SMMT: China-Marken setzen UK-Autobauer unter Druck

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Arun Niemann
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  —  Lesedauer 2 min

Chinesische Autobauer gewinnen in Großbritannien mit ihren günstigen Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modellen immer größere Marktanteile. Der britische Branchenverband SMMT hat die Marktlage jüngst eingeschätzt und kommt zu dem Schluss, dass diese Situation die etablierten Hersteller dazu zwingt, immer tiefere Rabatte zu gewähren.

Der SMMT-Chef Mike Hawes sagte Ende Juli während eines Briefings sinngemäß, dass die günstigeren Produktionsmöglichkeiten der chinesischen Hersteller die etablierten Autobauer unter enormen Druck setzen. Es müsse erheblich rabattiert werden, um mit der asiatischen Konkurrenz mithalten zu können. Trotzdem ist der Marktanteil an den britischen Neuzulassungen laut SMMT-Daten inzwischen auf rund 15 Prozent gestiegen. Dabei führen die Marken BYD, SAIC Motors MG sowie Cherys Marken Omoda und Jaecoo den Markt an.

Hawes sieht in der chinesischen Konkurrenz jedoch nur einen von mehreren Gründen, die für den Rückgang der britischen Autoproduktion verantwortlich seien. Diese hatte allein im ersten Halbjahr 2026 um 7,5 Prozent nachgegeben. Vor allem auch Handelsunsicherheiten und immer geringere Investitionen in den Sektor belasten Hawes zufolge die Produktion.

Chinesische Konkurrenz setzt Autobauer in ganz Europa unter Druck

Die wachsende chinesische Konkurrenz macht jedoch nicht nur den britischen Autobauern zu schaffen. Erst in der vergangenen Woche hat VW schließlich angekündigt, den Sparkurs und die Kostensenkungen weiter vertiefen zu wollen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dabei wird der EU-Markt im Vergleich zu Großbritannien noch durch Zölle geschützt, die wegen unfairer staatlicher Subventionen Chinas auf die eigene E-Auto-Produktion erhoben worden waren. Großbritannien hat bisher keine vergleichbaren Maßnahmen getroffen. Dies liegt laut Hawes unter anderem daran, dass eine Untersuchung chinesischer Importe immer durch Beschwerden britischer Hersteller ausgelöst werden müsse, von denen seines Wissens nach bisher keine eingegangen seien.

Der SMMT-Chef betonte jedoch auch noch einmal, dass die Konkurrenz aus China eben nicht alleinig für die Belastung des britischen Marktes verantwortlich gemacht werden könne. Neben Handelsunsicherheiten und rückläufigen Investitionen seien auch hohe Energiekosten und unvorteilhafte Regulierung verantwortlich für die aktuelle Schwächephase. Alles in allem scheint sich Großbritannien zum mit Abstand wichtigsten Einstiegsmarkt für chinesische Marken in Europa zu entwickeln.

Quelle: Automotive News Europe / Reuters – Chinese automakers piling pressure on UK rivals, auto industry chief says

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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