Lynk & Co: Warum Händlerzufriedenheit vor KPIs kommt

Lynk & Co: Warum Händlerzufriedenheit vor KPIs kommt
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Lynk & Co.

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im aktuellen Podcast spreche ich mit Christian Treitz, Commercial Director Germany bei Lynk & Co. Es ist sein erster Podcast überhaupt, und er geht mit einer Offenheit in das Gespräch, die ich selten erlebe: Er spricht über Markenbekanntheit, die Schwierigkeit einer Mitte-Positionierung und warum der Erfolg der  Marke letztlich an den Händlern hängt, nicht an KPIs.

Lynk & Co ist Teil des Geely-Konzerns und damit Schwestermarke von Volvo und Polestar. Die Verwandtschaft bringt Vorteile mit sich: gemeinsame Plattformen, bekannte Technik, ein eingespieltes Werkstattnetz. Was fehlt, ist Sichtbarkeit. „Wir sind noch nicht da, wo Volvo ist“, sagt Christian, und das ist keine bescheidene Aussage, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme. Lynk & Co positioniert sich unterhalb der Premiummarken des Konzerns, aber oberhalb von Geely selbst, also genau in einem Bereich, den er selbst als kommunikativ schwierig beschreibt.

Die Marke hat in den vergangenen Jahren ihren Vertriebsweg grundlegend geändert. Was als reines Direktvertriebs- und Abo-Modell begann, entwickelt sich jetzt in Richtung klassisches Händlergeschäft. 23 Händler gibt es in Deutschland, 84 Werkstätten, und sieben Showrooms sind bereits nach dem Markenkonzept von Lynk & Co eingerichtet, klar abgetrennt vom Volvo-Bereich. Monatlich sollen ein oder zwei weitere dazukommen. Der Aufbau verläuft kontrolliert, bewusst. Christian betont, dass echte Kunden in die Schauräume kommen sollen und keine aufgeblähten Zulassungszahlen das Bild schönen.

Ein Long-Range-PHEV als Brücke in die Elektromobilität

Das Produktportfolio umfasst in Deutschland drei Modelle: den 01 als Plug-in-Hybrid, den 02 als vollelektrisches Modell und den 08 Long Range als technologisches Aushängeschild der Marke. Letzterer ist es, der Christian erkennbar bewegt, er fährt ihn selbst. Der 08 kombiniert eine elektrische Reichweite von rund 200 Kilometern mit DC-Schnellladefähigkeit. Das macht ihn fundamentale anders als die meisten Plug-in-Hybride, die bislang auf dem Markt sind.

„Normaler Plug-in kommt ja mit AC-Lademöglichkeiten“, erklärt Christian. Wer keinen Heimlader besitzt oder täglich längere Strecken fährt, konnte bislang kaum wirklich elektrisch unterwegs sein. Der 08 ändert das: Kurz beim Schwimmbad, beim Einkauf oder auf der Autobahn laden, und der Alltag lässt sich ohne Kompromisse elektrisch bestreiten. Für Menschen, die noch nicht bereit sind für ein reines Elektroauto, aber trotzdem möglichst emissionsfrei unterwegs sein wollen, ist das ein überzeugendes Argument. In den Verkaufszahlen spiegelt sich das wider.

Das Modell kostet in der Vollausstattung 59.995 Euro. Lynk & Co bietet generell nur zwei Ausstattungsstufen an, ohne aufpreispflichtige Farben oder Pakete. Christian sieht darin einen klaren Vorteil gegenüber Wettbewerbern mit aufwendigen Konfiguratoren und langen Aufpreislisten. Und die Messebeobachtung aus München im Februar gibt ihm recht: Was Kunden zuerst fragen, sind nicht Herkunft oder Preis, sondern ob es ein Händlernetz gibt.

Beim Blick auf China beeindruckt ihn die schiere Dimension: 13 Modelle, rund 300.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr, ein Headquarter und Fabriken, die eine andere Welt verkörpern. Nicht jedes dieser Modelle eignet sich für den deutschen Markt. Limousinen seien schwierig, Homologation und langfristige Ersatzteilversorgung stellen hohe Hürden dar. Aber er ist sicher: In den nächsten drei Jahren werden neue Modelle kommen, eines pro Jahr, und die Auswahl gibt Anlass zum Optimismus.

Wie er Erfolg für 2026 messen will? Nicht an Zulassungszahlen. „Ob die Händler einen Erfolg in ihrer Investition sehen“, das ist der Maßstab, an dem er festhalten will. Nun aber genug der Vorrede, hör selbst rein.

Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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