Volkswagen hat den Kapazitätsabbau fast abgeschlossen

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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen hat den vereinbarten Kapazitätsabbau in den deutschen Werken weitestgehend abgeschlossen, wie der VW-Markenchef Thomas Schäfer gegenüber der Automobilwoche geäußert hat. Der Abbau von 730.000 Einheiten technischer Kapazität sei ohne die Schließung deutscher Werke erfolgt. Lediglich für den Standort Osnabrück suche man noch nach einer Lösung.

Vor etwa anderthalb Jahren hatte Volkswagen gemeinsam mit der IG Metall und dem Betriebsrat ein Zukunftspaket zur Neustrukturierung der deutschen Standorte abgeschlossen. Um die Kosten hierzulande deutlich zu senken, sah das Paket den Abbau von 730.000 Einheiten Produktionskapazität und von etwa 35.000 Stellen bis 2030 vor. Anfang dieses Jahres gab das Unternehmen bekannt, dass bereits mehr als 25.000 Stellenaustritte vertraglich festgelegt seien.

Produktionslinien wurden zusammengelegt

„Wir sind mit allem fertig, bis auf den letzten Part, das Werk Osnabrück, wo wir noch eine Lösung suchen“, merkte Markenchef Thomas Schäfer am Rande des Financial-Times-Automobilkongresses in London zum Kapazitätsabbau an. Das Unternehmen habe konsequent gearbeitet, dabei aber auf Werksschließungen verzichtet. „Ein Werk zu schließen ist immer nur die zweitbeste Lösung“, sagte Schäfer. Lediglich in der Gläsernen Manufaktur in Dresden, wo Ende 2025 die Produktion des ID.3 auslief, werden keine Autos mehr hergestellt.

In seinem Stammwerk in Wolfsburg reduzierte Volkswagen die Fertigung von vier auf zwei Linien. Die Produktion der Verbrennervariante des VW Golf verlegt das Unternehmen von Wolfsburg nach Mexiko. In den Werken Zwickau und Emden produziert Volkswagen nun statt auf zwei Linien nur noch auf einer Linie mit je zwei Schichten.

Neue SSP-Plattform könnte einziehen

Laut der Automobilwoche könnten in die Halle 54, aus der der Golf bald auszieht, neue Produktionsverfahren einziehen, die auch Projekt „Gamechanger“ genannt werden. Ab dem Ende der Dekade könnten dort Elektroautos auf der neuen SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) entstehen, die in Zukunft die Basis aller Elektroautos des Konzerns bilden soll.

Offen ist aktuell noch, wie es am Standort Osnabrück weitergehen soll. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Spekulationen über eine Übernahme durch den Rüstungskonzern Rheinmetall. Gleichzeitig ist der Einstieg eines chinesischen Herstellers möglich. Der Xpeng-Manager Elvis Cheng erklärte im Rahmen des Automobilkongresses in London, das Unternehmen befinde sich in Gesprächen mit Volkswagen zu einer Produktionsmöglichkeit in Europa.

Gerüchte um künftige Werksschließungen

VW-Markenchef Schäfer erklärte in London, man hätte auf den veränderten Markt in Europa, auf dem heute zwei Millionen Autos weniger als damals gekauft würden, reagieren müssen. Konzernchef Oliver Blume hatte kürzlich ebenfalls erklärt, dass das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr funktioniere, und die „nächste Phase der Transformation“ angekündigt, die möglicherweise „unliebsame Maßnahmen“ erfordere.

Dazu könnten laut einem Medienbericht gleich vier Werksschließungen in Deutschland gehören, auch wenn der VW-Aufsichtsrat die Gerüchte bisher dementiert und erklärt, es seien keine Werksschließungen diskutiert worden. Teilnehmende einer Sondersitzung Ende April hatten geäußert, dass das Auslaufen der Produktion an den VW-Standorten in Emden, Zwickau und Hannover sowie die Audi-Produktion in Neckarsulm genannt worden wären.

Quelle: Automobilwoche – VW: Kapazitätsabbau ist (fast) abgeschlossen

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