz von mehr als vier Millionen Fahrzeugen erreichen, und das bei entsprechender Profitabilität, dann ist das eine Position, mit der wir sehr gut leben können“, wird der China-Chef von VW weiter zitiert. 2019 hatte Volkswagen noch etwa 4,2 Millionen Fahrzeuge in China verkauft, der Wert sank aber bis 2022 auf etwa 3,1 Millionen – auch weil der Anteil der verkauften Elektroautos auf dem Gesamtmarkt verschwindend gering war.

VW will sich nicht mit BYD messen lassen

Ob chinesische Hersteller in China mehr Autos verkaufen als Volkswagen, sei für die Bewertung des Erfolges nicht relevant. Man wolle der größte ausländische Hersteller auf dem Markt sein. Mit BYD will man sich bei den Wolfsburgern auf deren Heimatmarkt demnach also gar nicht messen lassen. Diese hatten im vergangenen Jahr mit einem sprunghaften Absatzwachstum VW vom Thron verdrängt – und weltweit Platz eins bei den insgesamt veräußerten Elektrofahrzeugen inklusive Plug-in-Hybride eingenommen.

Quelle: Automotive News Europe – „VW will not join China discount battle ‚at any price,‘ Brandstaetter says“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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