Militärproduktion bei VW Osnabrück rückt näher

Militärproduktion bei VW Osnabrück rückt näher
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abitaev.art / Shutterstock.com | Dient der VW Amarok künftig als Basis für Militärfahrzeuge?

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Standort Osnabrück spielt innerhalb des Volkswagen-Konzerns seit Jahren eine besondere Rolle. Anders als große Serienwerke konzentriert sich das Werk traditionell auf kleinere Stückzahlen, Spezialprojekte und auftragsbezogene Produktion. Mit dem geplanten Auslaufen der Fertigung des VW T-Roc Cabrio im Herbst 2027 stellt sich jedoch zunehmend die Frage, wie es für den Standort danach weitergehen könnte. In diesem Zusammenhang rückt eine mögliche Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie stärker in den Fokus.

Nach Informationen aus Industriekreisen hat der Rüstungskonzern Rheinmetall einen Auftrag zur Produktion gepanzerter Fahrerkabinen im Werk Osnabrück vergeben. Demnach soll die Fertigung bereits im April beginnen. Hintergrund der Zusammenarbeit ist die Suche nach zusätzlichen Produktionskapazitäten für militärische Anwendungen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger hatte den Standort bereits vor rund einem Jahr besucht und dabei öffentlich erklärt, dass sich das Werk grundsätzlich für eine Umstellung auf militärische Produkte eigne.

Auch innerhalb des Volkswagen-Konzerns wird eine solche Perspektive zumindest diskutiert. Vorstandschef Oliver Blume hatte sich bei früheren Gelegenheiten offen für eine mögliche Beteiligung an Rüstungsprojekten gezeigt. Diese Haltung spiegelt die strategische Überlegung wider, bestehende Produktionskapazitäten für neue Geschäftsfelder zu nutzen, wenn klassische Automodelle auslaufen oder Stückzahlen sinken. Gleichzeitig bleibt der Umfang des aktuellen Auftrags begrenzt. Brancheninformationen zufolge könnten durch die Produktion gepanzerter Kabinen etwa 100 Arbeitsplätze gesichert werden. Das Werk beschäftigt derzeit rund 2300 Mitarbeiter:innen. Selbst bei einem reibungslosen Produktionsstart würde der Auftrag somit nur einen Teil der Belegschaft auslasten.

Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Werks durch Rheinmetall kursierten in den vergangenen Monaten mehrfach. Nach Berichten aus Unternehmenskreisen gilt ein solcher Schritt inzwischen jedoch als unwahrscheinlich. Stattdessen scheint es derzeit eher um einzelne Projekte oder Kooperationen zu gehen, bei denen vorhandene industrielle Kapazitäten genutzt werden.

Betriebsrat macht sich weiter für VW-Werk Osnabrück stark

Parallel dazu betont der Betriebsrat des Konzerns weiterhin, dass eine Schließung des Standorts keine Option sein dürfe. Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat wiederholt darauf hingewiesen, dass neue industrielle Perspektiven gefunden werden müssen, um die Zukunft der Beschäftigten zu sichern. Eine Produktion für militärische Anwendungen schließt sie dabei ausdrücklich nicht aus. In der deutschen Automobilindustrie existieren bereits vergleichbare Beispiele. Die Volkswagen-Tochter MAN ist seit Jahren gemeinsam mit Rheinmetall an einem Unternehmen beteiligt, das militärische Lastwagen produziert.

Während auf Konzernebene über mögliche Kooperationen gesprochen wird, versucht das Werk Osnabrück auch selbst, neue Einsatzfelder zu demonstrieren. Auf der Sicherheits- und Verteidigungsmesse Enforce Tac in Nürnberg präsentierte der Standort kürzlich zwei militärische Konzeptautos. Grundlage dafür bildeten der Pick-up Amarok sowie der Transporter Crafter. Beide Modelle wurden für militärische Anforderungen angepasst und stellen Eigenentwicklungen des Werks dar. Eine Unternehmenssprecherin erklärte dazu, dass in den vergangenen Monaten mehrere Konzeptstudien entstanden seien. Ziel dieser Projekte sei es gewesen, mögliche Marktchancen und neue Anwendungsfelder zu prüfen. Noch sei allerdings offen, ob daraus konkrete Serienaufträge entstehen.

Ob aus den aktuellen Initiativen langfristige Produktionsprogramme entstehen, ist daher weiterhin offen. Sicher ist lediglich, dass das Werk Osnabrück nach dem Ende der Cabrio-Produktion neue Aufgaben benötigt.

Quelle: Automobilwoch – Rüstungsproduktion bei VW: Rheinmetall-Auftrag für Werk Osnabrück

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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