VWs Verbrenner-Stärke in China wird zunehmend zum Problem

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen steckt in China in einem Dilemma: Noch immer gehört der deutsche Automobilhersteller zu den größten Anbietern des Landes – allerdings hauptsächlich in einem Marktsegment, das in China rapide an Bedeutung verliert. Während Elektroautos und andere sogenannte New Energy Vehicles (NEV) inzwischen mehr als die Hälfte des chinesischen Pkw-Marktes ausmachen, verkauft VW weiterhin überwiegend Verbrenner. Damit droht die bisherige Stärke zunehmend zur Belastung zu werden.

Aktuelle Marktdaten, über die die Automobilwoche berichtet, verdeutlichen die Verschiebung. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die privaten Pkw-Käufe in China insgesamt um gut 20 Prozent zurück. Besonders hart traf es jedoch klassische Verbrenner: Ihr Absatz schrumpfte um 26,7 Prozent. Reine Elektroautos verloren dagegen lediglich 6,7 Prozent. Gleichzeitig kamen Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen bereits auf rund 54 Prozent Marktanteil.

95 Prozent sind Verbrenner

Für Volkswagen ist das eine denkbar ungünstige Ausgangslage. Noch vor wenigen Monaten war die Marke bei Verbrennern mit 22,6 Prozent Marktanteil die klare Nummer eins in China. Bei Elektroautos spielt der Konzern dagegen bislang eine Nebenrolle. Im ersten Halbjahr waren gerade einmal fünf Prozent aller ausgelieferten Autos E-Autos oder Plug-in-Hybride, der Rest Verbrenner. Die BEV-Auslieferungen brachen gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal sogar um fast 64 Prozent ein, wobei auch Änderungen bei der staatlichen Förderung eine Rolle spielten.

Der Konzern ist also vor allem dort stark, wo der Markt besonders schnell schrumpft. Im ersten Halbjahr gingen die China-Auslieferungen der Volkswagen Group um mehr als 30 Prozent zurück. Bereits im zweiten Quartal erreichte das Minus bei Volkswagen 36,6 Prozent. Die Auslastung der chinesischen Werke gerät entsprechend unter Druck.

Ein weiterer Abstieg erscheint deshalb zumindest kurzfristig schwer zu vermeiden. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely, Xiaomi, Leapmotor oder Xpeng haben ihre Modellpaletten längst konsequent auf elektrische und digital stark vernetzte Autos ausgerichtet. VW muss gleichzeitig sein bislang enormes und aktuell noch funktionierendes Verbrennergeschäft verteidigen und praktisch parallel ein konkurrenzfähiges Elektroauto-Portfolio neu aufbauen.

Neue Modelle machen etwas Hoffnung

Allerdings gibt es Hoffnungsschimmer. Volkswagen hat seine China-Entwicklung deutlich stärker lokalisiert und arbeitet unter anderem mit Xpeng zusammen. Der gemeinsam entwickelte ID. UNYX 08 entstand innerhalb von nur 24 Monaten, nutzt 800-Volt-Technik und wurde gezielt auf chinesische Erwartungen bei Software, Assistenzsystemen und Vernetzung zugeschnitten. Insgesamt will der Konzern allein 2026 mehr als 20 lokal entwickelte elektrifizierte Modelle in China auf den Markt bringen.

Auch Audi versucht einen Neustart. Die gemeinsam mit SAIC entwickelte China-Marke AUDI spricht bewusst eine jüngere, technikorientierte Kundschaft an. Der E5 Sportback wurde zum „China Car of the Year 2026“ gewählt, mit dem E7X folgt ein weiteres speziell für China entwickeltes Elektroauto. Entscheidend wird für VW und seine Marken sein, ob die neuen Modelle schnell genug Stückzahlen erreichen, um den Absturz des bisherigen Verbrennergeschäfts aufzufangen. Doch die Zeit, die VW dafür bleibt, wird mit jedem Monat kürzer.

Quelle: Automobilwoche – So hart wird die Aufholjagd von Audi und VW in China

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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